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Mehr Schlaganfälle bei jungen Menschen: Welche Risikofaktoren und Ursachen es gibt

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Von: Carolin Gehrmann

Ein Schlaganfall ist eine schwerwiegende Krankheit, die bleibende Folgen nach sich ziehen kann. Auch immer mehr junge Menschen sind betroffen. Dabei spielen individuelle Risikofaktoren eine wichtige Rolle. Einige von ihnen lassen sich vermeiden.

Berlin/Bremen – Schlaganfälle treten meist sehr plötzlich auf. Durch Sprachstörungen, Lähmungen oder Schwindel macht sich die Krankheit bemerkbar, denn das Gehirn wird mit einem Mal nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Überwiegend trifft die Krankheit ältere Menschen, doch auch immer mehr Jüngere sind betroffen. Zehn bis 15 Prozent der Erkrankten sind unter 55 Jahre alt, warnte jetzt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DGS).

Schlaganfall bei Jüngeren: Welche Risikofaktoren die Krankheit begünstigen

Jährlich erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Zu den Ursachen zählten laut DGS vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und zu wenig Bewegung, die auch für andere Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs oder Diabetes verantwortlich sind. Tritt die Krankheit in der jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren auf, dann liegen laut DSG allerdings meist bestimmte, oft angeborene, Risikofaktoren vor, welche die Krankheit verursachen. Dazu gehören:

Wer in vergleichsweise jungen Jahren einen Schlaganfall erleidet, hat laut DSG weitaus bessere Überlebenschancen. Vorausgesetzt, die erkrankte Person erhält schnell die nötige medizinische Versorgung. Frauen in der jüngsten Altersgruppe sind dabei häufiger betroffen als ihre männlichen Altersgenossen. Das liegt an einer Kombination verschiedener Risikofaktoren, berichtet kreiszeitung.de.

Junge Frauen zwischen 18 und 35 Jahren haben ein höheres Schlaganfallrisiko als Männer

Vor allem bei jungen Frauen, die die Pille nehmen und gleichzeitig rauchen, ist das Risiko erhöht. Zusätzlich ist das Vorliegen einer Migräne mit Aura ein Risikofaktor, genau wie eine Schwangerschaft. In der Zeit um die Entbindung herum beziehungsweise kurz danach ist das Risiko besonders erhöht, wie Dr. Alexander Nave, Schlaganfall-Experte an der Berliner Charité, erklärt.

Folgende Kombination erhöht das Risiko junger Frauen für einen Schlaganfall:

In der Gruppe der 35- bis 50-Jährigen erkranken hingegen wiederum mehr Männer als Frauen. Zu den Ursachen gehören hier aber eher die klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und zu wenig Bewegung. Für beide Geschlechter gilt allerdings laut DSG: Durch Drogenkonsum, zum Beispiel von Kokain und Ecstasy, steigt die Gefahr.

Indem man den persönlichen Lebensstil verändert und sich gesünder ernährt, mehr Bewegung in den Alltag einbaut und auf Rauchen, Alkohol und andere Drogen verzichtet, kann man sein persönliches Schlaganfall-Risiko deutlich verringern. Auch Kaffee wird ein positiver Effekt in der Vorbeugung von Schlaganfällen nachgesagt. Der Genuss von Milch hingegen könne das Risiko erhöhen.

Wie ein Schlaganfall entsteht und welche Anzeichen auf die Krankheit hinweisen

Bei einem Schlaganfall wird ein Areal des Gehirns durch ein verstopftes oder geplatztes Blutgefäß plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, erklärt die DSG. Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist, kommt es zu typischen neurologischen Ausfällen: Der Betroffene kann beispielsweise nicht mehr deutlich sprechen oder zeigt Lähmungen einer Körperhälfte. Auch junge Menschen sollten die Symptome eines Schlaganfalls kennen und ernst nehmen, um sich im Zweifelsfall unverzüglich in medizinische Versorgung begeben zu können.

Eine Oberärztin arbeitet in der Magnetresonanztomografie (MRT) in einem Krankenhaus.
Ein sogenannter stummer Schlaganfall geht meist ohne Symptome einher und wird daher oftmals erst bei einem CT oder MRT entdeckt. (Symbolbild) © Marcus Brandt/dpa

Denn beim Schlaganfall gilt der Grundsatz „Time is brain“: Je schneller ein Schlaganfallpatient behandelt wird, desto weniger Gehirnsubstanz wird dauerhaft geschädigt und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass schwere und oft lebenslange Beeinträchtigungen zurückbleiben. 

Was man tun kann, um Schlaganfällen vorzubeugen

Um einen Schlaganfall möglichst ganz zu verhindern, sollte man daher die möglichen Risikofaktoren minimieren. Verstopften Arterien kann man laut Focus folgendermaßen vorbeugen:

Wer bereits einmal einen Schlaganfall erlitten hat und verhindern will, dass es zu einem zweiten kommt, dem rät die DSG darüber hinaus, regelmäßig Cholesterinsenker einzunehmen. Eine lipidsenkende Therapie mit Statinen könne das Risiko nachweislich reduzieren.

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