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Rente: Was sich 2023 bei der Altersvorsorge ändert

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Von: Alina Schröder

Im Jahr 2023 gibt es einige Änderungen für Renten-Beziehende und Einzahlende. Welche Neuerungen diese erwarten, hier im Überblick.

Frankfurt – Mit dem Start in das Jahr 2023 kommen einige Änderungen bei der Rente auf Beziehende und Arbeitnehmer:innen, die in die gesetzliche Versicherung einzahlen, zu. Neben Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenze, des Durchschnittsentgelts und der Besteuerung steht auch eine weitere Renten-Erhöhung im Raum.

Rente: Das ändert sich 2023 bei der Altersvorsorge

Die letzte Steigerung der Rente fand im Juli 2022 statt. Viele Rentnerinnen und Rentner konnten sich über mehr Geld freuen. Doch die aktuelle Situation in Folge des Ukraine-Kriegs, insbesondere die Inflation und die steigenden Gas- und Stromkosten, bringen zahlreiche Menschen in Deutschland an ihre finanziellen Grenzen. Für viele reicht die Rente daher derzeit kaum zum Leben, kommen mit dem Jahr 2023 nun Erleichterungen? Alle Infos zu den geplanten Neuerungen gibt es hier im Überblick.

Eine für Arbeitnehmer besonders interessante Änderung: Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung wird zum 1. Januar 2023 angehoben. Dies teilte die Bundesregierung mit. Bei der Beitragsbemessungsgrenze handelt es sich um einen bestimmten Betrag, bis zu dem Beiträge vom Gehalt für die Versicherung abgeführt werden.

Bis zur Beitragsbemessungsgrenze ist das Einkommen der Beschäftigten beitragspflichtig, alles darüber ist beitragsfrei. „Steigt die Beitragsbemessungsgrenze, steigt entsprechend auch der höchstmöglich zu zahlende Beitrag“, sagte Katja Braubach, eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung Bund gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA.

Bemessungsgrenze, Steuererleichterung & Co.: Ab 2023 kommen einige Renten-Änderungen.
Bemessungsgrenze, Steuererleichterung & Co.: Ab 2023 kommen einige Renten-Änderungen. © Imago

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung wird ab 2023 angepasst. In den neuen Bundesländern liegt diese dann bei 7100 Euro (2022: 6750 Euro) und in den alten Bundesländern bei 7300 Euro im Monat (2022: 7050 Euro). Möchte man noch mehr Geld für die Rente zurücklegen, eignet sich eine private Altersvorsorge.

Mit Beginn des neuen Jahres wird auch das sogenannte „Durchschnittsentgelt“ nochmals steigen – und zwar gegenüber 2022 um elf Prozent, wie fr.de berichtet. Das Durchschnittsentgelt sagt aus, wie viel Geld alle Rentenversicherten in Deutschland im Schnitt verdienen. Im Jahr 2022 liegt es bei 38.901 Euro, 2023 wird es dann auf 43.142 Euro angehoben.

„Das Durchschnittsentgelt spiegelt den Verdienst wider, den Arbeitnehmer erreichen müssen, um genau einen Entgeltpunkt für die Berechnung ihrer Rente zu erhalten. Ein Entgeltpunkt entspricht einer monatlichen Rente von derzeit 36,02 Euro“, sagte Braubach. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das konkret, dass diese bei einem gleichbleibenden Gehalt weniger Rentenpunkte bekommen.

Im Zuge einer Rentenreform sollen Rentenbeiträge ab 2023 zudem voll steuerlich absetzbar sein. Das geht aus einem Entwurf des Jahressteuergesetzes des Bundesfinanzministeriums hervor und wurde im Rahmen des dritten Entlastungspakets vorgestellt. Ziel ist es, eine Doppelbesteuerung zu verhindern.

Renten-Erhöhung 2023 – was Sie wissen sollten

Auch kündigt sich nach Juli 2022 eine weitere Renten-Erhöhung im Sommer 2023 an. Dieser Plan geht aus einem Renten­versicherungs­bericht der Bundesregierung hervor. Der Krieg in der Ukraine hat die Energiekosten immens steigen lassen und die Inflation bewegt sich auf einem Rekordniveau. Im Dezember 2022 erhalten Menschen in Rente daher eine Energiepauschale.

Aber auch die Löhne steigen infolgedessen an. Da sich die Rente an den Lohnentwicklungen orientiert, ist anzunehmen, dass sich auch diese 2023 stark erhöhen wird. Doch ganz so einfach ist es nicht: Erst im Juni 2022 hat die Regierung den sogenannten „Nachholfaktor“, nachdem er zunächst abgeschafft wurde, wieder in Kraft gesetzt.

Renten-Erhöhung 2022
Westen Deutschlands5,35 Prozent
Osten Deutschlands6,12 Prozent

„Da die Höhe der Renten der Entwicklung der Löhne folgt, hätten die Renten im vergangenen Jahr eigentlich sinken müssen, weil die Löhne pandemiebedingt deutlich gesunken waren. Die seit 2009 geltende Rentengarantie verhinderte das jedoch“, heißt es auf der Webseite des Deutschen Bundestags. Der Nachholfaktor sorgt nun dafür, „dass die künftige Rentenerhöhung nach Lohnsteigerungen niedriger ausfallen“, heißt es weiter. Dieser verhindert als eine Art Ausgleich, dass sich die Rente permanent an Lohnerhöhungen orientiert.

Minister Heil bestätigt Erhöhung der Rente im Jahr 2023

Doch laut Hubertus Heil (SPD) können Rentnerinnen und Rentner „im Sommer erneut mit einer spürbaren Rentenerhöhung rechnen.“ Das sagte der Arbeitsminister der Bild am Sonntag. Nach einer offiziellen Schätzung soll die gesetzliche Rente im Juli in Westdeutschland um rund 3,5 Prozent und in Ostdeutschland um gut 4,2 Prozent steigen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2022 hervor. Genaue Daten fehlen allerdings noch.

Der Rentenversicherungsbericht 2022 soll nach den aktuellen Plänen am 30. November im Kabinett beschlossen werden. Anschließend werden sich Bundestag und Bundesrat über die Erhöhung der Rente in 2023 beraten. (asc)

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