Die Gründer von „aumio“, der Achtsamkeits-App für Kinder, wollen 150.000 Euro für 10 Prozent ihrer Firmenanteile.
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Die Gründer von „aumio“, der Achtsamkeits-App für Kinder, wollen in „Die Höhle der Löwen“ 150.000 Euro für 10 Prozent ihrer Firmenanteile.

Platzt der Deal in Folge 6?

Höhle der Löwen (VOX): Dramatischer Pitch - Nils Glagau fühlt sich von „aumio“-Gründern beleidigt

  • Sabine Kohl
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Die Achtsamkeits-App „aumio“ soll Kindern dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Vier junge Gründer aus Berlin wollen die Investoren bei „Die Höhle der Löwen“ (VOX) von ihrem Produkt überzeugen. Das scheint ihnen auch zu gelingen. Doch was dann passiert, können die Löwen kaum glauben.

Köln - Das hat es bei „Die Höhle der Löwen“ (VOX) wohl auch noch nicht gegeben: Alle fünf Investoren - Dagmar Wöhrl ohne Schuhe - stehen mit geschlossenen Augen vor ihren Stühlen und meditieren. Der Grund sind vier junge Gründer aus Berlin, die den Löwen die Kinder-Achtsamkeits-App „aumio“ vorstellen. 150.000 Euro für 10 Prozent ihrer Firmenanteile wünschen sie sich.

„aumio“ soll Kindern, etwa mit ADHS oder anderen psychischen Belastungen, helfen, zur Ruhe zu kommen. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sich das anfühlt“, erläutert Jean Ochel. „Als Kind und auch als Jugendlicher hatte ich mit ADHS und Angstsymptomen zu tun.“ Bis heute habe er damit zu kämpfen, wisse aber damit umzugehen. Denn im Psychologie-Studium habe er Achtsamkeits-Übungen für sich entdeckt. Das Wissen, das er heute habe, hätte er sich aber schon als Kind gewünscht.

„Die Höhle der Löwen“ (VOX): Nils Glagau fühlt sich von „aumio“-Gründern beleidigt

Und so kam Jean, zusammen mit seinem Mitbewohner aus Studientagen, Tilmann Wiewinner, auf die Idee zu „aumio“. Mittlerweile gehören auch Felix Noller und Simon Senkl zum Start-Up-Team. „Mit ‚aumio‘ lernen Kinder in spielerischen Geschichten und Meditations-Übungen mit mentalen Herausforderungen umzugehen“, so Jean Ochel.

OriginaltitelDie Höhle der Löwen
Erstausstrahlung19. August 2014 auf VOX
ProduktionsfirmaSony Pictures Television
Episoden90+ (+2 Specials) in 9 Staffeln
Aktuelle JuryJudith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler, Nils Glagau, Nico Rosberg
ModerationAmiaz Habtu

Um zu zeigen, was ihre App kann, lassen die vier Gründer dann auch gleich die Investoren in „Die Höhle der Löwen“ (VOX) meditieren. Entspannt und mit geschlossenen Augen stehen Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel vor ihren Stühlen. „Dein Körper ist ganz entspannt“, tönt eine sanfte Frauenstimme durch das Kölner Fernsehstudio. „Stell dir jetzt vor, du bist ein Grashalm, der sich im Wind ganz leicht hin und her bewegt.“

Zum Schluss der Übung ertönt ein heller Gong. „Oah, ich hab gewackelt. Haben wir alle gewackelt?“, will Ralf Dümmel von seinen Mit-Löwen wissen. „Klar, wir waren ein Grashalm im Wind“, entgegnet Georg Kofler. Das Start-Up „aumio“ arbeitet mit Übungen und Kursen, die so laut eigener Aussage auch in der Psychotherapie verwendet werden. Weshalb die Gründer auch eine Zulassung auf dem Medizinmarkt anstreben. Die „Die Höhle der Löwen“-Investoren sind in der VOX-Sendung begeistert.

„Darf ich euch mal ein Kompliment machen“, lobt Nils Glagau die vier Berliner. „Ich beschäftige mich auch schon lange mit dem Thema.“ Als Antwort auf ADHS habe es viel zu lange nur Ritalin gegeben, das bekannteste Medikament gegen das Syndrom. Carsten Maschmeyer interessiert sich eher für den potenziellen Markt für die App: Vier Millionen Kinder allein in Deutschland, die mit ADHS diagnostiziert wurden, antworten die Gründer. Aber auch auf den englischsprachigen Markt streben sie.

„Höhle der Löwen“ (VOX): Nils Glagau macht „aumio“-Gründern großes Kompliment

Und dann geht es ans Eingemachte: Georg Kofler und Ralf Dümmel sind schnell raus, das Produkt passt nicht in ihr Profil. Doch im Hintergrund herrscht reges Treiben in der „Höhle der Löwen“ (VOX). Nils Glagau berät sich mit Carsten Maschmeyer, sie wollen gemeinsam als Investoren einsteigen. Doch auch Dagmar Wöhrl will mitmischen.

„Ich bin interessiert. Mir liegt das Thema ADHS richtig am Herzen. Ich würde gerne mitmachen“, wispert sie im Zwiegespräch mit Carsten Maschmeyer. „Frag mal Nils. Dann machen wir es zu dritt“, antwortet dieser. Doch drei sind Nils Glagau einer zu viel: „Dann mache ich es lieber allein.“ Und wirbt auch gleich bei den Gründern: „Ich hab von Anfang an gesagt: ‚Wow‘. Wir haben einen Riesen Außendienst, wir erreichen zigtausend Ärzte, wir stehen auf Wissenschaft. Da passt einfach alles zusammen.“ Dennoch will er gemeinsam mit Carsten Maschmeyer einsteigen. „Denn ich glaube, dieses im Doppelpack könnte euch noch mal viel, viel weiter katapultieren.“

Der Haken: 10 Prozent für 150.000 Euro sind den beiden „Höhle der Löwen“-Investoren zu wenig. Sie möchten 20 Prozent. Dagmar Wöhrl hält sich in der VOX-Gründershow zunächst raus. Die Gründer zögern, ziehen sich zur Beratung zurück. 20 Prozent wollen sie nicht abgeben. Vor allem Tilmann Wiewinner besteht auf der vorher ausgemachten Schmerzgrenze: Maximal 12 Prozent der Anteile wollen die vier abgeben.

Investor Nils Glagau hat großes Interesse an „aumio“. Doch die Verhandlungen gestalten sich dramatisch.

Und jetzt beginnt das Geschacher: Auch Glagau und Maschmeyer sind nicht zu Kompromissen bereit. Sie bestehen auf 20 Prozent. „Ich glaube, ihr macht einen großen Gedankenfehler“, argumentiert Löwe Carsten Maschmeyer. „Ihr habt momentan einen Flachdach-Bungalow, aber wir können da einen Riesenwolkenkratzer draus machen. Davon habt ihr dann zwar nur 80 Prozent, aber jetzt habt ihr 100 Prozent auf dem Zeichenblock. Ich würde euch dringend bitten, noch mal nachzudenken.“

Das tun die vier - und weichen dennoch kein Jota von ihrem Angebot ab: „Wir würden das gerne machen, aber nicht in dem Maße.“ Ein letztes Angebot werfen dann doch noch Glagau und Maschmeyer in den Ring. Sie erhöhen ihr Angebot um 50.000 Euro, bestehen aber auf 20 Prozent. Ralf Dümmel schaut schon auf die Uhr. „Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um zehn Minuten“, flachst er.

Harte Verhandlungen in „Die Höhle der Löwen“ (VOX): Gründer zeigen sich unflexibel

Doch auch das neue Angebot lehnen die „aumio“-Gründer ab. Der Deal scheint geplatzt. Doch da schaltet sich Dagmar Wöhrl wieder ein. Sie würde auch für fünf Prozent Anteile einsteigen und Nils Glagau ersetzen - es geht also jetzt noch um 15 Prozent Anteile. Als die vier wieder ablehnend reagieren, macht Carsten Maschmeyer kurzen Prozess: „Wir können das hier abkürzen. Ihr erkennt im Moment nicht den Vorteil, denkt zu viel in Prozenten. Also ich bin raus.“

Maschmeyer ist enttäuscht: „Die machen da einen großen Fehler“. „Ihr dürft da aber jetzt auch nicht beleidigt sein“, schaltet sich Georg Kofler ein. „Doch, ich finde, da darf man auch mal beleidigt sein“, entgegnet Nils Glagau. Anders sehen das die Gründer: „In dem Moment, in dem so hart an unserer eigentlich fairen Unternehmensbewertung vorbeigehandelt wird, haben wir nicht mehr das Gefühl, ein Ziel zu haben“, bilanziert Jean Ochel die dramatischen Minuten in der „Höhle der Löwen“ (VOX).

„Die Höhle der Löwen“ (VOX): Nils Glagau ist beleidigt - Gründer zweifeln an gemeinsamem Ziel

Diese Produkte sind außerdem in der 6. Folge der „Höhle der Löwen“ zu sehen:

- „Pottburri“, ein Blumentopf, der aus den Abfällen von Sonnenblumenkernen hergestellt ist. Er soll die Flut an Plastikmüll eingrenzen, die durch die bisher genutzten Pflanztöpfe entsteht. Die Geschwister Antonia (Toni) und Alexander (Alex) Cox erhalten einen Deal von Ralf Dümmel: 150.000 Euro für 20 Prozent Unternehmensanteile.

- „Haselherz“, eine Nuss-Nougat-Creme ohne künstlichen Zucker oder Palmöl. Gründerin Ebru Erkunt versucht schon seit fünf Jahren, in die „Höhle der Löwen“ zu kommen. Sie geht mit einem Deal von Ralf Dümmel - 80.000 Euro für 25 Prozent an „Haselherz“ - überglücklich nach Hause.

- „Coffee Colorato“, ein Getränkedrucker, der Milchschaum auf Heißgetränken mit personalisierten Sprüchen oder Bildchen versieht. Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer sind überzeugt. Gemeinsam steigen sie ein und investieren 175.000 Euro für 25 Prozent Unternehmensanteile. Die Geschichte hinter der Unternehmensgründung sorgte bei den Löwen für einen Gänsehautmoment*, wie extratipp.com berichtet.

- „Steadify“, ein bewegliches Kamerastativ, das mithilfe eines Gürtels auf der Hüfte stabilisiert wird. Der 83-jährige Fotograf und Filmemacher Gert Wagner ist der älteste Gründer, den die Höhle je gesehen hat. Mit seinem Sohn Tobias stellt er den Investoren sein Produkt vor. Allerdings: Den Löwen bleiben zu viele Fragen offen, es gibt keinen Deal.

Video: „Die Höhle der Löwen“ - Das sind die erfolgreichsten Produkte

Und das gab es bisher in der 9. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ (VOX) zu sehen: In der ersten Folge bietet Georg Kofler den Gründern des feuchten Klopapiert „bideo“ einen Blitzdeal an, in Folge 2 droht eine Boxerin den Löwen, in der dritten Folge sorgte der essbare Löffel „Kulero“ für einen Investoren-Wettstreit. In der Woche darauf verursachte die Seifenbrause „Sause“ bei Judith Williams hohen Blutdruck. Und in der fünften Folge beäugt Löwe Georg Kofler einen vermeintlichen Drogen-Deal misstrauisch.

Höhle der Löwen (VOX) : Staffel 9 - Sendetermine und Stream

Immer montags um 20.15 Uhr ist „Die Höhle der Löwen“ seit dem 22. März 2021 auf VOX zu sehen. Staffel 9 umfasst 12 Folgen, die nach Ausstrahlung der Folge im Fernsehen über den RTL-Streamingdienst TVNow zu finden sind. Wiederholungen der Montags-Folge im TV zeigen zudem VOXup freitags um 20.15 Uhr und ntv am Sonntag um 15.10 Uhr. Die letzte Folge der 9. Staffel ist am 7. Juni 2021 zu sehen. Eine zehnte Staffel der TV-Sendung ist bereits bestellt, ob sie wie gewohnt im Herbst ausgestrahlt werden kann, ist allerdings noch unklar. *extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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