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Netflix macht Ernst: Passwort-Teilen wird Riegel vorgeschoben – was Verbraucher wissen müssen

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Von: Jannis Gogolin

Netflix schiebt der Praktik des Passwort-Teilens einen Riegel vor. Anfang 2023 kommt ein Bezahl-Modell, und es wird bereits getestet.

München – 2023 fängt für Streaming-Nutzer nicht gut an. Denn im Laufe des Jahres plant der Streaminganbieter Netflix härter durchzugreifen. Ein Verbot des gemeinsamen Nutzens eines Kontos mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts soll das quasi kostenfreie Serien- und Filmschauen verhindern. Ein Schlag für alle Streaming-Schnorrer und Passwort-Teiler – der jedoch umgangen werden kann.

Netflix: Neuerung 2023 - Passwort-Teilen wird verboten

Netflix ist ein Branchen-Gigant auf dem deutschen Streaming-Markt. Vor kurzem ist dem Unternehmen mit der Eigenproduktion „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ wieder einmal ein großer Fang gelungen. Kurz vor Weihnachten veröffentlicht, räumte der Krimi um Detektiv Daniel Craig alias Benoit Blanc in der Streaming- und Fernsehlandschaft ab. Mit Serien wie Stranger Things, Wednesday oder der Serie über die Ex-Royals Harry und Meghan macht Netflix ebenfalls von sich reden.

Doch zum neuen Jahr kündigt der Streamingdienst die unbeliebte Änderung an: Das einfache Passwort-Teilen wird Vergangenheit sein. „Es ist großartig, dass unsere Mitglieder die Netflix-Filme und -Serien so sehr lieben, dass sie diese mit vielen anderen teilen wollen“, heißt es einleitend in einer Netflix-Pressemitteilung. „Aber die heute weit verbreitete gemeinsame Nutzung von Konten zwischen Haushalten untergräbt unsere langfristige Fähigkeit, in unseren Service zu investieren und ihn zu verbessern.“

Logo des Streamingdienstes
Netflix will einer bisher beliebten Praxis einen Riegel vorschieben. © Netflix

Gänzlich verbieten werde Netflix die Praktik zwar nicht, wie Merkur.de berichtet. Das US-Unternehmen will jedoch ein Stück vom Kuchen abhaben. Die Idee: Wer das Passwort mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts teilen will, soll dafür extra zahlen, so eine Pressemitteilung.

In Südamerika startete Netflix bereits Anfang 2022 einen Feldversuch mit dem neuen Modell. Zusätzlich zum Basis-Abo wurden einem Account-Inhaber knapp drei Dollar in Rechnung gestellt, wenn er sein Konto teilte.

Wie Netflix in der Pressemitteilung außerdem mitteilt, solle ein Profil-Transfer zu einem anderen Konto möglich gemacht werden. In Deutschland ist das bereits geschehen. Dadurch bekommt jeder Profil-Inhaber nach der Einführung des neuen Modells die Möglichkeit, seine Benutzerdaten in das eigene Konto zu übertragen. Zudem plane der Streaming-Dienst die Kontoverwaltung mit den bezahlpflichtigen „Sub-Konten“ der „Extra-Mitglieder“ und den gesammelten Endgeräten zu verbessern.

Netflix will von allen Nutzern profitieren – Bezahl-Modell für Passwort-Teilen

Eine kleine Gnadenfrist räumt das Unternehmen seinen Kunden noch ein. Die Testphase in Südamerika laufe weiter, „bis wir besser verstehen, was für unsere Mitglieder am einfachsten ist“. Ein grober Zeitraum nennen sie jedoch schon. „Wir werden Anfang 2023 mit der breiteren Einführung dieser Funktionen beginnen.“

Wann der europäische Markt an der Reihe ist, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Das neue Modell wird noch unbeliebter bei den Kunden sein, als die neue günstige Abo-Variante mit Werbung.

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