„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Köllner gerät mit Mitarbeiterin Janina in einen Streit.
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„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Köllner gerät mit Mitarbeiterin Janina in einen Streit.

„Tut mir echt leid“

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Köllner entschuldigt sich nach Streit bei Mitarbeiterin

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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So etwas gab es bisher auch noch nicht so oft bei „Undercover Boss“ (RTL). Der getarnte Chef gerät vor laufenden Kameras in einen Streit mit einer Mitarbeiterin. Diese hätte ihn am liebsten gefeuert. Am Ende entschuldigt sich Wenko-Chef Niklas Köllner bei Mitarbeiterin Janina.

Update vom 28. Juni, 17.39 Uhr: RTL zeigt am Montagabend (28. Juni) um 20.15 eine Wiederholung der „Undercover Boss“-Folge mit Wenko-Chef Niklas Köllner. Erstausstrahlung war im Februar. Achtung, Spoiler!

Erstmeldung vom 8. Februar, 22.19 Uhr: Fulda - Bei „Undercover Boss“ (RTL) gerät der getarnte Wenko-Chef Niklas Köllner vor laufenden Kameras in einen Streit mit Mitarbeiterin Janina. „Wenn du immer alles besser weißt, mach es doch selbst“, knallt er seiner Vorgesetzten für diesen Tag vor den Kopf. Mitarbeiterin Janina sagt, dass sie ihn bereits nach wenigen Stunden beim Probearbeiten gefeuert hätte, ihm eine Kündigung ausgesprochen hätte.

„Undercover Boss“ (RTL): Nach Streit - Wenko-Chef Niklas Köllner entschuldigt sich bei Mitarbeiterin

Im TV-FormatUndercover Boss“ (RTL), das erstmals 2011 in Deutschland im Fernsehen zu sehen war, sind die Chefs von großen Unternehmen in Deutschland zu sehen, wie sie getarnt mit verändertem Aussehen und neuer Identität ihr Unternehmen einige Tage lang aus der Perspektive der Mitarbeiter beobachten. Das Ziel: ein Gefühl für deren Wünsche und Sorgen zu bekommen.

TitelUndercover Boss
Sender RTL Television
Erstausstrahlung28. März 2011
IdeeStephen Lambert
GenreReality-TV, Real-Life-Doku, Doku-Soap
ProduktionsunternehmenTower Productions
Länge90 Minuten (plus 30 Minuten Werbung)
Episoden56

Damit die Mitarbeiter aufgrund der offenen Begleitung durch Fernsehkameras nicht misstrauisch werden, erfolgt die Tarnung der Dreharbeiten mit der fiktiven TV-Sendung „Das Job-Karussell“. In der ersten Folge von Staffel 13 machte Chefin Tanja Larisch bei dem TV-Experiment auf RTL mit und kämpft gegen ihre Höhenangst. Peinlich: Der EON-Top-Managerin unterliefen in der „Undercover Boss“-Folge als Praktikantin gleich mehrere Patzer.

In der zweiten „Undercover Boss“-Folge von Staffel 13 erklärte Teamwork-Geschäftsführer Stefan Krause, dass er wegen der Corona-Pandemie mitgemacht habe. „Diese Mitarbeiter können sich nicht im Homeoffice verstecken“, sagte der getarnte Chef von 5000 „Corona-Helden“. Teamwork ist Marktführer für Regalservice im deutschen Einzelhandel. Am Ende wird „Undercover Boss“ Stefan Krause aber von allen Mitarbeitern schnell erkannt.

Das passiert in der dritten „Undercover Boss“-Folge Wenko-Chef Niklas Köllner nicht. Der 44-Jährige erhält zu Beginn der RTL-Sendung schiefe dritte Zähne. Der Frisör schneidet ihm den Pony ab und blondiert ihm die Haare, einschließlich der Augenbrauen. „Ich sehe aus wie ein Waschbär“, meint der Chef von 500 Mitarbeitern, der fortan als der aus Spanien zurückgekehrte Gastronom Andre auftritt.

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Zöllner „ordnet sich nicht gerne unter“

Und die Tarnung des „Undercover Boss“ hält in der RTL-Sendung bis zum Ende. „Nicht mal die Gesichtserkennung meines Handys erkennt mich wieder“, stellt Niklas Köllner fest. Problematisch wird es dann eher, als ein Wesenszug von dem Wenko-Chef deutlich wird, den sein Bruder und Co-Geschäftsführer Philip Köllner (41) wie folgt beschreibt: „Er ordnet sich nicht gerne unter.“

„Es wird spannend, wenn er als Befehlsempfänger mal ganz einfache Tätigkeiten durchführen muss“, erweist sich Wenko-Chef Philip Köllner in der RTL-Sendung als echter Kenner seines älteren Bruders. Und auch Miriam Köllner (42), der Ehefrau von Niklas Köllner, schwant zu Beginn der „Undercover Boss“-Folge nichts Gutes. Sie sagt über ihren Mann: Er ist „sehr emotional und ungeduldig“.

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Köllner geriet vor laufenden Kameras in einen Streit mit einer Mitarbeiterin.

Doch zunächst wird der „Undercover Boss“ in der RTL-Sendung in der Kommissionierung im 35.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum in Hückelhoven wegen seiner dauernd herunter rutschenden Jogginghose aufgezogen. „Alter, rutscht die Bux? Wie kannst du denn hier auch mit einer Jogginghose ankommen?“, sagt Mitarbeiter Marcel Klein (45). Dementsprechend gibt es für Wenko-Chef Niklas Köllner für das Erscheinungsbild die Note 6.

Mit Berufskraftfahrer Nils Scholz (40) fehlt „Undercover BossNiklas Köllner dann ein wenig die Übung mit der Ameise, einem Display-Palettenheber. Und im Einsatz mit Fotograf Soheil Syfikar (35) versucht der Wenko-Chef mehr Modell Vivian sexy in Szene zu setzen, als die Produkte in den Vordergrund zu rücken. Mitarbeiter Johnny ist in der Warenannahme hingegen voll des Lobes. Vom 39-Jährigen bekommt Niklas Köllner drei Einsen. Ähnlich gut klappt es mit Karin Feitl (41) im Retourenlagen in Hilden.

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef wird wütend - „Mach es doch selbst“

Doch mit Mitarbeiterin Janina, mit der er in einem Baumarkt Wenko-Produkte platzieren soll, läuft es für den „Undercover Boss“ überhaupt nicht. Von Beginn an. Für den Geschmack der 38-Jährigen gibt der Praktikant nämlich viel zu viele Widerworte. „Es wird schwierig für ihn, in einem Team zu arbeiten – zumindest, wenn er nicht das Sagen hat und seine Ideen nicht angebracht sind“, sagt Janina über Wenko-Chef Niklas Köllner alias Ex-Gastronom Andre.

Nachdem sich die beiden bei „Undercover Boss“ zunächst wegen eines verloren gegangenen Cutter-Messers streiten („Es ist nicht so schlau, dass wir unsere Sachen verschlampen.“), eskaliert es dann vor den RTL-Kameras wegen einer Schraube fast. „Scheiß Schraube!“, ist Niklas Köllner wütend und schiebt hinterher: „Wenn du immer alles besser weißt, mach es doch selbst.“ Janina stellt klar: „Wenn du mein Angestellter wärst, wärst du schon vor zwei Stunden geflogen.“

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef Niklas Köllner musste auch in Hückelhoven in einem Zentrallager ran.

„Sein Auftreten mir gegenüber war eine Fünf“, fasst die Mitarbeiterin zusammen. Bei der finalen Auflösung entschuldigt sich Niklas Zöllner dann bei Janina. „Das war nicht mein Tag“, sagt der „Undercover Boss“. Und: „Tut mir echt leid.“ Neben einem neuen, feierlich überreichten Cutter-Messer gibt es für die 38-Jährige als Geschenk ein Wochenende in Kopenhagen, in der Stadt des Designs. Und Janina meint beinahe versöhnlich: „Er ist ja irgendwie doch ganz nett.“

„Undercover Boss“ (RTL): Wenko-Chef von Lebensgeschichte von Mitarbeiter Marcel bewegt

Auch die anderen Wenko-Mitarbeiter sind am Ende bei „Undercover Boss“ happy: Pferde-Fan Karin Feitl erhält neben einem E-Bike noch eine Reise in die Camargue geschenkt. Nils Scholz bekommt einen Verkehrsleiter-Schein bezahlt. „Eine Anerkennung, die runtergeht wie Öl“, sagt er. Fotograf Soheil Syfikar darf für 2000 Euro Foto-Equipement nach seinem Wünschen kaufen. Leiharbeiter Johnny erhält eine Festanstellung und wird mit 2000 Euro für eine neue Wohnung unterstützt.

Das „Undercover Boss“-Geschenk von Wenko-Chef Niklas Köllner für Marcel Klein ist das größte: Er darf eine Weiterbildung zum Hochregal-Staplerfahrer machen und bekommt seinen befristeten Vertrag in eine Festanstellung umgewandelt. Zudem gibt es für den 45-Jährigen eine Prämie von 2500 Euro. Vielleicht hatte sein Schicksal am meisten bewegt? Ein Bauunternehmer hatte durch Veruntreuung für Schulden von 85.000 Euro gesorgt. Und Lebenspartnerin Judith war nur durch eine Spender-Niere ihrer Schwester gerettet worden.

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