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Ein gutes Händchen beim Tippen: 187 Lotto-Millionäre in nur einem Jahr

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Endlich im Lotto gewinnen - die Wahrscheinlichkeit dafür ist verschwindend gering. Dabei gibt es gar nicht so wenige neue Lotto-Millionäre. Nur einer gewinnt immer.

Hannover - Wenn man den Lottogewinn doch nur fest einplanen könnte - der beste Freund bekommt ein Auto, man selbst kauft sich einen alten Bauernhof. Oder bezahlt die hohen Energiekosten. Aber von wegen: Wer Lotto spielt, der weiß, wie dicht man daneben tippen kann, ohne auch nur einen Euro zu gewinnen.

Lotto: Ein gutes Händchen beim Tippen - 187 Millionäre in einem Jahr

Im vergangenen Jahr wurde die Gewinnzahl 49 beim Lotto-Klassiker „6 aus 49“ am häufigsten gezogen - dicht gefolgt von der 1 und der 16. Die Zahl wiederum, die seit der ersten Ziehung 1955 am seltensten gezogen wurde, ist die 45. Aber taugt das als Geheimtipp? Kaum etwas dürfte so unwahrscheinlich sein wie Lotto-Millionär zu werden.

Aber es gibt diese Glückspilze: 2022 waren es mehr als noch ein Jahr zuvor. Bundesweit 187 neue Lotto-Millionäre strichen im vergangenen Jahr die ersehnten Gewinne ein, 2021 waren es 181 Millionengewinne.

Lotto
2022 wurden insgesamt 7,97 Milliarden Euro für Lotterien ausgegeben. © Bernd Settnik/dpa

Den höchsten je in Deutschland erzielten Lotteriegewinn von 120 Millionen Euro kassierte im vergangenen November ein Eurojackpot-Spieler aus Berlin, wie der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) am Mittwoch in Hannover mitteilte. Ein Gewinn von mehr als 110 Millionen Euro ebenfalls im Eurojackpot ging im Mai 2022 nach Nordrhein-Westfalen. Der mit 45 Millionen Euro dritthöchste Gewinn des vergangenen Jahres ging im April nach Hessen - bei „6 aus 49“.

Wie unwahrscheinlich ein solcher Millionengewinn ist, erklärte der Mathematiker und Lotto-Experte Norbert Herrmann, der bis 2007 an der Uni Hannover lehrte, schon vor Jahren: Alle glaubten, sie seien irgendwann mal dran mit dem Gewinn, aber dafür sei die Zahl der Möglichkeiten viel zu groß: „Jeder Tipp ist gleich wahrscheinlich. Ein gewiefter Mathematiker hat auch keine Vorteile.“ Und was die glücklichen Gewinner mit den Riesensummen machen, wird nur in den seltensten Fällen bekannt - zumal die Lotteriegesellschaften zu äußerster Diskretion raten.

Die meisten Millionengewinne flossen 2022 nach Nordrhein-Westfalen (45), gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg (je 31) sowie Niedersachsen (15). 1200 Mal wurden in Deutschland Lottogewinne von mindestens 100.000 Euro an Gewinner überwiesen - 2021 gab es dies 992 Mal.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 7,97 Milliarden Euro für Lotterien ausgegeben - im Vergleich mit 2021 ein leichtes Plus von 0,9 Prozent. „Trotz der wirtschaftlichen und geopolitischen Lage haben die Deutschen auch in 2022 ihr Glück gesucht“, sagte Axel Holthaus, Geschäftsführer der federführenden Lotteriegesellschaft Lotto Niedersachsen. Über alle Spielarten hinweg seien 3,9 Milliarden Euro an Gewinnen ausgeschüttet worden.

Änderungen in 2023: Neue Ziehungsgeräte für Lotto „6aus49“ und neue Lottokugeln

Deutschlands beliebteste Lotterie blieb der Glücksspielklassiker „6 aus 49“: Mit einem Einsatz von rund 3,84 (2021: rund 4) Milliarden Euro kam die Lotterie auf einen Anteil von knapp 50 Prozent am Gesamtspieleinsatz. „Der leichte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr lässt sich durch die weniger langen Jackpot-Phasen erklären“, sagte Holthaus. Den zweiten Rang der beliebtesten Lotterien verteidigte der in 18 Ländern angebotene Eurojackpot - mit Einsätzen von rund 1,76 (2021: 1,4) Milliarden Euro und einem Anteil von 22,06 Prozent.

Wer wie immer von den Lotterien profitierte, war der Staat. Die Landeshaushalte kassierten rund 3,18 (2020: 3,2) Milliarden Euro an Steuern und Abgaben - für Wohlfahrt, Sport, Kultur, Denkmalpflege und Umweltschutz.

Eines ändert sich vom 18. Januar an: Dann kommen neue Ziehungsgeräte für Lotto „6aus49“ und neue Lottokugeln zum Einsatz. Sven Osthoff, ebenfalls Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen, sagte: „Die aktuellen Maschinen gehen nach mehr als 60 Jahren und über 2300 gezogenen Lotto-Millionären in den wohlverdienten Ruhestand.“ (dpa)

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