Wieso verschwand Marvin vor mehr als zwei Jahren? 
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Wieso verschwand Marvin vor mehr als zwei Jahren? 

Nach über zwei Jahren in Schrank gefunden

Vermisster Marvin (15): Polizei prüft mögliche Panne bei Ermittlungen nach tragischer Erkenntnis 

  • Maximilian Kettenbach
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  • Jennifer Lanzinger
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  • Naima Wolfsperger
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Zweieinhalb Jahre fehlte vom vermissten Marvin aus Duisburg jede Spur, nun wurde er gefunden. Seine Mutter suchte mit „Aktenzeichen XY“ nach ihm. 

  • Der heute 15-jährige Marvin galt mehr als zwei Jahre als vermisst. 
  • Nun entdeckten Ermittler den Jungen durch Zufall in einer Wohnung. 
  • Die Mutter des Teenagers suchte im Sommer mit der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ nach ihrem Sohn. 

Update 24. Dezember 2019, 11.34 Uhr: Unglaubliche Enthüllung im Fall des jahrelang vermissten Marvin. Hätte das Leiden von dem 15-Jährigen viel eher beendet werden können? Wie die Polizei nun selbst in einer veröffentlichten Mitteilung zugibt, hätte bereits im Sommer ein Hinweis auf den nun Festgenommenen als Tatverdächtigen im Fall Marvin vorgelegen. Dieser sei nach der Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY“ eingegangen.  

Wie die Polizei in der Mitteilung erklärt, müsse nun geprüft werden, ob diesem Hinweis mit aller Konsequenz nachgegangen wurde.  

Lesen Sie alle weiteren Informationen zu dem Fall in unserem Nachrichten-Ticker. 

Update 24. Dezember 2019, 7.44 Uhr: Wenige Tage nach der Festnahme eines 44-Jährigen in Recklinghausen ist noch immer nicht ganz klar, was in der Wohnung passiert ist. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, wurde der Mann bereits im Jahr 2018 wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Außerdem sei davon auszugehen, dass sich der vermisste Marvin mindestens zwei Jahre in der Wohnung des Mannes aufgehalten habe. 

Wie Bild nun erfahren haben will, soll die Wohnung des dringend tatverdächtigen Mannes bereits ein Jahr vor dem Verschwinden des heute 15-Jährigen durchsucht worden sein. Vor etwa einem Jahr dann die Verurteilung. Zu diesem Zeitpunkt könnte Marvin bereits in der Wohnung gelebt haben.  

Im Jahr 2009 soll der 44-Jährige zu seinem Vater in die Wohnung gezogen sein, dieser soll auch die Miete für das gemeinsame Heim gezahlt haben. Als die Beamten den 15-Jährigen in dem Schrank am Freitag entdeckten, wurde zunächst auch der 77-Jährige festgenommen. Kurze Zeit später wurde er jedoch bereits wieder auf freien Fuß gesetzt. 

Das Blatt zitiert ebenfalls einen Nachbarn des Beschuldigten. Dabei erklärt Nachbar Peter M.: „Er war immer mit jüngeren Männern zusammen, verließ selten das Haus, schickte oft den Vater zum Einkauf.“ Demnach soll der 44-Jährige oftmals gedroht haben. 

Rebecca Reusch aus Berlin gilt noch immer als vermisst. Doch gibt es nun endlich den entscheidenden Hinweis?

Update 23. Dezember 2019, 12.49 Uhr: Noch immer ist unklar, was in der Wohnung des festgenommenen 44-Jährigen geschah. Doch wie Oberstaatsanwalt Christian Kuhnert am Montag erklärt, haben Ermittler mittlerweile einen Verdacht. Demnach sei davon auszugehen, dass sich der Junge mindestens die vergangenen zwei Jahre in der Wohnung aufgehalten habe. „Und den Rest müssen wir jetzt in Ruhe nachgucken“, so Kuhnert. 

Update 23. Dezember 2019, 10.49 Uhr: Nach der Festnahme eines 44-Jährigen in Recklinghausen wird klar: der nun festgenommene Mann wurde bereits im Jahr 2018 wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Bochum. Der 44-Jährige, in dessen Wohnung der heute 15 Jahre alte Marvin entdeckt wurde, habe dabei eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erhalten. 

Unklar ist jedoch weiterhin, ob sich der 15-Jährige bereits zu der Zeit der Verurteilung im Jahr 2018 in der Wohnung des Mannes befunden habe. 

Marvin (15) war zwei Jahre lang vermisst - noch unklar, wann er zu Familie zurückkehrt

Update 23. Dezember 2019, 9.23 Uhr: Zwei Jahre fehlte von Marvin jede Spur, am Freitag entdeckten Ermittler das Kind in einer Wohnung in einem Schrank. Noch immer ist unklar, was dem 15-Jährigen widerfahren ist. Obwohl die Mutter des Teenagers überglücklich ist, wird eine Rückführung Marvins in die Familie zunächst noch andauern. 

„Die Entscheidung, was mit dem Jungen passiert, wird eine ärztliche sein und keine polizeiliche“, erklärt ein Sprecher der Polizei gegenüber der dpa. Wann Marvin zu seiner Familie nach Hause zurückkehren darf, stehe demnach noch nicht fest. 

„Aus ermittlungstaktischen Gründen werden wir in den kommenden Tagen keine weiteren Einzelheiten dazu nennen, was sich auf den Datenträgern befindet und ob der Junge auch missbraucht wurde“, erklärt der Polizeisprecher weiter am Montag. 

Marvin (15) gefunden: Mutter trifft ihn zum ersten Mal - sie berichtet tragische Details

Update 22. Dezember 2019, 15.33 Uhr: Am Samstag wurde die Wohnung des 44-jährigen Verdächtigen erneut durchsucht. Wie RTL berichtet, soll es sich dabei um eine Messie-Wohnung handeln. "Im ganzen Haus stinkt es nach Urin“, so ein Reporter. Ermittler trugen triefende Kartons mit Kinderwindeln aus der Wohnung.

Update 22. Dezember 2019, 11.30 Uhr: Nun hat sich auch Marvins Stiefvater Michael B. geäußert. Gegenüber RTL erzählte er vom ersten Kontakt seiner Frau mit Sohn Marvin: „Marvin hat nicht viel geredet.“ Seine Mutter hätte ihn aber „kaum wiedererkannt“.

Michael B. sagte dabei auch, dass Marvin sicherlich „nicht freiwillig“ im Haus der beiden Männer gelebt hat. Allerdings: Diese Auskunft steht im Widerspruch zu Angaben eines Polizeisprechers, der am Freitag gesagt hatte: „Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen zurzeit nicht vor."

Sein Stiefvater machte demnach deutlich: „Marvin geht es nicht gut." Zwar sei er körperlich in Ordnung, aber psychisch nicht. Vom zehnminütigen Treffen mit seiner Mutter sagte er, Marvin habe nicht viel erzählt. Der Wunsch des Jungen, allein mit seiner Mutter zu sprechen, wurde abgelehnt. „Die Therapeutin sagte, der erste Kontakt sollte mit ihr zusammen sein."

„Zweieinhalb Jahre ohne Kontakt, das geht nicht spurlos an einem vorbei", erklärt Michael B., was er nicht erklären muss. Er rechnet mit einer "langen Prozedur", bis klar werde, was in dieser langen Zeit passiert sei.

Gefundener Marvin (15): Mutter trifft ihn erstmals - und nennt dramatische Details ihres Sohnes

Update 22. Dezember 2019, 9.30 Uhr: Die Entdeckung des seit 2017 vermissten Marvin gibt der Polizei massive Rätsel auf. Aber auch Psychologen und die Mutter können noch nicht rekonstruieren, was mit dem Jungen in den vergangenen zwei Jahren geschehen ist. Am Freitag durfte Marvins Mutter, Manuela B., ihren Sohn endlich wieder in die Arme schließen.

„Der Typ, bei dem er gefunden wurde, muss Marvin immer manipuliert haben“, sagte die 53-Jährige der Bild am Sonntag (BaS). Der Junge habe sich an ihr festgeklammert und sie nicht mehr loslassen wollen. „Er sagte, er kam da nicht raus. Und trotzdem ist er mit denen irgendeine Bindung eingegangen. Das alles ist total hart für mich.“

Für zehn Minuten durfte die Mutter in das Zimmer ihres Sohnes. Zwei Jahre lang galt er als vermisst. Viele hatten bereits die Hoffnung verloren, Marvin lebend wieder zu finden. Schließlich durchsucht die Polizei am Freitagmorgen, 20. Dezember, in Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen, die Wohnung von Lars H. Der 44-Jährige soll Kinderpornos verbreitet haben. In einem Schrank in H.s Wohnung finden die Beamten dann Marvin. 

Duisburg: Vermisster Marvin in Schrank gefunden - Hintergründe noch unklar 

Für Manuela B. ist die Situation offenbar Wunder und Albtraum zugleich. „Ich bin so fertig. Ich durfte zehn Minuten zu Marvin ins Zimmer. Auch er ist echt fertig. Er sagte: ,Mama, ich war zweieinhalb Jahre weggesperrt, habe keine Draußenluft bekommen.‘“ Ihr Kind sei vollkommen verwahrlost gewesen, habe sich an ihr festgeklammert und gesagt: „,Mama, nimm mich mit nach Hause.‘“

Vor seinem Verschwinden 2017 lebte Marvin in einer Jugendhilfeeinrichtung im Kreis Recklinghausen. Er hatte den Tod seines Vaters nicht verkraftet und war deshalb in Betreuung. Am 11. Juni 2017 verabschiedete er sich gegen 10 Uhr von den Betreuern der Einrichtung. Dann fehlte von ihm jede Spur. Zuvor war noch aufgefallen, dass Marvin plötzlich Geld hatte. 

Marvin (15): Hatte seine Mutter bereits bei „Aktenzeichen XY“ den richtigen Verdacht?

Update 21. Dezember 2019: Noch stellt die Entdeckung des vermissten Marvin in Recklinghausen die Ermittler vor einige Rätsel. „Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen zurzeit nicht vor“, betonte ein Polizeisprecher laut der Deutschen Presse-Agentur. „Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat.“ Nähere Einzelheiten zu dem Jugendlichen machte die Polizei aus Opferschutzgründen nicht.

Laut der Bild-Zeitung Marvin ist zur Untersuchung in eine Klinik gekommen. „Er war zwei Jahre lang nicht in der Obhut von Erziehungsberechtigten“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der psychische Zustand des Jungen werde nun fachärztlich untersucht.

Marvin (15): Hatte seine Mutter bereits bei „Aktenzeichen XY“ den richtigen Verdacht?

Duisburg/Recklinghausen - Mehr als zweieinhalb Jahre fehlte von dem damals 13-jährigen Marvin jede Spur, nun endete der mysteriöse Kriminalfall in einer spektakulären Wende. Ermittler durchsuchten die Wohnung eines 44-Jährigen, wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie, dabei entdecken Beamte den mittlerweile 15-Jährigen in einem Schrank. Dort wurde der Teenager vor den Ermittlern versteckt. 

Duisburg: Vermisster Marvin in Schrank gefunden - Hintergründe noch unklar 

Die Entdeckung sorgte prompt für eine Verhaftung der beiden in der Wohnung gemeldeten Männer. Während der 44-Jährige am heutigen Samstag laut Bild einem Haftrichter vorgeführt werden soll, wurde der 77-jährige Vater des Verhafteten noch am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt. Der 15-jährige Marvin wurde laut Bild für eine Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. 

Bislang ist noch unklar, weshalb sich der 15-Jährige in der Wohnung aufgehalten hat. Und ob der 44-Jährige den Teenager gegen seinen Willen dort festgehalten hat. Auch am Samstag durchsuchen Ermittler erneut die Wohnung des Festgenommenen, was genau dem 44-Jährigen vorgeworfen wird, ist noch nicht bekannt. 

Marvin galt zwei Jahre als vermisst - Beamte durchsuchen Wohnung 

Klar ist jedoch: Die Wohnung des Verdächtigen liegt nur rund acht Kilometer von der Jugendeinrichtung entfernt, in der Marvin am 11. Juni 2017 zuletzt gesehen wurde. Warum der damals 13-Jährige aus der Einrichtung verschwand, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Die Mutter des vermissten Kindes suchte in der Zeit nach seinem Verschwinden fieberhaft nach ihrem Kind. 

Bei der Durchsuchung einer Wohnung wegen Kinderpornografie-Verdachts hat die Polizei einen seit längerem vermissten 15-Jährigen entdeckt.

Im Sommer 2019 nutzte Manuela B. für ihre Suche auch das TV-Format „Aktenzeichen XY“. In der ZDF-Sondersendung „Wo ist mein Kind?“ werden alte Vermisstenfälle neu aufgerollt. Nicht selten erscheinen die Angehörigen eines Vermissten dabei auch live in der Sendung. So auch die Mutter des damals vermissten Marvins. 

Marvin aus Duisburg: Mutter wendete sich mit „Aktenzeichen XY“ an die Öffentlichkeit

Nachdem in einem kurzen Filmbeitrag das Verschwinden des Jungen aufgerollt wurde, erhoffte sich die 53-Jährige durch den Auftritt im TV-Studio neue Hinweise auf den Aufenthalt ihres Kindes. Gemeinsam mit der Schwester des heute 15-Jährigen stellte sich Manuela B. den Fragen des Moderators Rudi Cerne. In einem dramatischen Appell wendeten sich die beiden dann auch persönlich an ihren Marvin. Doch auch Monate nach dem verzweifelten Aufruf fehlte von dem 15-Jährigen jede Spur. 

Nur durch einen Zufall entdeckten Ermittler nun den vermissten Jungen. Doch wie Ermittler bereits in der Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY“ gemeinsam mit der Mutter erklärten, stand bereits damals ein fremder Mann im Verdacht, mit dem Verschwinden Marvins zu tun zu haben. 

Marvin vermisst: Hinweisgeber gab bereits vor zwei Jahren Hinweis auf Mann 

Denn bereits drei Wochen nach dem Verschwinden des Teenagers will ein Hinweisgeber den damals 13-Jährigen mit einem unbekannten Mann in einem BMW erkannt haben. Ob der Hinweisgeber damals tatsächlich den Gesuchten gesehen hat, ist nicht bewiesen. Doch die Polizei schätzte damals bereits den Hinweis als glaubwürdig ein. Ob Mutter Manuela B. ihren Sohn mittlerweile in die Arme schließen konnte, ist nicht bekannt. 

Weitere Vermisstenfälle:

Im Fall der getöteten Maria Baumer suchte der Verlobte der jungen Frau 2012 ebenfalls live im Studio von „Aktenzeichen XY“. Nun wurde der Mann wegen dringenden Tatverdachts festgenommen. 

Rebecca Reusch ist seit Februar spurlos verschwunden. Der Vermisstenfall der damals 15-Jährigen aus Berlin ist mysteriös. Der Schwager geriet ins Visier der Ermittler.

Ein in Deutschland einzigartiger Fall wird in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ behandelt. Der Täter nahm Trophäen seines Opfers mit. Es gibt noch mehr unheimliche Aspekte an der bis heute ungelöste Bluttat. 

Ein 48-Jähriger aus Hilden wird vermisst, nun veröffentlicht die Polizei ein Bild des Gesuchten. Es herrsche akute Gefahr für Leib und Leben.

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