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Wetter-Wechsel kommt: Erst „Tropennacht“ und Hitze-Hattrick, dann heftige Unwetter-Wand

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Von: Anna Lorenz

Wärmegewitter mit Blitz und Donner, dann Rekordtemperaturen dank spanischer Hitzewelle und schließlich schwere Unwetter mit Tornadogefahr – das Wetter in der kommenden Woche wird extrem. Die Prognose.

München – Die nächste Woche (16. bis 22. Mai) bringt einen Wetter-Wechsel mit sich, den man nur noch als heftig betiteln kann. Gewitter, Unwetter, Regen satt – und dann Hitze ohne Ende. Ein Hoch aus Spanien beschert Deutschland ab Mittwoch Sonne, Sommer und Rekordtemperaturen von über 30 Grad Celsius auf dem Barometer, bis der Freitag die krachende Rechnung mit sich bringt.

Wettertrend Deutschland: Montag und Dienstag verregnet – Ab Mittwoch zwei Tage Hitzewelle

Hoher Luftdruck herrscht dank Hoch Xenophon über Deutschland; Kaltfronten vom Atlantik haben gegen das Sommerwetter daher noch keine Chance und Sonnenschein begleitet den Wochenausklang. Der letzte Tag der Eisheiligen wird seinem Namen daher nicht gerecht. Erst in der Nacht wird es bei wechselnder Bewölkung eventuell ein wenig Regen im Schwarzwald geben, allerdings, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met, bei angenehmen 17 bis 18 Grad Celsius.

Auch der Montag startet warm, doch während es im Norden und Osten Deutschlands lange trocken und freundlich bleibt, treffen sich im äußersten Westen bereits am späten Vormittag heiße Luft aus Süden und die heranziehende Kaltfront. Gewitter sind die Folge, die sich im Laufe des Tages, vor allem gegen Abend hin, von der Nordsee über die Mitte Deutschlands nach Süden ausbreiten. Teilweise sind schwere Unwetter mit Hagel und Sturmböen zu erwarten. Während der Norden und Nordosten davon weitestgehend verschont bleiben, ist die Gefahr heftiger Gewitter vor allem im Westen und Südwesten besonders groß.

In der Nacht zum Dienstag, die an sich mit dem Wonnemond locken würde, ziehen die Unwetter langsam nach Osten, in der nördlichen Mitte Deutschlands ist mit 15-20 Litern Regen auf den Quadratmeter zu rechnen. Der Dienstag selbst zeigt sich im Westen dann wieder freundlich, während er dem Süden noch einige Niederschläge beschert; die Regenmengen fallen dann jedoch nicht allzu üppig aus. Während der Mittwoch nur noch hier und da Regen mit sich bringt, wird es bundesweit freundlich, trocken und die Sonne lacht bei sommerlichen Temperaturen.

Ein Paar läuft fröhlich Hand-in-Hand in einen Badesee.
Aus Richtung Spanien kommt ab Donnerstag die Hitze – doch das schwülwarme Wetter lässt sich mit einem geübten Sprung in heimische Seen oder einem Besuch im Freibad zumindest etwas erträglicher gestalten. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa-tmn

Am Donnerstag dann, so prophezeit es Jung, wird warme Luft aus Nordafrika über die iberischen Halbinseln Deutschland erreichen. Die Luftmassen haben laut des Wettermodells eine Temperatur von 10 bis 16 Grad Celsius in 1500 Metern Höhe. Am Boden wird es deshalb donnerstags extrem warm. „Eine schwülwarme Angelegenheit“, so das Fazit der Meteorologen Corinna Borau bei wetter.com, die eine Hitzewelle prognostiziert.

Doch die zweitägige Wärme aus Spanien fordert zum Wochenende ihren Tribut: Beginnend mit Schauern im Westen und Südwesten, werden gegen Abend bereits Hitzegewitter erwartet, der Freitag bringt aus Westen dann deutschlandweit heftige Gewitter und sogar Tornadopotenzial. Damit gilt das kommende Wochenende als die erste zu erwartende, große Unwetterlage des Jahres 2022. Am Samstag zieht sich die Unwetterlinie fort, sonntags kann sich dann bei lokalen Regenschauern auf etwas ruhigeres Wetter eingestellt werden.

Wetterprognose Deutschland: Temperaturen über 30 Grad Celsius – Dienstags die „erste Tropennacht“

Temperaturtechnisch bringt die nächste Woche zwar Schwankungen mit sich, grundsätzlich bleibt es aber tags, wie nachts warm.

Die Nacht zum Montag beschert milde 17 bis 18 Grad Celsius, ehe der erste Tag der neuen Woche mit 22 bis 30 Grad Celsius aufwartet. Dienstags, so Borau, winkt dann die „erste Tropennacht“, ehe der Mittwoch den Hitze-Hattrick trotz der bisherigen Niederschläge voll macht. In der Mitte des Landes winken 22 bis 31 Grad Celsius, im Westen pendeln die Barometer um die 30/31 Grad Celsius herum und auch der Norden kann sich mit jedenfalls über 20 Grad Celsius auf warme Sommertage freuen.

Donnerstags wird es schwülheiß, am Rhein erreichen die Temperaturen die Rekordmarke von 32 Grad Celsius. Das sind ganze zehn Grad Celsius mehr, als es für den Mai gewöhnlich zu erwarten wäre. Der Freitag legt mit 33 Grad Celsius noch einen drauf, ehe das Wochenende, nicht zuletzt dank der bevorstehenden Unwetter, eine temperaturtechnische Entspannung mit sich bringt und die Rekordhitze auf verkraftbarere 18 bis 24 Grad Celsius abkühlt.

Aktuelles Wetter für Deutschland: „Sorgenkind“ Mai – Monat bisher viel zu trocken

Auch wenn bevorstehende Unwetter in der Regel nicht allzu viel Beifall ernten, sind sie, wie Jung betont, gegenwärtig mehr als wünschenswert. Als „Sorgenkind im Monat Mai“ betitelt der Diplom-Meteorologe die bisherige Niederschlagsrate im Wonnemonat. Dem europäischen Wettermodell nach ist mit einem baldigen Aufholen der nötigen Regenmenge aber vorerst nicht zu rechnen. Erst ab dem 17. Mai werden ernstzunehmende Wassermengen erwartet, die sich auf durchschnittlich zehn Liter je Quadratmeter belaufen. Bis zum 27. Mai ist ein wirklicher Endspurt um das Niederschlagssoll aber nicht zu erwarten: Im Mittel 35 Liter je Quadratmeter sollen die himmlischen Schleusen bis dahin noch bringen.

Das Bild zeigt einen Tisch im Münchner Biergarten am Chinesischen Turm. Zwei fast leere Maßkrüge stehen darauf, es regnet.
Des einen Freud, des andern Leid: Ordentliche Gewitter verregnen diese Woche so manchen Biergartenbesuch – doch im Zuge der anhaltenden Trockenheit ist der Niederschlag für Flora und Fauna bitter nötig. (Symbolbild) © Heinz Gebhardt/imago

Allerdings, so Jung, fällt die Amplitude diesbezüglich mehr als groß aus: Während mancherorts 95 Liter je Quadratmeter erwartet werden, müssen sich andere Regionen mit teilweise sogar nur fünf Litern je Quadratmeter begnügen. Demnach herrsche auch unter den Wetterforschern große Unsicherheit, ob noch mit einem flächendeckend Regen bringenden Monatsfinale zu rechnen sei, oder der Mai schlichtweg viel zu trocken bleibe und damit der Prognose für den Sommer 2022 entspreche. (askl)

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