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Nach Öl und Mehl: Nächstes Nahrungsmittel wird von Deutschen gehamstert

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Von: Jason Blaschke

Leere Regale in Supermärkten und Discountern: Öl, Mehl und Nudeln sind wegen des Ukraine-Konfliktes rar. (Symbolbild)
Leere Regale in Supermärkten und Discountern: Längst ist es nicht mehr nur das Speiseöl. © Friso Gentsch/dpa

Neben Speiseöl oder auch Mehl ist in deutschen Supermärkten ein weiteres Grundnahrungsmittel sehr gefragt. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren.

Düsseldorf – Seit Wochen tobt der Krieg in der Ukraine. Und seit Wochen spüren das auch die Verbraucher in Deutschland. Gefühlt sind alle Produkte teurer geworden – egal, ob im Supermarkt oder Discounter. Erst vor wenigen Wochen mussten Lidl und Aldi ihre Preise für viele Lebensmittel anpassen, dazu zählen Milchprodukte, aber auch diverse Kaffee- und Teesorten. Ein Ende der massiven Preissprünge ist nicht in Sicht - im Gegenteil, berichtet BW24.

Reis könnte bald von Lieferengpässen betroffen sein

Nach Recherchen von BW24 müssen sich die Verbraucher in Deutschland speziell mit Blick auf Milch und Milchprodukte auf Preise einstellen, die im Vergleich zu 2021 massiv teurer sind. Dass speziell die Milchprodukte teurer und knapper werden, liegt nicht bloß an Lieferengpässen und gestiegenen Produktionskosten. „Teilweise sind die Lieferanten nicht lieferfähig“, sagt Eckhard Heuser, der Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands e. V. (MIV).

Lieferketten insgesamt seien in Deutschland bedroht, warnt der Experte. Schnell denkt man hier an die leeren Speiseöl-Regale, als vor Wochen speziell das Sonnenblumenöl knapp und massiv teurer wurde. Im osthessischen Fulda diskutierten die Unternehmen, ob sie wegen des Mangels gar die Pommes von der Speisekarte nehmen müssen. Daten vom Marktforschungsinstitut IRI – über die zuvor das Manager Magazin berichtet hatte – zeigen, dass bald womöglich Reis in Filialen von Kaufland, Aldi, Lidl und Co. von Lieferengpässen betroffen sein könnte.

Reis im März 74 Prozent stärker nachgefragt – drohen Rationierungen?

Laut IRI-Daten wurde Reis in der Woche vom 7. März 2022 um 74 Prozent stärker nachgefragt, als im Vergleich zur selben Märzwoche 2021 - ein Trend, der noch immer anzuhalten scheint. Die Supermarktkette Globus teilte auf eine Anfrage von Business Insider mit, dass sie eine erhöhte Nachfrage nach Reis habe feststellen können. Könnten bekannte Reissorten bald zu den rationierten Alltagsprodukten bei Aldi, Lidl und Co. gehören?

Die international tätige Supermarktkette Globus gibt zumindest zum aktuellen Zeitpunkt Entwarnung. Für Ausgabeobergrenze an Kunden sehe das Unternehmen keinen Anlass, heißt es. Hinzu kommt, dass die größten Produzenten von Reis in China und Indien sitzen – Länder, die vom Krieg in der Ukraine bisher weniger betroffen sind. Sprich: Steigt die Nachfrage weiter an, könnte mehr Reis nach Deutschland importiert werden.

Neben Speiseöl, Mehl und Co. – warum ausgerechnet Reis? Erste Spekulationen

Weshalb plötzlich Reis stark nachgefragt wird, ist unklar. Nach Recherchen von Buisness Insider wird spekuliert, dass der Reis ein Ausweichprodukt sein könnte, wenn keine Nudeln im Supermarkt vorrätig sind. Ein anderer Anlass für die plötzlich angestiegene Nachfrage könnte aber auch der 10-Tage-Notfallvorrat an Lebensmitteln sein, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) auf seiner Homepage empfiehlt.

In der Checkliste der Lebensmittel, die man im Notfall immer zu Hause haben sollte, steht neben Wasser- und Milchprodukten auch der Reis. Im Zuge von Russlands Angriff auf die Ukraine hat die Liste noch mal an Bedeutung gewonnen. Fakt ist, so richtig kann sich keiner den Run auf Reis erklären – auch nicht die Nutzer auf Facebook. „Dümmer gehts echt nicht mehr“, schreibt eine Userin. „Es gibt einen neuen Begriff dafür: German Angst“, ergänzt dazu eine andere.

Facebook-User kritisiert Hamsterkäufe scharf – „was für eine kranke Welt“

Ein Facebook-Nutzer kann die Hamsterkäufe grundsätzlich einfach nicht verstehen, er schreibt: „Die haben doch alle was am Helm.
Nur noch Panik und Hamsterkäufe. Was für eine kranke Welt.“ Für Diskussionen in den sozialen Netzwerken sorgt auch die Erklärung, warum in Supermärkten manche Produkte zwei Preisschilder haben. Berichten von Merkur.de zufolge hat die Begründung dafür nichts mit Steuern zu tun, sondern tatsächlich mit Nachhaltigkeit.

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