Schüler der ersten Klasse sitzen an ihrem ersten Schultag im Klassenzimmer einer amerikanischen Grundschule. (Symbolbild)
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Schüler der ersten Klasse sitzen an ihrem ersten Schultag im Klassenzimmer einer amerikanischen Grundschule. (Symbolbild)

USA

Ungeimpfte Lehrkraft zieht Maske aus und steckt halbe Klasse mit Corona an

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Allen Schutzmaßnahmen zum Trotz hat eine ungeimpfte Lehrkraft an einer Schule in Kalifornien (USA) einen Corona-Ausbruch verursacht.

San Francisco – An einer Grundschule in Kalifornien (USA) hat eine ungeimpfte Lehrkraft einen Corona-Ausbruch verursacht. Sie soll trotz der Maskenpflicht mindestens einmal im Klassenraum ihren Mund-Nasen-Schutz abgesetzt haben, um laut vorzulesen, als sie bereits infiziert war, wie aus einem Bericht des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hervorgeht.

Wissenschaftler analysierten für die amerikanische Gesundheitsbehörde den aufsehenerregenden Fall, der bereits im Mai 2021 aufgetreten war. Aus ihrer Sicht zeigt er einerseits, wie wichtig es sei, dass sich Schulmitarbeiter gegen das Coronavirus impfen lassen – und andererseits, wie rapide sich die hochansteckende Delta-Variante* vor allem untern Kindern, die zu jung für eine Impfung sind, ausbreiten könne.

USA: Lehrkraft arbeitete vor Corona-Ausbruch mit Symptomen weiter

Zur Zeit des Corona-Ausbruchs hatte die nicht näher benannte Stadt, in der die Grundschule steht, eine Impfquote von 72 Prozent. Sie liegt im Marin County, einem reichen Bezirk im Großraum der Metropole San Francisco. 205 Kinder gehen an die Grundschule, die Belegschaft besteht aus 24 Personen.

Nur zwei der Lehrkräfte waren nicht gegen Corona geimpft, heißt es in dem Fallbericht, eine von ihnen soll der Grund für insgesamt 26 nachgewiesene Infektionen bei Schülern, Eltern und Geschwisterkindern gewesen sein. Trotz Husten, Fiebergefühlen und Kopfschmerzen soll der mutmaßliche „Patient Zero“ mehrere Tage weitergearbeitet haben. Erste Symptome ordnete die Lehrkraft zunächst Allergien zu.

Corona-Schutzmaßnahmen bewahrten kalifornische Schule nicht vor Ausbruch

Keines der Kinder an der amerikanischen Grundschule war alt genug für eine Corona-Impfung. Diese empfiehlt das CDC erst ab 12 Jahren. Schutzmaßnahmen gab es in der Einrichtung aber dennoch: Im Schulgebäude mussten Lehrkräfte und Schüler demnach Masken tragen. Außerdem sollen alle Klassenräume der Schule mit „hocheffektiven“ Luftfiltern ausgestattet und Türen sowie Fenster geöffnet gewesen sein.

Die Kinder saßen mit über einem Meter Abstand zueinander an Einzeltischen. Eltern gaben später zu Protokoll an, dass sich ihre Sprösslinge auch an diese Auflagen gehalten hätten. Von denen 24 Schülern in der Klasse des coronapositiven Lehrers wurden 22 getestet, bei zwölf wurde eine Corona-Infektion vom Labor bestätigt.

Corona-Ausbruch an Schule: Wer näher am Lehrerpult saß, infizierte sich

Am stärksten betroffen war die erste Sitzreihe direkt vor dem Lehrerpult. Von zehn Kindern infizierten sich acht. Außerdem steckten sich vier von 14 Schülern in den drei Reihen dahinter mit dem Virus an. Auch in einer zweiten Klasse traten sechs Corona-Fälle auf, wahrscheinlich durch Interaktionen im Schulkontext. Außerdem gab es acht zusätzliche Fälle bei Eltern und Geschwistern. Drei der Betroffenen waren vollständig geimpft.

Insgesamt 22 der 27 der Infizierten (die Lehrkraft eingerechnet) entwickelten Covid-Symptome. Am häufigsten waren Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Ins Krankenhaus kam niemand. Das örtliche Gesundheitsamt im Marin County veranlasste eine Massentestung, alle Coronapositiven und die Kontaktpersonen mussten zehn Tage in Quarantäne. Die Klassenräume wurden gereinigt, blieben aber eine Woche geschlossen.

Corona-Variante grassiert nach Ausbruch an US-amerikanischer Schule

Bei Untersuchungen fanden US-Forscher in 18 der verfügbaren Proben des Corona-Ausbruchs die ansteckende Delta-Variante. Beobachter gehen davon aus, dass sich mehrere Corona-Fälle, die später in der Stadt auftraten, auf den Ausbruch in der Schule zurückführen lassen. Insgesamt steigen die Corona-Zahlen in den USA inzwischen stark an, weshalb Virologe Anthony Fauci jüngst eine Impfpflicht vorschlug*. Die Sorgen sind insbesondere wegen des Schulstarts groß – auch, weil eine Maskenpflicht in den amerikanischen Klassenräumen umstritten ist. *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN..MEDIA

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