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Droht im Herbst eine gefährliche Kombination aus Corona und Grippe? Experte pflichtet Lauterbach bei

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Von: Michelle Brey

Eine Kombination aus dem Corona- und dem Influenzavirus sieht Gesundheitsminister Karl Lauterbach als sehr gefährlich an. Ein Kollege sieht es ähnlich.
Eine Kombination aus dem Corona- und dem Influenzavirus sieht Gesundheitsminister Karl Lauterbach als sehr gefährlich an. Ein Kollege sieht es ähnlich. (Archivbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Was kommt im Herbst und Winter auf Deutschland zu? Experten mahnen – und das nicht nur wegen der Corona-Variante BA.5.

München - Deutschland geht in den dritten Sommer mit dem Coronavirus. Gleichzeitig richten sich die Blicke auf den Herbst und Winter hierzulande. Neben der Omikron-Subvariante BA.5 besorgt Experten auch die bevorstehende Grippewelle.

Corona und Influenza: Experte vor Herbst in Deutschland „sehr besorgt“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte vor einer „sehr gefährlichen Kombination“ bestehend aus dem Coronavirus und dem Influenzavirus. Er pochte auf Maßnahmen. Lauterbach habe „einen berechtigten Punkt“, sagte nun Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen am Montag (13. Juni) in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Er fügte an: „Gerade als Arzt bin ich sehr besorgt.“ Damit verwies er in dem Gespräch auf die Südhalbkugel, „wo der Herbst ja gerade losgegangen ist“. In Australien sehe man „eine wirklich dramatische Grippewelle, die sich da ausbreitet“, sagte er in der Sendung.

Man müsse damit rechnen, dass sich Grippeviren parallel zu neuen Coronavirus-Stämmen ausbreiten, sagte Dahmen in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“ mit Blick auf den Herbst in Deutschland. Dies könne auch dazu führen, dass das Gesundheitswesen stark belastet werde. Neben einer Impfung gegen das Coronavirus empfahl der Experte auch eine Impfung gegen Grippeviren., berichtet Merkur.de. „Nur das wird helfen, dass sich die Situation nicht so stark ausbreitet, wie wir es gerade in Australien sehen“, fuhr er fort.

Grippewelle in Australien 2022

Anfang Juni meldeten die australischen Behörden im Zuge der Coronavirus-Lockerungen eine starke Grippewelle in vielen Landesteilen Australiens. In den beiden vorherigen Jahren hatte das Influenzavirus aufgrund der strengen Schutzmaßnahmen, insbesondere der Abstandsregeln und der Maskenpflicht, fast überall Pause. Annastacia Palaszczuk, Premierministerin von Queensland, hatte die Grippesaison als „sehr schlimm“ beschrieben und einen Vergleich zu den Grippezahlen von 2017 getroffen.

Zudem forderte der Grünen-Gesundheitsexperte ebenfalls mit Blick auf den Herbst 2022 eine genauere Erhebung von Corona-Daten. Kritik an der Bundesregierung, dass dafür bislang nicht genug getan werde, sei berechtigt, so der Bundestagsabgeordnete am Montag. „Da können wir uns nicht wegducken, diese Kritik müssen wir uns anziehen“, sagte Dahmen. Man müsse wissen, wie stark die Belastung im Gesundheitswesen sei und wie viele Betten in den Krankenhäusern auf Intensiv- und Normalstationen zur Verfügung stünden.

„Diese Kritik müssen wir uns anziehen“: Dahmen fordert genauere Corona-Daten

Dahmen wies in diesem Zusammenhang auf eine hohe Belastung der Beschäftigten in den Gesundheitsämtern nach mehr als zwei Jahren Pandemie hin. Indes verdoppeln sich die Corona-Varianten laut RKI wöchentlich. Bereits im Sommer sei ein starker Infektionsanstieg möglich. (mbr mit dpa)

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