Große Schäden

Plage im Südwesten: Deshalb sind Maikäfer so gefährlich

  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
    schließen

Der Südwesten Deutschlands ist von der Maikäfer-Plage am meisten betroffen. Vor allem Landwirte sind besorgt. Aber warum?

Sie sind groß, dunkel, fliegen wild durcheinander, stoßen mit allem zusammen, was ihnen in die Quere kommt und brummen wie Hummeln. Im ersten Moment denken viele sogar wirklich, dass es sich dabei um große Hummeln handelt. Doch das ist falsch. Es sind die sogenannten Frühlingsvorboten: Maikäfer. Einst dachte man sie wären ausgestorben, doch in den letzten Jahren haben sich vor allem Feld- und Waldmaikäfer immer mehr verbreitet.

Maikäfer-Plage im Südwesten: Sind die Insekten für Menschen gefährlich?

Wenn es zu viele werden, kann das richtig nervig werden - und nicht nur das! Für Landwirte werden sie dann zu einem großen Problem. Wie derzeit in Bayern. Dort schlüpfen zurzeit massenhaft Maikäfer aufgrund der guten Wetterverhältnisse. In riesigen Schwärmen fliegen sie über Straßen, Felder und Höfe*, wie auch echo24.de* berichtet. Naturschützer hatten die Plage schon kommen sehen. Ganz Süddeutschland könnte bald davon betroffen sein.

Viele Menschen sind verunsichert, weil die torkelnde Flugweise der Käfer, wenn sie direkt auf einen zufliegen, bedrohlich wirkt. plantopedia.de gibt jedoch Entwarnung. Denn: Die Käfer sind einfach nicht so gut im Fliegen wie andere Insekten. Menschen brauchen vor den Fluginsekten also keine Angst zu haben, sie sind ungefährlich.

Maikäfer richten große Schäden an: Aber nicht der Käfer selbst - sondern die Larve

Gefährlich könnten sie für Pflanzen und Rasen werden, aufgrund ihres großen Appetits. Daher haben Bauern auch so große Sorgen. Die Tiere verputzen ganze Weiden - die Futtererträge bleiben aus. Das ganze wieder anzusäen verursacht enorme kosten, wie Landwirt Siegfried Jäger auf ntv berichtet. 30.000 Euro hat er bereits für den Schaden der Maikäfer bezahlt. Aufgrund eines massenhaften Maikäfer-Schlüpfens im Süden Deutschlands* fürchten Bauern um ihre Ernte im nächsten Jahr wie 24garten.de* vermeldet.

Das Problem mit der Maikäfer-Plage hängt mit dem Fortpflanzungszyklus zusammen. Die Insekten legen ihre Eier im Boden ab. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Engerlinge und verbringen dort die nächsten zwei bis vier Jahre. Und vor allem diese Larven schädigen durch Wurzelfraß meist mehr als die Käfer. Anfangs ernährt sich die Larve von Hummus, später von zarten Kraut- und Graswurzeln. Am Ende frisst die Larve sogar Baumwurzeln, was dazu führen kann, dass junge Bäume sterben.

Maikäfer-Plage im Südwesten - deshalb schlüpfen alle gleichzeitig

Kurz vor dem letzten Winter zieht sich der Engerling zurück und verpuppt sich. Im Frühjahr schlüpft der Maikäfer und verlässt den Boden. Der geschlüpfte Maikäfer lebt nur wenige Wochen. Die Männchen sterben nach der Paarung, die Weibchen nach der Eiablage. In Bayern schlüpfen derzeit vermehrt Feldmaikäfer. Diese schlüpfen normalerweise von Anfang bis Ende April. Laut NABU war der April aber so kalt, dass sie länger im Boden geblieben sind und im Mai nun alle auf einen Schlag schlüpfen.

Maikäfer ernähren sich zum Großteil von Blättern zahlreicher Baumarten. Frei stehende Bäume und Gehölze sind ihnen am liebsten. Diese fressen sie in Gruppen binnen weniger Wochen komplett kahl.

Was ist der Unterschied zwischen Mai- und Junikäfern?

Mai- und Junikäfer* sind sich zum Verwechseln ähnlich. Auch der Name trägt zu Verwirrung um die Tiere bei, denn die Monate Mai und Juni liegen direkt nebeneinander. Der Maikäfer hat einen schwarzen Kopf, der Junikäfer nicht. Der Junikäfer ist auch etwas kleiner und hat hellere Flügel als der Maikäfer.

Zu einer Plage mit Junikäfern kann es ungefähr Mitte Juli kommen. Er frisst bis in die Herbstzeit Blüten und Blätter, Rasen, Rosenstöcke und Zierpflanzen.

Maikäfer-Larven: So schützt man seinen Garten

Wie verhindert man die Entstehung der Maikäfer-Larven im Garten? mein-schöner-garten.de empfiehlt auf nächtliche Beleuchtung im Garten zu verzichten und im Mai und Juni Insektenschutznetze auszulegen. Zur Vorbeugung gehört auch, den Rasen regelmäßig zu vertikutieren. Abschreckend für Larven sind Geranien, Rittersporn und Knoblauch. Nematoden hilft bei der Bekämpfung. Auch die Förderung anderer Nützlinge im Garten wie Vögel, Spitzmäuse, Igel und Maulwürfe, könnte hilfreich sein. *echo24.de und 24garten.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Willnow

Das könnte Sie auch interessieren