Hubert Koch aus Mönchengladbach präsentiert mit der „Winemaster Bottle“ die Weinflaschen Revolution.
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Hubert Koch aus Mönchengladbach präsentiert mit der „Winemaster Bottle“ die Weinflaschen Revolution.

Vor dem Abfluss retten

Höhle der Löwen (VOX): Mit „Winemaster Bottle“ wird Wein länger haltbar - Ein Detail macht Investoren stutzig

  • Alina Hoßfeld
    vonAlina Hoßfeld
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Hubert Koch möchte mit seiner „Winemaster Bottle“ viele gute Weinreste vor dem Ausguss retten. Kann er mit seiner speziellen Flaschenkonstruktion einen - oder gar mehrere - der Investoren in „Die Höhle der Löwen“ (VOX) überzeugen?

Köln - „Ich habe mich in den Weinhandel verliebt“, sagt Gründer Hubert Koch vor seinem Pitch in „Die Höhle der Löwen“ (VOX). Bereits seit 2001 hat der 62-Jährige eine eigene Weinhandlung - doch nur besonders edle Tropfen findet man hier: Sein teuerster Wein liegt bei 5000 Euro pro Flasche.

Aus Erfahrung weiß Koch: Ist eine Flasche erstmal angebrochen, hat sie ein ganz gewöhnliches Problem. In einer offenen Flasche wird der Wein schnell schlecht und nach nur wenigen Tagen ist er ungenießbar. „Man kann nicht jedes Mal einen Wein an einem Abend leer trinken, und einen Wein zu verwahren ging bis heute nicht. Die Hilfsmittel, die es gibt, haben mich nie befriedigt“, erklärt Koch. Und aus dieser Unzufriedenheit heraus hat er die „Winemaster Bottle“ erfunden.

Höhle der Löwen (VOX): Mit der „Winemaster Bottle“ von Hubert Koch bleibt Wein länger haltbar

Für seine „Winemaster Bottle“, eine spezielle Flaschenkonstruktion, nimmt der Ingenieur ein Darlehen in Höhe von 300.000 Euro auf. Das Geld steckt er in die Produktion seiner Erfindung. Doch nur in China fand er einen Lieferanten, der eine geringe Auftragsmenge produzieren wollte: 200.000 Flaschen für je 7 Euro. „Ich bin ein guter Lösungsgeber für technische Dinge aber ein grottenschlechter Verkäufer. Ich glaube nicht, dass ich das alleine auf den Weg bringen kann“, sagt der 62-Jährige. Noch ist die Ware nicht da, kein einziges Produkt verkauft und Koch hat keine Marketingkampagne sowie keine Vertriebspartner oder Verkaufsstellen. Wird ein Löwe investieren? Für 100.000 Euro und bietet er den Löwen 30 Prozent seiner Firmenanteile an.

OriginaltitelDie Höhle der Löwen
Erstausstrahlung19. August 2014 auf VOX
ProduktionsfirmaSony Pictures Television
Episoden90+ (+2 Specials) in 9 Staffeln
Aktuelle JuryJudith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler, Nils Glagau, Nico Rosberg
ModerationAmiaz Habtu

„Jeder, der gerne mal ein Glas Wein trinkt, hat das schon erlebt: Die Gäste sind gegangen und auf dem Tisch steht noch angebrochener Wein. Dieser ist nicht mehr lange haltbar, und das liegt an dem Sauerstoff in der Flasche“, erklärt der Gründer den Löwen. Denn durch den Sauerstoff in der Flasche wird der Wein schnell ungenießbar, und so landet ein guter Tropfen leider oft im Ausguss. Mit der „Winemaster Bottle“ hat er ein Produkt entwickelt, mit dem man den Sauerstoff aus der Weinflasche verdrängt. Sie besteht aus vier Teilen: einer Glasflasche, einem separatem Glasboden, einem Push-Up-Stand und einem Ventilverschluss.

Die Anwendung ist ganz einfach: „Ich nehme den Verschluss und setze ihn in die Flasche, und dann schiebe ich den Glasboden von unten in die Flasche ein. Mit einem kurzen Druck auf den Verschluss entlüfte ich die Flasche, der Boden wird fest, und jetzt kann ich den Wein aus der angebrochenen Flasche umfüllen. Danach setzt ich den Verschluss wieder ein. Mit dem Push-Up-Stand drücke ich dann den Glasboden bei gedrücktem Ventil Richtung Flaschenhals. So steigt der Wein an und verdrängt den Sauerstoff aus der Flasche“, erklärt Koch. Jetzt soll man den Wein deutlich länger genießen können, und kein Tropfen muss im Ausguss landen.

Die Löwen sind interessiert: Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl und Georg Kofler kommen nach vorne, um sich die „Winemaster Bottle“ genauer anzuschauen und testen den Mechanismus. „Super Idee“, sind sich die drei Löwen einig. „Ich teile mit ihm die Passion für Wein und für die Weinkultur und ich weiß nicht, wie wirksam diese Erfindung hier ist. Denn der Wein ist ein Organismus, der sich Minute für Minute nach der Öffnung entwickelt. Wie geht dieser Prozess in der „Winemaster Bottle“ weiter und wie schmeckt der Wein?“, will Georg Kofler wissen. Gründer Hubert Koch erklärt, dass dieser Prozess gestoppt wird und der Wein solange wie möglich gut schmeckt. Doch ist seine Antwort überzeugend?

Die „Löwen“ (von links) Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel und Dr. Georg Kofler nehmen die „Winemaster Bottle“ von Hubert Koch (zweiter von rechts) genau unter die Lupe.

Für Nils Glagau spielt der Preis der Flasche eine Rolle: für 29,95 Euro soll sie laut Koch im Handel erhältlich sein. Der Einkaufspreis liegt bei etwa acht Euro, und auch ein Patent ist schon angemeldet. Doch Koch ist sicher: „Ein Patent dauert etwas länger. Man recherchiert ja auch vorher und anscheinend bin ich der Erste, der nach 350 Jahren Weinflasche den Boden abschnitten hat.“ Und dann geht es um die bereits 200.000 bestellten Flaschen: Die Löwen sind schockiert über die große Menge.

„Was machen Sie damit? Oder haben Sie eine große Weinhandlung und bekommen die Flaschen dort locker verkauft?“, fragt Judith Williams. Und Hubert Koch sagt lachend: „Das fragt meine Frau auch immer. Mein vor 15 Jahren gegründeter Weinhandel arbeitet ausschließlich mit Weinen, die eine lange Lagerzeit haben. Ich habe erst vor eineinhalb Jahren den ersten Wein verkauft. Geld habe ich als Industriedesigner in meinem eigenen Betrieb verdient.“ Laut Koch werden im Jahr 60 Millionen Liter Wein - 80 Millionen Flaschen - in den Ausfluss gekippt. Dafür benötigen Winzer rund 7 Milliarden Liter Wasser, 7 Millionen Liter Diesel, um die Flaschen von A nach B zu fahren und 2,5 Millionen Kilogramm Co2 gelangen in die Atmosphäre.

Löwen sind schockiert: Gründer Hubert Koch hat bereits 200.000 „Winemaster Bottle“ produziert

„Sie haben schon 200.000 Flaschen produziert. Was erwarten Sie von einem Löwen?“, will Nils Glagau wissen. „Ich bin talentfrei beim Vertrieb und suche jemanden, der den Schlüssel in der Hand hat, um den Konsumermarkt zu erobern. Ich habe einige Tausende, wo ich hin liefere, wenn die da sind. Aber ich würde mich wohler fühlen, wenn ich jemanden mitnehmen würde“, sagt Koch. Judith Williams ist als erste Löwin raus. Nils Glagau und Dagmar Wöhrl sind jedoch interessiert an einer Zusammenarbeit. „Ich habe so etwas noch nie gesehen. Ein einzigartiges und innovatives Produkt. Wir bieten Ihnen 100.000 Euro für 30 Prozent“, sagt Wöhrl. Und auch Ralf Dümmel und Georg Kofler möchten investieren: Beide bieten ebenfalls 100.000 Euro für 30 Prozent. Drei Deals stehen zur Auswahl. Die Entscheidung fällt Hubert Koch schwer. Am Ende ist es Ralf Dümmel.

Das sind die weiteren Produkte in der neunten Folge von „Die Höhle der Löwen“ (VOX):

- „mellow NOIR“, eine Naturkosmetik-Linie zur Hautpflege. Gründer Julian Köster extrahiert aus dem Kaffeesatz, dem verbrauchten Kaffeemehl, das Kaffeeöl und stellt daraus die Kosmetik her. Am Ende wollen Georg Kofler, Judith Williams und Ralf Dümmel investieren: Der Gründer entscheidet sich für Judith Willams und bekommt 100.000 Euro für 35 Prozent Firmenanteile.

- „SMINNO“, ein sprachgesteuertes Cockpit-System und eine Freisprechanlage für Zweiräder. Das Cockpit-System besteht aus einer App und einer Smartphone-Halterung. Am Ende gibt es keinen Deal.

- „Marschpat“, ein digitales Notenbuch, das Blasmusikern die Möglichkeit bietet, Noten von bekannten Verlegern und Komponisten digital anzuzeigen und zu managen. Zudem können Musikvereine ihre Mitglieder, Auftritte und Proben organisieren. Auch hier gibt es keinen Deal.

- „mysleepmask“, eine Kombination aus Schlafmaske, Ohrenstöpsel und Gelpads. Sie soll einen besseren Schlaf ermöglichen und somit gegen Migräne helfen. Ralf Dümmel und Nico Rosberg unterstützen mit 100.000 Euro für 40 Prozent Firmenanteile.

Video: Das sind die größten Erfolgsgeschichten bei „Die Höhle der Löwen“

Und das gab es bisher in der 9. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ (VOX) zu sehen: In der ersten Folge bietet Georg Kofler den Gründern des feuchten Klopapiers „bideo“ einen Blitzdeal an, in Folge 2 droht eine Boxerin den Löwen, in der dritten Folge sorgte der essbare Löffel „Kulero“ für einen Investoren-Wettstreit. In der Woche darauf verursachte die Seifenbrause „Sause“ bei Judith Williams hohen Blutdruck. Und in der fünften Folge beäugt Löwe Georg Kofler einen vermeintlichen Drogen-Deal misstrauisch. Eine Woche später in der sechsten Folge von „Die Höhle der Löwen“ sorgten die Gründer der Achtsamkeits-App „aumio“ für Wirbel, als sie kompromisslos jeden Verhandlungsvorschlag der Investoren Carsten Maschmeyer und Nils Glagau ablehnten. In Folge 7 wollte Michael Heide den Markt der Tapezierbürsten revolutionieren. Andreas Tatzel hat in der vergangenen Woche seine ganz eigenen Wurst-Kreationen präsentiert: Sie werden nicht aus Fleisch hergestellt, sondern aus Fisch.

Höhle der Löwen (VOX) : Staffel 9 - Sendetermine und Stream

Seit dem 22. März 2021 zeigt der Privatsender VOX immer montags um 20.15 Uhr eine neue Folge von „Die Höhle der Löwen“. Die 12 Folgen der aktuell laufenden Staffel 9 sind jeweils nach Ausstrahlung der Folge im Fernsehen über den RTL-Streamingdienst TVNow zu finden. Im TV zeigen zudem VOXup freitags um 20.15 Uhr und ntv am Sonntag um 15.10 Uhr Wiederholungen der Montags-Folge. Die letzte Folge der 9. Staffel ist am 7. Juni 2021 zu sehen. Eine zehnte Staffel von „Die Höhle der Löwen“ ist bereits bestellt, ob sie bereits im Herbst ausgestrahlt werden kann, ist allerdings noch unklar.

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