Hochwasser-Alarm auch in Bayern

Autos sollten in höher gelegene Gebiete gebracht werden - deutsche Großstadt kann jetzt wohl aufatmen

  • Jennifer Lanzinger
    VonJennifer Lanzinger
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Dauerregen sorgt vielerorts bereits am Mittwoch für erste Überschwemmungen. Eine deutsche Großstadt erwartete sogar eine Sturmflut, Menschen sollten den Aufenthalt im Freien meiden.

Update vom 5. Januar, 16.52 Uhr: Nach dem Dauerregen der letzten Tage ist die Hochwasserlage unterschiedlich. In einigen Regionen steigt das Wasser noch, an der Mosel und ihren Nebenflüssen geht es zurück.

Am Rhein bei Koblenz (Rheinland-Pfalz) rechnet der Hochwasserdienst weiter mit einem steigenden Pegel. Es wird erwartet, dass der Pegelstand die Fünf-Meter-Marke übersteigt. Ab 6,50 Meter wird die Schifffahrt eingestellt (siehe auch Update 11.50 Uhr). Die Feuerwehr Koblenz trifft erste Hochwasserschutz-Maßnahmen. Im Koblenzer Stadtteil Neuendorf sollen dafür die Durchgänge verschlossen werden, twittert die Feuerwehr. Im Stadtteil Ehrenbreitstein wurden vorsorglich die Hochwasserschutztore geschlossen. Für den Bereich Peter-Altmeier-Ufer wurde ein Parkverbot ausgesprochen, die Feuerwehr geht davon aus, dass im Laufe des Tages die Straße überspült wird.

Die Mosel bei Trier ist wegen Hochwasser noch gesperrt. Aktuell liegt der Pegelstand dort bei 7,10 Meter, Tendenz fallend. Das Wasser geht zurück. Am Mittwochfrüh wurden dort zwischenzeitlich 7,63 Meter gemessen. Ab einem Pegelstand von 6,95 Metern dürfen im Raum Trier keine Schiffe mehr die Mosel befahren. 

Vom Hochwasser sind in den kommenden Stunden folgende Gebiete betroffen, teilt das Wetterportal wetteronline.de mit:

  • Fulda
  • Mosel
  • Main
  • Itz
  • Wörnitz
  • Altmühl
  • Aisch

Hochwasserlage in den nächsten Tagen

In den kommenden Tagen erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine eher stabile Wetterlage. In der Nordosthälfte bleibt es am Donnerstag, abgesehen von einzelnen Wolkenfeldern, längere Zeit sonnig und trocken. In der Südwesthälfte ist es zunächst bewölkt, später ist es nach Angaben der Meteorologen auch dort länger freundlich. Im Süden und in den östlichen Mittelgebirgen sind zwar noch schwache Schnee- oder Schneeregenschauer möglich, aber diese klingen später ab. Dabei liegen die Höchstwerte zwischen null und sechs Grad.

Am wärmsten ist es an der Nordsee und am Rhein. Am Freitag erwartet der DWD von Schleswig-Holstein bis zur Eifel leichten Schneeregen oder nassen Schnee - ab 200 bis 300 Meter sogar wenige Zentimeter Neuschnee. Die Tiefstwerte im Nordwesten und Westen dürften zwischen vier und minus ein Grad betragen. Im Rest des Landes herrscht leichter bis mäßiger Frost zwischen minus einem und minus acht Grad, an den Alpen wird es örtlich auch kälter. Während es am Freitag im Südosten länger sonnig und trocken bleibt, werden von Nordwesten und Westen südostwärts ausgreifende Niederschläge erwartet. In einem Streifen vom Südwesten in den Nordosten ist zeitweilig leichter Schneefall, in tiefen Lagen auch Schneeregen möglich. Vor allem im Bergland droht Glättegefahr.

Hochwasser-Alarm: Deutsche Großstadt kann wohl aufatmen

Update vom 5. Januar, 12.05 Uhr: Aufatmen in Hamburg, die erwartete Sturmflut ist nach einem Bericht ausgeblieben. Wie die Kieler Nachrichten berichten, sollen die Pegel in Hamburg am Morgen knapp unter der Sturmflutgrenze gelegen haben. Wasser sei auf den berühmten Hamburger Fischmarkt übergelaufen, größere Überflutungen seien jedoch ausgeblieben. Wie das Portal jedoch unter Berufung auf einen Sprecher des des Bundesamtes für Schifffahrt und Hydrographie weiter berichtet, soll eine Vorhersage auch einen Anstieg der Pegel für den heutigen Abend befürchten lassen. „Allerdings kommen die Werte durch den abnehmenden Wind dann nicht mehr ganz so hoch“, so der Sprecher gegenüber den Kieler Nachrichten.

Das frühmorgendliche Hochwasser hat Teile des Hamburger Fischmarkts überflutet.

Leichtes Hochwasser beeinträchtigt Schifffahrt auf Mosel und Rhein

Update vom 5. Januar, 11.50 Uhr: Ein leichtes Hochwasser beeinträchtigt nach vielem Regen die Schifffahrt auf Mosel und Rhein. Am Mosel-Pegel Trier wurde laut dem Hochwassermeldezentrum Rheinland-Pfalz in der Nacht auf Mittwoch ein Höchststand von 7,63 Metern erreicht - und damit seit dem Überschreiten von 6,95 Metern die Schifffahrt streckenweise vorübergehend eingestellt. Nach dem Nachlassen des Regens fiel der Wasserstand in Trier wieder. An den Pegeln weiter moselabwärts sollten die Höchststände erst im Laufe des Mittwochs erreicht werden.

Am Mittelrhein wurde laut dem Meldezentrum die Hochwassermarke I im Bereich Koblenz und Andernach überschritten. Binnenschiffe mussten deshalb hier ihr Tempo drosseln und in der Mitte der Fahrrinne bleiben. Für die Nacht zu diesem Freitag rechnen die Experten am Pegel Kaub mit einem Höchststand von 4,70 Metern und am Pegel Koblenz mit maximal 5,50 Metern. Ein Pegelstand ist eine relative, von einem willkürlich festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. In Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet, erwartete die Feuerwehr nach Angaben vom Mittwoch die Überschwemmung einzelner Uferstraßen. Hochwasserschutztore in der Stadt sollten geschlossen und nahe dem Deutschen Eck ein Parkverbot verhängt werden.

Ursprungsmeldung vom 5. Januar 2022: Hamburg - Dauerregen, frische Temperaturen und nun erste Überschwemmungen, das Wetter im neuen Jahr kann sich bislang alles andere als sehen lassen. Das regnerische Wetter hat bereits in der Nacht zu Mittwoch, 5. Januar 2022, einzelne Flüsse im Norden und Osten Bayerns über die Ufer treten lassen. Eine deutsche Großstadt erwartet am Mittwoch sogar eine Sturmflut.

Großstadt erwartet Sturmflut - Regen sorgt vielerorts bereits für erste Überschwemmungen

So galt in Bayern für die Itz am Pegel Schenkenau, für die Steinach im Neustädter Stadtteil Fürth am Berg und den Main in Mainleus am Mittwochmorgen laut Hochwassernachrichtendienst die zweithöchste Hochwassermeldestufe 3. Der Regen bei Cham erreichte die Stufe in der Nacht zum Mittwoch kurzfristig, unterschritt sie am Morgen aber bereits wieder. Zudem könnte laut aktueller Vorhersage auch an der Aisch bei Laufermühle bis Donnerstag Stufe 3 erreicht werden. Insgesamt gibt es bei Hochwasserwarnungen vier Meldestufen. Meldestufe 3 bedeutet, dass einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet werden, ortsübergreifende Verkehrsverbindungen gesperrt und vereinzelte Einsätze der Wasser- oder Dammwehr notwendig sind.

Auch in Südhessen hat der Regen bereits jetzt für erste Überschwemmungen gesorgt. Wegen eines übergelaufenen Bachs in Reinheim (Kreis Darmstadt-Dieburg) sei eine Straße gesperrt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Auch in Hirschhorn (Kreis Bergstraße) kam es laut Polizei zu einer Straßenumleitung. Zudem trat die Kinzig an einigen Stellen über, einzelne Straßenabschnitte wurden gesperrt.

Droht nun die Sturmflut in Hamburg? Menschen sollen insbesondere den Hafen meiden

Im Hamburg wird am Mittwoch währenddessen eine Sturmflut erwartet. Wie Bild unter Berufung auf die Polizei berichtet, soll am Mittwoch eine Sturmflut mit rund 3,65 Metern Normalhöhennull erwartet werden. Aus diesem Grund sollen tiefliegende Gebiete und auch der Hamburger Hafen weiträumig verlassen werden. Auch Autos sollen in höher gelegene Gebiete gebracht werden. Wie das Blatt weiter berichtet, sollen auch Nachbarn vor dem nahenden Hochwasser gewarnt werden, der Aufenthalt im Freien soll insgesamt gemieden werden.

Erst im Sommer hatte Hochwasser zahlreichen Menschen das Leben gekostet. Die Folgen der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind dramatisch.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa

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