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„Bonjour“ statt „Velkommen“: Paar fliegt mit Ryanair mehr als 1200 Kilometer in die falsche Richtung

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Flugzeug Ryanair hebt von Landebahn ab.
Bitte zurücklehnen und den Flug genießen? Nicht so für zwei Urlauber aus England. Für sie wurde ihr Trip mit Ryanair zum unvergessenen Chaos. (Symbolbild) © Jochen Tack/IMAGO

Für ein britisches Paar endete der Urlaubstrip mit Ryanair im falschen Land. Den Fehler bemerkte es aber erst bei der Ankunft. Eine Entschuldigung der Airline steht noch aus.

Manchester - Wer denkt, am Flughafen mit seinen strengen Kontrollen können keine Fehler unterlaufen, überdenkt seine Meinung angesichts der Odyssee eines Paares aus Großbritannien eventuell. Simon Forster and Emma Schofield wollten kurz vor Weihnachten von Manchester aus mit der Airline Ryanair nach Kopenhagen in Dänemark* fliegen. Doch schon Flughafen empfing die beiden ein vorweihnachtliches Chaos, wie sie gegenüber Manchester Evening News berichteten. Lange Warteschlangen führten zu Hektik und Stress an den Kontrollen. Dennoch erreichte das Paar ihr Flugzeug noch rechtzeitig. Dass es allerdings das falsche war, bemerkten sie erst, als sie beim Aussteigen mit „Bonjour“ begrüßt wurden. Anstatt in Kopenhagen landete das Paar in der Nähe von Paris, rund 1200 Kilometer von ihrem Urlaubsziel entfernt.

Ryanair: Chaos am Flughafen - Der Urlaubstrip von Manchester aus steht unter keinem guten Stern

Simon Forster und Emma Schofield wussten bereits, dass ihr Trip anstrengend sein würde, als sie die langen Schlangen am Flughafen in Manchester bemerkten. Einige Passagiere verpassten laut Manchester Evening News durch die langen Wartezeiten sogar ihren Flug. Das Paar allerdings wähnte sich bereits im Glück als sie, wie sie es beschrieben, die “shampoo police” passierten und zu ihrem Gate sprinteten. Dort checkten Mitarbeiter von Ryanair ihre Flugtickets und Pässe. Über eine Treppe eilten sie hinab und erreichten das einzige noch am Gate stehende Flugzeug und stiegen ein.

Gegenüber Manchester Evening News versicherte Simon Forster, dem Personal ihre Flugtickets gezeigt haben zu wollen. Diese hätten allerdings nur „oh don’t worry about it” geantwortet. „Machen Sie sich keine Sorgen.“ Im Anschluss forderte das Bordpersonal das Paar auf, ihre Sitze einzunehmen - welche noch frei waren.

Ankunft in Frankreich: Mitarbeiter klärt Paar über falschen Flug auf

Misstrauisch wurde das Paar erst, als das Flugzeug gelandet war und das Personal es mit einem fröhlichen „Bonjour“ statt mit „Goddag“ begrüßte. Erst ein englischsprachiger Mitarbeiter erklärte dem Paar, wo sie waren: im französischen Beauvais in der Nähe von Paris, rund 1200 Kilometer von Kopenhagen entfernt.

Frankreich statt Dänemark - das Chaos erreichte für die beiden Urlauber seinen vorläufigen Höhepunkt. „Es war zu dem Zeitpunkt schon nach 23 Uhr und Frankreich ließ ab Mitternacht keine Reisenden aus Großbritannien mehr ins Land“, sagte Forster. „Deshalb wurde uns geraten, schnell ein Hotel zu buchen.“ Ohne ausreichend Netz musste allerdings ein Kollege für das Paar in der Nähe vom Eiffelturm für die Nacht eines buchen. Die ursprünglichen Kosten für ihren Urlaub hatten sich so schnell verdoppelt.

Paar aus England fordert von Ryanair Entschädigung

Simon Forster und Emma Schofield verbrachten das Wochenende in Paris und flogen anschließend mit Easyjet nach England zurück. „Wir hatten ein zauberhaftes Wochenende“, sagte Forster. Dennoch fordert er von Ryanair eine Entschuldigung für die Verwechslung und einen finanziellen Ausgleich für die spontane Unterbringung in Paris. Rund 1100 Euro musste das Paar zusätzlich für ihren Urlaub ausgeben.

„Der Schock, irgendwo in der Nähe von Paris gelandet zu sein, obwohl man eigentlich auf dem Weg nach Kopenhagen sein sollte, war lächerlich“, sagte Forster, der sich ein wenig an die Szene aus dem Film „Kevin allein zu Haus 2“ erinnert fühlt. Und Ryanair? Das Unternehmen, das Passagiere während der Corona-Pandemie bestrafte, verwies in dem Anliegen auf die Eigenverantwortung der Passagiere, in das richtige Flugzeug zu steigen. Es gebe hierzu mehrere „Kontrollen“, die die Passagiere über ihre Reiseziele informierten. Darin inbegriffen eine Begrüßung im Flugzeug vor dem Abflug. Simon Forster entgegnete der britischen Zeitung gegenüber, diese aber nie auf Englisch erhalten zu haben. (mell) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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