Von der Corona-Krise schwer getroffen: die Fluggesellschaft Ryanair.
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Von der Corona-Krise schwer getroffen: die Fluggesellschaft Ryanair.

Airline vor Desaster

Schwere Vorwürfe gegen Ryanair: Urlaubsland droht mit drakonischer Strafe - viele Flüge aus Deutschland gefährdet

  • Patrick Mayer
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Die Corona-Krise setzt Ryanair schwer zu, jetzt droht der Fluggesellschaft wegen angeblicher Missachtung von Covid-19-Schutzmaßnahmen ein Desaster.

München/Rom/Dublin - Rom, Mailand, Neapel, Pisa, Palermo, Bologna, Venedig - Ryanair fliegt zahlreiche Flughäfen in Italien an. Jetzt droht dem Billigflieger aber ein regelrechtes Desaster, weil sich die Iren angeblich nicht um die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen Italiens scheren.

Coronavirus: Italien wirft Ryanair „zahlreiche Verstöße" gegen Schutzmaßnahmen vor

So prüft die italienische Flugsicherheitsbehörde Enac, Ryanair-Flüge von und nach Italien komplett zu verbieten. Das gab die Behörde an diesem Mittwoch (5. August) auf ihrer Website bekannt. Demnach wird das Unternehmen „zahlreicher Verstöße gegen die Anti-Covid-Gesundheitsvorschriften an Bord von Flugzeugen“ beschuldigt.

Vor allem soll es darum gehen, dass auf Ryanair-Flügen vorgeschriebene Abstands- und Distanzregeln zwischen Fluggästen nicht eingehalten werden - und das angeblich systematisch.

Coronavirus/Ryanair: Sanktioniert Italien die Fluggesellschaft? Die Regeln sollten systematisch missachtet werden

So habe die „Zivilluftfahrtbehörde festgestellt, dass Ryanair systematisch die in Italien festgelegten Bestimmungen zur Begrenzung des Gesundheitsrisikos durch Coronaviren an Bord von Flugzeugen (...) nicht einhält“, heißt es im Enac-Bericht. Nicht nur die Verpflichtung zur Einhaltung des Abstands zwischen den Passagieren werde nicht eingehalten, „sondern auch die Bedingungen, die eine Ausnahme von diesem Abstand erlauben, werden nicht erfüllt“.

Werde Ryanair sein Verhalten nicht ändern, würden „alle Luftfahrtaktivitäten an den Flughäfen des Landes sanktioniert“, erklärte die Enac weiter. Unter anderem fliegt Ryanair vom bayerischen Memmingen aus die Flughäfen auf Sardinien, Sizilien und den Airport Neapel Ischia an. Und das, während der Hochsaison für Sommerurlaub in der Corona-Krise in Süddeutschland.

Ryanair: Airline von der Corona-Krise wirtschaftlich schwer getroffen

Die Vorwürfe würden im Umkehrschluss bedeuten, dass Corona-Schutzmaßnahmen auch vor dem Start auf deutschem Boden und auch nicht bei Rückflügen nach Deutschland eingehalten werden. Dabei ist Ryanair maßgeblich abhängig von den Verbindungen nach Italien. Wie das Onlineportal airliners.de schreibt, sei das Unternehmer aus dem irischen Dublin nach Sitzplätzen der größte Anbieter für Flüge von und nach Italien. Und das noch vor der Alitalia.

Leistet sich die Fluggesellschaft jetzt ein Eigentor? Bei der Vorstellung der Jahresbilanz Mitte Mai hatte die Airline prognostiziert, dass wegen der Coronavirus-Pandemie nur 80 Millionen Passagiere in ihren Flugzeugen reisen würden statt angepeilter 154 Millionen Fahrgäste.

Alleine für das Quartal von April bis Juni wurde laut BR damals ein Verlust von 200 Millionen Euro angenommen. (pm) *merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Unterdessen wurde ein Pilotprojekt für den Flugverkehr vorschlagen - die Details hier.

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