News-Ticker zur Pandemie

Harter Corona-Lockdown in Österreich endet - trotz höherer Inzidenz als in Bayern - Kurz mahnt

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich bleibt hoch. Kanzler Sebastian Kurz gerät unter Druck, wegen der Skigebiete deutet sich Zwist mit Deutschland an. Der News-Ticker.

  • Die zweite Welle* der Corona-Pandemie* sorgt in Österreich weiterhin für hohe Infektionszahlen.
  • Hotels und Gastronomie bleiben in der Covid-19-Krise bis zum 7. Januar geschlossen, Skilifte dürfen aber ab dem 24. Dezember öffnen.
  • Am Montag endet in Österreich der harte Lockdown - die Politik warnt zu äußerster Vorsicht beim Einkaufen.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Österreich lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 6. Dezember, 15.22 Uhr: In Österreich endet am Montag (7. Dezember) der harte Lockdown. Die neue Covid-Verordnung tritt in Kraft. Alle Geschäfte dürfen wieder bis 19 Uhr öffnen. Tagsüber dürfen sich die Österreicher wieder frei bewegen. Doch die nächtlichen Ausgangssperren kehren zurück. Von 20 bis 6 Uhr ist das Verlassen der Wohnung nur aus bestimmten Gründen erlaubt. Für die Gastronomie gilt weiter das bekannte Betretungsverbot. Neu ist ein Ausschank-Verbot für alkoholische Getränke. Glühwein oder Punschstände wird es also nicht geben.

„Sie müssen nicht am ersten Tag in die Einkaufzentren strömen“, appelliert Österreichs Innenminister Karl Nehammer, wie oe24.at berichtet. Nehammer weist zudem auf engmaschige Kontrollen der Polizei hin, speziell in Einkaufstraßen. Die Strafen der Gesundheitsbehörden seien empfindlich hoch - bis zu 1.450 Euro drohten.

Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz mahnt zur Disziplin, berichtet ORF.at und verweist auf eine schriftliche Stellungnahme. Darin betonte Kurz, der Lockdown habe gewirkt. Es sei in den letzten Wochen gelungen, die Zahl der durchschnittlichen täglichen Neuansteckungen zu halbieren, so der Kanzler. Diese Fortschritte dürften nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Die verbleibenden Maßnahmen – etwa die nächtliche Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen und geschlossene Lokale und Tourismusunterkünfte – seien alternativlos, erklärte der Regierungschef.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Österreich am Sonntag bei 249 - und damit höher als in Bayern, wo am Sonntag neue, schärfere Maßnahmen verkündet wurden. Binnen 24 Stunden wurden 2.741 Corona-Neuinfektionen und 83 Todesfälle registriert, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der aktiven Fälle liegt demnach bei 46.825.

Corona in Österreich: Teil-Lockdown laut Minister ein „großer Erfolg“ - Lage aber weiterhin ernst

Update vom 5. Dezember, 15.29 Uhr: Für den österreichischen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) war der Lockdown, der seit Anfang November im Alpenland verhängt war, ein großer Erfolg. „Der ab 3. November rasch verwirklichte Teil-Lockdown hat die Entwicklung schrittweise stabilisiert, der zwei Wochen später fixierte harte Lockdown hat die Trendumkehr bewirkt und für einen schrittweisen Rückgang gesorgt – langsamer als beim ersten Lockdown, aber wirksam“, wird der Politiker auf oe24.de zitiert.

Die Zahl der Infizierten ist seit Mitte November etwas über ein Drittel zurückgegangen. Am 14. November gab es in Österreich noch 77.130 aktive Fälle. Jetzt sind es nur noch 47.491. Auch die Zahl der Menschen, die in einem Krankenhaus gegen Covid-19 behandelt werden müssen, sank in den vergangenen Wochen. „Damit haben wir die Ziele des Lockdowns erreicht und wir rechnen damit, dass sich dieser Effekt noch rund zwei Wochen fortsetzen wird“, so Anschober.

Die Lage sei aber weiterhin ernst, so der Grünen-Politiker. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen und die Todesfälle im Zusammenhang mit Corona seien noch viel zu hoch. „Die Einkaufstage und die Feiertage sind nach dem Ende des Lockdowns ein Risiko. Genau in dieser Phase müssen wir uns sehr vorsichtig verhalten“, sagt Anschober.

Corona in Österreich: Positives Feedback für Corona-Massentests

Update vom 4. Dezember, 16.02 Uhr: Die Corona-Massentests in Österreich haben mit teils regem Interesse begonnen. Am ersten Tag gab es viel positives Feedback, allerdings kam es auch zu technischen Probleme. Negativ getestete Personen in Tirol erhielten von der vom Bund gelieferten Software vorerst nur verspätet oder keine Benachrichtigung über ihr Testergebnis.

Auch in Wien kam es immer wieder zu Ausfällen, das Bundesheer hat daher ein Backup in Papierform angelegt. An der Abwicklung oder Dauer der Untersuchungen ändere sich dadurch nichts, wurde versichert. Die Teilnehmer würden ihre Ergebnisse trotzdem sofort erhalten. Die Daten werden nachträglich ins IT-System eingetragen.

„Wir finden die Positiven heraus, das ist das Ziel der Aktion“, sagte Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne). Dass die vom Bund gelieferte Software nicht lief, spiele kaum eine Rolle. Die Behörden wüssten sich zu helfen. Bürger lobten die oft als reibungslos empfundene Organisation. In Wien wurde auch dank des Einsatzes des Bundesheeres eine Infrastruktur in zwei großen Hallen und der Messe aufgebaut, die für 150.000 Tests am Tag reicht. „Es gibt noch Kapazitäten“, sagte ein Heeres-Sprecher am Freitagnachmittag im Sender OE24.

In der Wiener Stadthalle können sich die Österreicher im Zuge der Massentests auf das Coronavirus testen lassen.

Trotz des zeitweise großen Andrangs waren die Bürger zufrieden mit dem Ablauf. „Es war total unkompliziert. Ich hatte vor einer halben Stunde meinen Termin und bin schon fertig“, berichtete eine junge Wienerin dem Portal kurier.at. „Es ist alles sehr gut organisiert, ich habe eine halbe Stunde gebraucht“, sagte ein weiterer Teilnehmer.

Corona in Österreich: Zahl der Todesfälle weiterhin hoch - Anschober nennt Ziele für Weihnachten

Update vom 4. Dezember, 14.05 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist im Vergleich zu gestern erneut leicht gesunken. Von Donnerstag auf Freitag wurden in Österreich 3815 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit sind aktuell 49.819 Menschen in der Alpenrepublik infiziert. Erstmals seit dem 4. November liegt diese Zahl damit wieder unter 50.000. 

Ein Abwärtstrend ist auch bei der Zahl der Hospitalisierungen zu erkennen. Erstmals seit drei Wochen müssen weniger als 4000 Corona-Infizierte im Krankenhaus behandelt werden. Derzeit sind es 3980 Personen, davon werden 642 auf Intensivstationen behandelt. Dramatisch hoch bleibt die Zahl der gemeldeten Corona-Todesfälle. Von Donnerstag auf Freitag waren es 113. Im Schnitt wurden in der vergangenen Woche österreichweit jeden Tag rund 109 Todesopfer vermeldet.

„Wir müssen in den nächsten zwei Wochen die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter in Richtung von 1000 Fällen drastisch verringern“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitag. Die Intensivstationen seien weiterhin stark überlastet.. „Wir müssen das Ziel erreichen, bis Weihnachten die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten in den Intensivstationen in Richtung 200 abzusenken. Erst dann kann die Überlastung so stark verringert werden, dass ausreichend Ressourcen für ein Nachholen der jetzt verschobenen Operationen geschaffen werden können“, betonte Anschober.

Gesundheitsminister Österreich: Rudolf „Rudi“ Anschober.

Corona in Österreich: Start der Massentests in drei Bundesländern

Update vom 4. Dezember, 10.05 Uhr: In den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg starten heute die Corona-Massentests. Zum Auftakt bildeten sich in Wien und Innsbruck nach Angaben von Reportern des ORF und des Senders OE24 längere Warteschlangen vor den Teststationen. In Österreichs Hauptstadt können sich die Bürger an drei Standorten bis zum 13. Dezember testen lassen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag.

Die Regierung hofft, dass sich im Laufe der nächsten Wochen mehrere Millionen Österreicher untersuchen lassen. Ziel ist es, besonders auch die symptomfreien Infizierten zu entdecken, um so die Infektionsketten zu durchbrechen. In einer Umfrage der Tageszeitung ÖSTERREICH gaben allerdings nur 27 Prozent der Befragten an, vor Weihnachten zu den Corona-Massentests gehen zu wollen.

Corona in Österreich: Kanzler Kurz lädt auf einmal deutsche Ski-Touristen ein

Update vom 3. Dezember, 20.45 Uhr: Trotz des Corona-Wirrwarrs in dieser Frage mit Deutschland hat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) deutsche Winter-Touristen in die Alpenrepublik eingeladen und für die mögliche Rückkehr auch ein konkretes Datum genannt.

„Wir freuen uns schon auf die deutschen Gäste, allerdings ist es so, dass wir den Saisonstart für den Tourismus erst am 7. Januar angelegt haben“, sagte der österreichische Regierungschef an diesem Donnerstag bei Bild live: „Wir haben genauso wie andere Länder auch eine gewisse Sorge vor der ohnehin schon starken Interaktion, die es einfach über die Weihnachtsfeiertage gibt. Unserem Gefühl nach wird es über die Weihnachtsfeiertage, und auch zu Jahreswechsel, ohnehin so viel Familienzusammenkünfte geben, dass wir in anderen Bereichen möglichst vorsichtig sein müssen. Daher haben wir den Start des Skifahrens als Sport und den Start als Tourismus etwas entkoppelt.“

Haben Gesprächsbedarf: Markus Söder (li.) und Sebastian Kurz. (Archivfoto aus dem Mai 2019)

Corona-Pandemie in Österreich: Sebastian Kurz will an Weihnachten die Skilifte wieder öffnen

Heißt: In Österreich öffnen die Skilifte laut Kurz am 24. Dezember wieder - pünktlich zu Heiligabend und Weihnachten. Bis zum 6. Januar gilt jedoch eine mehrtägige Quarantäne-Pflicht für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten - zum Beispiel aus Deutschland.

In Deutschland wiederum verlängerten Bund und Länder unter der Woche den Lockdown Light (mindestens) bis zum 10. Januar.

Wäre da nicht schon die Überschneidung mit dem Datum (7. gegen 10. Januar), so richteten etwa auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wiederholt die Bitte an die deutschen Bürger, in diesem Winter auf Skiurlaub und touristische Reisen zu verzichten - alles natürlich wegen Covid-19.

Riezlern: Gondeln der Kanzelwandbahn hängen im Kleinwalstertal in der Talstation.

Corona-Pandemie in Österreich: Sebastian Kurz - Meinungsverschiedenheit mit Markus Söder?

Zuletzt hatte insbesondere Kanzlerin Merkel dünnhäutig auf die österreichische Weigerung reagiert, in der Corona-Krise eine europaweite Schließung aller Skigebiete durchzubringen.

Söder hatte entschieden von jeglichen Reisen nach Österreich abgeraten und mit härteren Covid-19-Maßnahmen in diesem Zusammenhang gedroht. Zwischen dem Bundeskanzleramt in Wien und der Staatskanzlei in München gab es nun offenbar keine Absprachen.

Auf Söder angesprochen, meinte Kurz: „Also mit Markus Söder hatte ich keinen Kontakt zu dem Thema.“ An anderer Stelle des Interviews bekräftigte der ÖVP-Politiker noch einmal: „Ich habe mit Markus Söder dazu in der letzten Zeit keinen Kontakt gehabt.“

Corona-Pandemie in Österreich: Vize-Kanzler Werner Kogler kritisiert Boss Sebastian Kurz

Update vom 3. Dezember, 16.40 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz wurde für seine Wortwahl bei der Kommunikation der Reisebeschränkungen am Mittwoch kritisiert, auch von Vizekanzler Werner Kogler. „Wie gestern die Reisebeschränkungen zum Teil kommuniziert wurden, war auch für mich einseitig und von mangelnder Sensibilität“, erklärte Kogler am Donnerstag gegenüber der APA.

Die Reisebeschränkungen seien eine „sinnvolle und notwendige“ Maßnahme für die nächsten Wochen, betonte Kogler. In Österreich habe man die Gastronomie und Hotels geschlossen und strengere Ausgangsbeschränkungen als in einigen Nachbarländern. Allerdings störte Kogler die Formulierung der Aussagen des Kanzlers.

Kurz hatte am Mittwoch davon gesprochen, dass das Coronavirus im Sommer durch Auslandsreisen „eingeschleppt“ wurde. Dabei bezog er sich insbesondere auf die Staaten aus dem westlichen Balkan.

„Ich bedaure sehr, dass das viele Menschen als verletzend erlebt haben. Und ich denke da besonders an die vielen Frauen und Männer, die sich bei uns seit vielen Monaten in Pflegeheimen, Spitälern - da auch in den Intensivstationen - und in anderen wichtigen Bereichen voll einsetzen“, sagte Kogler. Viele von ihnen hätten biografische Wurzeln in den „gestern einseitig angesprochenen Regionen“. Der Vizekanzler forderte von Kurz mehr Respekt und Feingefühl.

Vizekanzler Werner Kogler (l.) kritisierte die Aussagen von Kanzler Sebastian Kurz (r.) zu den neuen Corona-Reisebeschränkungen in Österreich.

Corona in Österreich: Rund 4000 neue Fälle - „Intensivstationen stark überlastet“

Update vom 3. Dezember, 15.00 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich geht zwar langsam zurück, bleibt allerdings weiterhin auf einem hohen Niveau. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden in Österreich 3969 neue Fälle verzeichnet und damit um 1557 weniger als am selben Tag der Vorwoche. Zudem wurden 92 neue Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. „Es ist unser Hauptziel, diese viel zu vielen Todesfälle möglichst rasch möglichst stark zu verringern“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Er ist mit der Entwicklung der Corona-Zahlen trotz des Rückgangs noch nicht zufrieden. „Das sind dennoch weiterhin dramatisch hohe Werte“, sagte er am Donnerstag. Zudem sei die Lage auf den Intensivstationen weiterhin angespannt. Derzeit befinden sich 668 Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. „Das ist weiterhin eine starke Überlastung. Eine derartige Stress-Situation kann von den großartigen MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern nicht über lange Zeit aufrecht erhalten bleiben“, stellte Anschober klar.

Gesundheitsminister Österreichs: Rudolf „Rudi“ Anschober.

Corona in Österreich: Daten-Panne auf Seite für Massentest-Anmeldung

Update vom 3. Dezember, 9.45 Uhr: Seit Mittwoch um Mitternacht konnte man sich auf der Website oesterreich-testet.at für die in Österreich geplanten Corona-Massentests anmelden. Doch bereits am Nachmittag des selben Tages war die Seite nicht mehr zu erreichen. Den Nutzern wurde folgende Meldung angezeigt: „Aktuell werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Die Seite ist in Kürze wieder erreichbar. Bisherige Anmeldungen bleiben aufrecht. Danke für Ihr Verständnis!“

Die Seite wurde vorübergehend offline genommen. Aus dem Gesundheitsministerium, das für die Seite verantwortlich ist, hieß es dazu, dass es sich möglicherweise um eine Hacker-Attacke gehandelt haben könnte, berichtet oe24.at. Bereits vormittags habe es immer wieder Ausfälle der Seite gegeben.

Der Betreiber der Seite, die A1-Tochter World Direct, erklärte den Ausfall damit, dass vergessen worden war, Testdaten zu löschen. Es habe keine Gefahr eines Datenlecks und auch keinen Hacker-Angriff gegeben, versicherte das Unternehmen. Die Plattform sei unter großem Zeitdruck erstellt worden. Dennoch sei sie natürlich mit Testdaten auf Sicherheit getestet worden. Im Zeitdruck habe man offensichtlich vergessen, die Test-Konfiguration zurückzustellen, hieß es weiter. Am Mittwochabend gegen 20 Uhr meldete A1 World Direct, dass die Seite wieder online sei.

Corona in Österreich: Kurz warnt eindringlich vor zu schnellen Lockerungen

Update vom 2. Dezember, 21.29 Uhr: Die Corona-Lage in Österreich ist nach wie vor angespannt. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens dürfe nun nicht vorschnell gelockert werden. Das stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwochabend noch einmal eindringlich gegenüber oe24.tv klar: „Bei allem Wunsch nach einer schnellen Lösung, bitte ich um um Verständnis. Wenn wir sofort alles aufreißen würden, wären wir Anfang Januar schon wieder im Lockdown.“ Es wäre der insgesamt dritte.

Kurz wisse, dass es „eine unpopuläre Rolle ist, eine solche Nachricht zu überbringen.“ Auch der 34-Jährige würde „gerne in den Urlaub fahren oder ins Wirtshaus gehen“, doch es wäre letztlich „fahrlässig, wenn man so tun würde, als könnte man schon jetzt ohne Konsequenzen alles aufmachen.“ Am Dienstag meldete die Alpenrepublik 3033 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, am Mittwoch waren es 3972.

Dennoch verbreitete Kurz vorsichtigen Optimismus und sprach von der Möglichkeit, dass „wir bis Weihnachten relativ weit herunterkommen können mit den Infektionszahlen - wenn wir uns alle bemühen“, sodass ein „halbwegs würdevolles Weihnachtsfest“ möglich sei.

Corona in Österreich: Söder über touristisches Wintersport-Aus - „richtig und verständlich“

Update vom 2. Dezember, 16.05 Uhr: Das Wintersport-Aus für viele Touristen in Österreich während der Weihnachtsferien bewertet der bayerische Ministerpräsident Markus Söder als „richtig und verständlich“. Auf Twitter schrieb der CSU-Chef am Mittwoch: „Auch wenn es schwer fällt: Sicherheit geht vor. Die Ferien dürfen nicht zu einem Risiko werden.“

Auch der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die angekündigte Quarantänepflicht für Einreisende in Österreich, die den Tourismus eindämmen soll. Alle hätten die Erfahrungen vom Februar und März noch in den Knochen, als durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Coronavirus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei, sagte Spahn am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen.

Corona in Österreich: Kurz nennt neue Regeln für Weihnachten, Quarantäne, Skifahren

Update vom 2. Dezember, 14.12 Uhr: Die Pressekonferenz der Regierung ist nun beendet. Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

  • Der Handel, Pflichtschulen und körpernahe Dienstleistungen dürfen zum 7. Dezember wieder öffnen.
  • Hotels und Gastronomie bleiben bis zum 7. Januar geschlossen.
  • Ab dem 24. Dezember ist Outdoor-Sport ohne Kontakt wieder erlaubt. Das heißt, dass Skifahren und Langlauf über Weihnachten möglich ist.
  • Für Einreisende gilt spätestens ab Mitte Dezember eine zehntägige Quarantänepflicht.

Update vom 2. Dezember, 14.02 Uhr: Kurz appellierte an die Bevölkerung, den Handel bedacht zu nutzen. Er wünsche sich, dass nicht alle Personen sofort am ersten Tag in die Geschäfte stürmen, sondern sich auf die anstehenden Tage verteilen. Anschober kündigte zudem eine zweite Runde an Massentestungen nach den Feiertagen an. Damit sollen Menschen, die sich über Weihnachten infiziert haben, entdeckt werden.

Update vom 2. Dezember, 13.50 Uhr: Ausnahmen der neuen Einreiseregelungen gelten für Geschäftsreisende und Berufspendler, erklärte Kurz auf Nachfrage. Als Beispiele für Szenarien, die man verhindert möchte, nannte der Kanzler Silvester-Partys in Prag, oder Heimatbesuche vieler österreichischer Bürger aus den westlichen Balkan-Staaten. „Unser Ziel muss es sein, dass wir nicht nach Weihnachten durch Reiserückkehrer eine Gefahr haben.“

Corona in Österreich: Strenge Regeln an der Grenze - Quarantänepflicht für Einreisende

Update vom 2. Dezember, 13.42 Uhr: Für Deutsche, die ihren Skiurlaub in den Weihnachtsferien im Nachbarland verbringen wollten, bedeutet das: Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten eine zehntägige Quarantänepflicht. Zudem bleiben die Hotels bis zum 7. Januar geschlossen. Das Skifahren ist daher nur als Tagesausflug für die österreichische Bevölkerung möglich.

Update vom 2. Dezember, 13.35 Uhr: Innenminister Karl Nehammer erklärt, dass Österreich vor Weihnachten ein strenges „Einreise-Regime“ durchsetzen will. Im Sommer haben Reiserückkehrer für einen stetigen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt. Für Reisende gilt daher eine zehntägige Quarantäne-Pflicht.

Corona in Österreich: Zahl der Infektionszahlen hat sich stabilisiert

Update vom 2. Dezember, 13.30 Uhr: Gesundheitsminister Rudolf Anschober gab zunächst einen Rückblick auf die Explosion der Infektionszahlen Ende Oktober, beziehungsweise Anfang November. Durch den Lockdown sei eine Stabilisierung und anschließend auch eine Senkung der Neuinfektionszahlen in Österreich gelungen. „Mir geht‘s jeden Tag zu langsam, aber der Trend stimmt“, erklärte Anschober. Die Gesamtzahl der aktiven Infektionsfälle mit dem Coronavirus sinke Schritt für Schritt, stellte der Gesundheitsminister klar. Bis zum 9. Dezember ergebe eine Prognose eine Neuinfektionszahl von durchschnittlich 2000 neuen Fällen pro Tag.

Die Hauptproblematik seien derzeit die vielen Todesfälle. „Diese Zahl ist nicht nur eine Zahl, sondern Leben, Schicksale“, sagte Anschober. Es müsse das nächste große Ziel sein, die Zahl der Todesfälle zu senken. Die Zahl der belegten Intensivbetten sinkt aktuell und eine Überlastung der Krankenhäuser konnte verhindert werden. „Aber da ist noch viel zu tun“, erklärte Anschober. Man müsse die Stabilisierung und nachhaltige Senkung der Zahlen weiter vorantreiben. „Es bleibt ein zäher Prozess.“

Corona in Österreich: Neue Regeln - Outdoor-Sport ohne Kontakt ab Weihnachten erlaubt

Update vom 2. Dezember, 13.20 Uhr: Vizekanzler Werner Kogler erklärt, dass eine Öffnung der Veranstaltungsbranche noch nicht möglich ist. „Wir müssen vorsichtig bleiben.“ Im Großen und Ganzen überwiege auch das Verständnis in dieser Branche. Bis zum 7. Januar gibt es für Veranstaltungen keine Perspektive, erklärte Kogler.

Ab dem 24. Dezember ist Outdoor-Sport ohne Kontakt erneut möglich. Kögler zählte als Beispiele das Skifahren und den Langlauf auf. Indoor-Sport bleibt weiterhin untersagt.

Corona in Österreich: Kurz will im Winter auf „konsequentes Grenz-Regime setzen“

Update vom 2. Dezember, 13.12 Uhr: „Es ist absolut realistisch, vor Weihnachten auf ein niedrigeres Infektionsniveau zu kommen“, betont Kurz. Es liegt an allen, das Wachstum der Infektionszahlen so langsam wie möglich zu gestalten. Abschließend appellierte der Kanzler an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten und an den Massentests teilzunehmen.

Kurz möchte künftig auf ein „konsequentes Grenz-Regime“ setzten. Im Sommer habe man die Zahlen in Österreich gesenkt, durch Reiserückkehrer seien sie damals wieder angestiegen. Diese Szenario wolle man im Winter verhindern.

Österreich-Regeln: Skifahren nach Weihnachten wieder möglich

Update vom 2. Dezember, 13.07 Uhr: „Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung“, erklärt Kurz. Ab dem 7. Dezember dürfen die Pflichtschulen öffnen. Die Oberstufen, mit Ausnahme der Abschlussklassen, bleiben im Distance-Learning. Der Handel, Museen und körpernahe Dienstleistungen dürfen ebenfalls ab dem 7. Dezember öffnen. Es wird nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Kontakte sollen erneut auf einen anderen Haushalt beschränkt werden.

Das Ziel sei es, die Infektionszahlen bis zum 23. Dezember so weit nach unten zu bekommen, damit ein Weihnachtsfest mit bis zu zehn Personen ermöglicht werden kann, erklärt Kurz. „Es soll ein würdevolles Weihnachten sein, mit einem möglichst hohen Maß an Sicherheit.“ Ab dem 24. Dezember soll auch der Sport im Freien und damit das Skifahren ermöglicht werden.

Update vom 2. Dezember, 13.02 Uhr: Kanzler Kurz ergreift zuerst das Wort. Die Phase des Lockdowns habe Wirkung gezeigt. Es sei gelungen, eine Überforderung der Krankenhauskapazitäten zu verhindern. Daher könne man jetzt wieder behutsame Öffnungsschritte vornehmen. Kurz verdeutlicht allerdings: „Die Pandemie ist nicht vorbei.“ Er erwartet eine Rückkehr zur Normalität im Sommer.

Update vom 2. Dezember, 12.30 Uhr: Um 13 Uhr treten Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) vor die Öffentlichkeit und verkünden den Plan für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Medienberichten zufolge werden die meisten Maßnahmen des Lockdowns verlängert. Lediglich der Handel und die Schulen sollen bereits nächste Woche aufsperren dürfen.

Corona in Österreich: 3972 Neuinfektionen und 121 Todesfälle

Denn: die Zahl der Neuinfektionen in Österreich geht zu langsam zurück. Von Dienstag auf Mittwoch wurden erneut 3972 neue Fälle verzeichnet, das sind rund 650 mehr als in den 24 Stunden davor. Zudem wurden 121 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Hospitalisierungen und Patienten auf den Intensivstationen geht allmählich zurück. Am Mittwoch wurden in ganz Österreich 4245 Corona-Infizierte in Krankenhäusern behandelt, 674 davon intensivmedizinisch.

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen aus den Bundesländern im Überblick:

  • Oberösterreich: 677
  • Niederösterreich: 636
  • Steiermark: 593
  • Wien: 553
  • Salzburg: 450
  • Kärnten: 358
  • Tirol: 332
  • Vorarlberg: 222
  • Burgenland: 151

Corona in Österreich: Bundespräsident Van der Bellen empfängt Kurz und Kogler

Update vom 2. Dezember, 11.40 Uhr: Am Mittwochvormittag empfing Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler. Sie sprachen über die geplanten Lockerungsschritte nach dem Lockdown und die mittelfristige Strategie der Pandemiebekämpfung in Österreich.

Um aus der Krise „gestärkt hervorzugehen, braucht es jetzt mehr denn je eine gute Zusammenarbeit aller relevanten Kräfte in unserer Gesellschaft“, betonte Van der Bellen nach dem Gespräch gegenüber der APA. „Die kommenden Wochen und Monate werden, wie auch die vergangenen, eine große Herausforderung für unser Land“, schrieb der Bundespräsident in einer Stellungnahme. Man müsse in den kommenden Wochen alles tun, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen und eine dritte Welle zu vermeiden.

Corona in Österreich: Anschober will Veröffentlichung der Zahlen umstellen

Update vom 2. Dezember, 9.50 Uhr: Wie wir bereits berichteten, wurden die Corona-Zahlen in Österreich am Dienstag, ausgerechnet einen Tag vor der heutigen Lockdown-Entscheidung, später veröffentlicht als üblich (siehe Erstmeldung). Der Grund dafür ist nun klar. Das Gesundheitsministerium um Minister Rudolf Anschober bat wohl um eine künftige Veröffentlichung der Corona-Zahlen aus dem Elektronischen Meldesystem (EMS) der Labore. Diese sind tendenziell viel niedriger als die bislang veröffentlichten Werte.

Sämtliche Medien sowie die Bevölkerung vergleichen seit Beginn der Corona-Pandemie die Werte, die täglich an den im Innenministerium ressortierenden Krisenstab des Bundes übermittelt werden. „Wenn man mit dieser Praxis jetzt plötzlich bricht, würde man die Bevölkerung ja nur noch veräppeln“, erklärte der Corona-Verantwortliche eines Bundeslands gegenüber heute.at. „Und das ausgerechnet vor dem Tag, an dem weitreichende Öffnungsschritte nach dem Lockdown bekanntgegeben werden sollen. Ein Schelm, wer da Böses denkt.“ Mehrere Bundesländer verweigerten den Wunsch des Gesundheitsministeriums.

Corona: Bayerischer Staatskanzleichef appelliert im Ski-Zoff an die „österreichischen Freunde“

Update vom 1. Dezember, 21.16 Uhr: Im schwelenden Streit um die Öffnung der Skigebiete in Österreich hat Bayern nachgelegt. Staatskanzleichef Florian Herrmann appellierte in München „an die österreichischen Freunde, sich das noch mal zu überlegen“. Der Freistaat ist weiterhin dafür, die Skipisten europaweit bis 10. Januar geschlossen zu halten.

Zuvor hatte sich Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger eine Einmischung von deutscher Seite verbeten. „Ich hab gehört, wir sollen keine Ratschläge geben, und es interessiert die nicht, was wir für Vorschläge haben“, erwiderte Herrmann. Der CSU-Politiker könne der Alpenrepublik nur raten, „es halt möglicherweise so zu machen, wie wir es tun.“

Corona in Österreich: Zahlen weiter hoch - Kurz will offenbar dennoch lockern

Erstmeldung vom 1. Dezember, 17.05 Uhr: Wien - Die österreichische Bundesregierung will am späten Dienstagnachmittag über die bevorstehenden Lockerungen nach dem harten Lockdown beraten. Am Mittwoch sollen sie im Ministerrat beschlossen und anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aufgrund der weiterhin hohen Infektionszahlen dämpfte Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits die Erwartungen. „Wir werden nach dem 7. Dezember mit weiteren massiven Einschränkungen leben müssen“, sagte er der Kleinen Zeitung am Sonntag.

Corona in Österreich: Regierung will Skiurlaub über Weihnachten wohl verbieten

Neben den bereits bekannt gewordenen vorsichtigen Öffnungsschritten, wie beispielsweise der Öffnung des Handels, bahnt sich ein echter Paukenschlag an. Die Regierung plant wohl Skiurlaub über Weihnachten zu verbieten. Laut einem Bericht von oe24.at sollen neben der Gastronomie wohl auch Hotels über Weihnachten geschlossen bleiben. Damit wäre das Skifahren nur noch als Tagestourismus, also ohne Übernachtungen in Hotels und Hüttenbesuch, möglich.

Ob eine Öffnung der Skigebiete über Weihnachten überhaupt möglich sein wird, ist noch nicht final geklärt. In Europa ist eine heftige Debatte um dieses Thema ausgebrochen. Kurz hat sich bereits deutlich gegen eine europaweite Schließung der Skigebiete positioniert. Allerdings werden die Sport- und Freizeiteinrichtungen nicht Teil des ersten Öffnungsschrittes in Österreich sein, kündigte der Kanzler in der Kleinen Zeitung an. Dennoch wolle die Regierung in „absehbarer Zeit“ wieder mehr Sport ermöglichen, insbesondere wenn dieser unter freiem Himmel und als Einzelsport stattfindet.

Corona in Österreich: Mehr als 3000 Neuinfektionen - 141 Todesfälle

Am Dienstag wurden die neuen Corona-Zahlen* in Österreich später als üblich veröffentlicht. Von Montag auf Dienstag wurden 3.033 Neuinfektionen registriert. Das sind zwar knapp 300 mehr als gestern, doch am Wochenende wird deutlich weniger getestet. Vergangenen Dienstag wurden noch 4.377 neue Fälle gemeldet. Die Situation in den Krankenhäusern bleibt unverändert angespannt. Auf den Normalstationen liegen 152 Patienten mehr als gestern, auf den Intensivstationen hingegen zehn Patienten weniger. Innerhalb eines Tages sind 141 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus* verstorben.

Die meisten Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurden in Wien gemeldet. Die Zahl der neuen Corona-Fälle der einzelnen Bundesländer im Überblick:

  • Wien: 665
  • Oberösterreich: 593
  • Steiermark: 401
  • Tirol: 383
  • Niederösterreich: 366
  • Salzburg: 266
  • Kärnten: 195
  • Vorarlberg: 103
  • Burgenland: 61

Corona in Österreich: Polizei soll künftig in Büros kontrollieren dürfen

Laut der APA vorliegenden Gesetzesanträgen soll neben den Bezirksverwaltungsbehörden künftig auch ausdrücklich die Polizei die Einhaltung von Corona-Auflagen vor Ort kontrollieren dürfen. Die Polizei soll demnach Betriebsstätten, Arbeitsorte, Verkehrsmittel und bestimmte Orte zur Kontrolle der Corona-Maßnahmen betreten dürfen. Der private Wohnbereich ist von den Kontrollen nicht umfasst. Er ist von der Definition der „bestimmten Orte“ laut Maßnahmengesetz grundsätzlich ausgenommen. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Hans Klaus Techt/APA/dpa

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