1. Fuldaer Zeitung
  2. Panorama

Corona in Thüringen: Diese Regeln gelten jetzt im Freistaat

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lea Marie Kläsener

Gastgewerbe
In der Gastronomie in Thüringen gilt vorerst kein 2G-Plus. (Symbolfoto) © Sebastian Gollnow/dpa

Seit Sonntag, 23. Januar, gelten in Thüringen neue Corona-Regeln. Am 9. Februar kommt dann die nächste Corona-Verordnung. Der Zugang zum Einzelhandel soll mit ihr erleichtert werden. Was gilt aktuell für die Menschen im Freistaat?

Update vom 23. Februar 2022: Ab Freitag, 25. Februar, gelten im Freistaat Thüringen Corona-Lockerungen, weil die epidemische Lage ausläuft. Welche Corona-Regeln in Thüringen fallen, lesen Sie in unserer Übersicht.

Erstmeldung vom 23. Januar 2022: Erfurt - Thüringen bekommt am Sonntag, 23. Januar, eine neue Corona-Verordnung. Welche Regeln jetzt gelten, lesen Sie im Folgenden. Zu beachten ist dabei, dass in Hotspots ab einer gewissen Sieben-Tage-Inzidenz verschärfte Regelungen gelten. Der untere Schwellenwert für Corona-Hotspot-Regelungen soll in Thüringen angehoben werden.

Künftig sollen laut dem  Gesundheitsministerium die strengeren Regeln erst ab einer Inzidenz von 1500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gelten und nicht wie bisher schon ab dem Wert von 1000. Voraussetzung ist außerdem, dass sich der jeweilige Landkreis oder die kreisfreie Stadt bereits in der Warnstufe drei befindet.

Dafür wiederum muss auch entweder die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro Woche und 100.000 Einwohnern oder die Belegung der Intensivbetten deutlich erhöht sein. Dass der zweite Hotspot-Schwellenwert von derzeit 1500 auf 2000 angehoben werden soll, stand bereits in einem ersten Entwurf für die geplante neue Corona-Verordnung (9. bis 28. Februar). Bisher muss beim Erreichen des zweiten Schwellenwertes zum Beispiel die Gastronomie ganz schließen.

Versammlungen: Lange war darüber diskutiert worden, jetzt soll es so weit sein: Die Obergrenze von 35 Menschen bei Versammlungen ist ab Sonntag (23. Januar 2022) in der neuen Verordnung gefallen. Künftig können auch wieder größere Kundgebungen regulär angemeldet werden. Bislang war das nur mit Ausnahmegenehmigung möglich.

Sie sollen jedoch weiterhin bis auf Ausnahmen nur ortsfest stattfinden können. Teilnehmer müssen den Mindestabstand einhalten und eine medizinische oder FFP-2-Maske tragen. Unangemeldete Aufzüge gegen die Corona-Beschränkungen, wie sie zuletzt immer wieder in Thüringen stattfanden, sind nach den neuen Regeln weiter unzulässig.

Corona in Thüringen: Diese Regeln gelten jetzt im Freistaat

Einzelhandel: Im Einzelhandel gilt bis zum 8. Februar 2G-Regel - ab dem 9. Februar wird auf 3G-Regel umgestellt. Ausnahmen bis zum 8. Februar gelten laut Freistaat für Lebensmittel und Getränke, Tierbedarf, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Babyfachmärkte, Orthopädieschuhtechniker, Optiker, Hörgeräteakustiker, Zeitungsverkauf, Tankstellen, Garten- und Baumärkte und Großhandel (für Gewerbetreibende) und den Brennstoffhandel. Es gibt eine Zugangsbeschränkung: Nur ein Kunde darf pro zehn Quadratmeter eingelassen werden. Ab dem 9. Februar soll auch bei körpernahen Dienstleistungen die 3G-Regel gelten.

2G-Plus: Neu ist, dass bei der 2G-Plus-Regelung die Testpflicht für alle entfällt, deren Grundimmunisierung - also meist die zweite Impfung - nicht länger als drei Monate her ist. Auch wer weniger als 90 Tage als genesen gilt, braucht keinen zusätzlichen Test, um etwa in Fitnessstudios, Spielotheken oder Hotspot-Regionen mit Inzidenzen über 1000 ins Restaurant zu gehen. Wer genesen ist und mindestens eine Impfung vor oder nach der Infektion erhalten hat, darf ohne Test in diese Bereiche. Hier entfällt die zeitliche Befristung.

Sport: Sport in geschlossenen Räumen - dazu zählen auch Fitnessstudios - darf nur unter 2G-Plus stattfinden. Unter freiem Himmel gilt die 2G-Regel. Der Kinder- und Jugendsport ist ausgenommen. Es muss ein Infektionsschutzkonzept geben, und die Kontaktpersonennachverfolgung muss erfolgen. Schwimm- und Freizeitbäder sind bis auf Ausnahmen geschlossen.  

Gastronomie: Ob in Restaurants 2G-Plus gelten soll, war lange diskutiert worden, nachdem Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) das eigentlich für den 23. Januar angekündigt hatte. Die Antwort kam am Dienstag, 18. Januar, überraschend: Nein, zumindest für die nächsten zwei Wochen nicht. Es gilt 2G. Thüringen will zunächst die nächste Bund-Länder-Runde abwarten und nötige Anpassungen in der nächsten Thüringer Verordnung treffen, sagte ein Regierungssprecher.

Damit können weiterhin Geimpfte und Genesene in Restaurants, Cafés oder Kneipen. Eine zusätzliche Testpflicht wie bei 2G-Plus gibt es in Thüringen weiterhin nur in Hotspot-Regionen mit einer Inzidenz ab 1000. Eigentlich hatten sich Bund und Länder am 7. Januar auf eine flächendeckende Anwendung der 2G-Plus-Regel verständigt. Die Sperrstunde gilt ab 22 Uhr 

Corona in Thüringen: Versammlungen wieder mit mehr als 35 Personen möglich

Bändchen: In einem ersten Verordnungsentwurf war ein Passus enthalten, der Bändchen für 2G-Bereiche ermöglichen sollte. Die Idee: Das Bändchen dient als Nachweis einer Corona-Impfung oder -Genesung für Geschäfte in den Innenstädten. In Eisenach und Gera gibt es bereits entsprechende Versuche, Erfurt wollte damit am Montag, 24. Januar, starten. In der neuen Verordnung sollte das nun auch rechtlich abgesichert werden. Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin wird aber auch diese Regelung vorerst vertagt.

Quarantäne: Auch dieser Punkt kam etwas überraschend - nämlich schon knapp zwei Wochen vor der Verordnung in Form eines Erlasses durch das Gesundheitsministerium. Seit dem 11. Januar gelten in Thüringen die Quarantäne-Regeln, auf die sich Bund und Länder wenige Tage zuvor verständigt hatten. In der neuen Verordnung werden diese nun noch formal festgeschrieben.

Demnach sind Menschen ohne Corona-Symptome, die geboostert sind oder bei denen die vollständige Impfung oder eine Genesung nicht länger als drei Monate zurückliegen, von der Quarantänepflicht ausgenommen. Für alle anderen Kontaktpersonen gilt bei einer nachgewiesenen Infektion mit der Omikron-Variante oder bei einem konkreten Verdacht eine Quarantäne-Dauer von zehn Tagen. Eine Verkürzung auf sieben Tage ist bei Vorlage eines negativen Testergebnisses - PCR- oder Antigenschnelltest - möglich.

Video: Corona-Pandemie - Sieben-Tage-Inzidenz erreicht neuen Höchstwert

Warnstufen-System: Es ist ein Relikt aus dem Sommer, als die Fallzahlen langsam wieder stiegen - das Thüringer Frühwarnsystem, das abhängig von regionaler Inzidenz und Krankenhausbelastung mehr Beschränkungen ermöglichen sollte. Im Winter waren monatelang alle Regionen in der Warnstufe drei oder fielen zeitweise unter die Hotspot-Regelung mit noch schärferen Einschränkungen.

Nun sind die ersten Landkreise und kreisfreien Städte wieder in Stufe zwei gerutscht. Lockerungen sind dort generell möglich - das Gesundheitsministerium rät den Kommunen aber davon ab. Änderungen bedürften auch der Zustimmung des Ministeriums, hieß es in einem Schreiben.

Falls die Infektionszahlen in den kommenden beiden Wochen „wider erwartend“ nicht wieder steigen, will das Ministerium „vertretbare Lockerungen“ prüfen. Diese sollen dann „vorzugsweise in der nachfolgenden Verordnung“ festgeschrieben werden. An den vergangenen Tagen zogen die Infektionszahlen in Thüringen jedoch wieder an. Die sich leichter verbreitende Omikron-Variante ist mittlerweile im Freistaat vorherrschend. (mit dpa-Material)

Auch interessant