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Freedom Day? Erste Corona-Maßnahmen fallen - das gilt jetzt in Bayern und dem Rest Deutschlands

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Von: Julia Volkenand

Freedom Day in Deutschland? Am Sonntag entfallen einige Corona-Maßnahmen. Auch in Bayern wird gelockert. Das müssen Sie jetzt wissen.

München - Es war ein langes Hin und Her. Fragen wie, ob und wo es am 20. März zum „Freedom Day“ kommen solle, wie sinnvoll das in Anbetracht der aktuell rekordverdächtigen Corona*-Infektionen sei, und was der Freedom Day überhaupt beinhalten solle, beschäftigten in den vergangenen Wochen ganz Deutschland. Tatsache ist: Ungeachtet hoher Corona-Infektionszahlen fallen erste bundesweite Pandemie*-Schutzauflagen in Deutschland am Sonntag weg.

Freedom Day: Lockerungen auch in Bayern

In Bayern wurde der Freedom Day erstmal noch bis zum 2. April verschoben.* Markus Söder* kritisierte die Entscheidung des Bundes, so flächendeckend zu öffnen. Dennoch wurden am Samstag reihenweise Corona-Regeln gelockert.

Diese Maßnahmen bleiben in Bayern

3G-Regel in der Gastronomie, Hotels und an Hochschulen

2G-plus-Regel in Clubs und Diskotheken

2G im Freizeitbereich

Die geltende FFP2-Maskenpflicht bleibt bestehen. Lediglich an Schulen kommt es zu einer Änderung.
Sowohl in Schulen als auch in Kitas bleibt die Testpflicht.

Bis zum 2. April bleibt es in Bayern aber bei den 2G- und 3G-Zugangsregeln und bei der Maskenpflicht, auch in Schulen oder im Handel - mit einer Ausnahme: In Grund- und Förderschulen entfällt die Maskenpflicht im Unterricht ab Montag, eine Woche später auch in den 5. und 6. Klassen. Das heißt, Schüler bis zur vierten Klasse müssen keinen Mund-Nasen-Schutz mehr im Unterricht tragen, solange regelmäßige Pool-Tests durchgeführt werden. Auch im Hort und in der Mittagsbetreuung darf für die Klassen eins bis vier dann am Platz auf die Masken verzichtet werden.

Diese Regeln fallen in Bayern weg

Vorgaben zu Kapazitäts- und Personenobergrenzen

Sonderregelungen für Gottesdienste und Versammlungen

Das Tanz- und Musikverbot in der Gastronomie

Das bisherige Verbot von Volksfesten und Jahresmärkten

Das Verbot, auf öffentlichen Plätzen zu feiern und Alkohol zu verkaufen

Corona-Lockerungen: 3G in Bahn fällt weg

Bundesweit müssen Fahrgäste fürs Zugfahren mit der Deutschen Bahn seit diesem Sonntag keine 3G-Nachweise als Geimpfte, Genesene oder Getestete mehr vorlegen, wie das Infektionsschutzgesetz nunmehr festlegt. Die Maskenpflicht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gilt aber weiter. Aufgehoben ist nun auch die gesetzliche Verpflichtung zu 3G-Zutrittsnachweisen am Arbeitsplatz. Künftig sollen Unternehmen selbst die Gefährdungslage einschätzen und in betrieblichen Hygienekonzepten Schutzmaßnahmen festlegen können.

Freedom-Day: 3G-Regeln am Arbeitsplatz fallen

Die 3G-Regeln am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln hatten knapp vier Monate lang gegolten. Sie entfallen nun nach Änderungen der bundesweiten Rechtsgrundlage, die der Bundestag mit Stimmen der Ampel-Koalition am Freitag beschlossen hatte. Damit sind den Ländern nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben im Alltag etwa zu Masken und Tests in Einrichtungen für gefährdete Gruppen wie Pflegeheimen und Kliniken möglich. Für regionale „Hotspots“ können aber weitergehende Beschränkungen kommen, wenn das Landesparlament für diese eine besonders kritische Corona-Lage feststellt.

Idee von „Freedom Day“ stößt bei Ländern auf Kritik

Bei den Ländern ist die Neuregelung auf scharfe Kritik gestoßen. Parteiübergreifend haben Ministerpräsidenten dem Bund einen verantwortungslosen Alleingang in der Corona-Politik vorgeworfen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte der „Bild am Sonntag“: „Statt Tag der Freiheit droht ein Tag der Unvernunft.“ Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) widersprach: „Ab sofort rücken wir die Eigenverantwortung der Menschen nach vorne. Wir gehen wieder einen großen Schritt in Richtung Normalität.“

Alle Länder wollen nun eine in Gesetz vorgesehene Übergangsfrist von zwei Wochen nutzen. Damit können aktuell bestehende Regelungen wie weitergehende Maskenpflichten in anderen Bereichen wie Geschäften und Schulen oder Zugangsregeln wie 2G und 3G bis längstens zum 2. April bestehen bleiben - ausgenommen sind aber etwa Kontaktbeschränkungen oder Teilnehmerobergrenzen für Veranstaltungen. Die Übergangszeit soll auch genutzt werden können, um neue Regeln zu besiegeln. Die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie finden Sie in unserem News-Ticker.* (jv/dpa) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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