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Wurst-Rückruf schwappt nach Deutschland – krankmachende Listerien in elf Produkten

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Von: Lisa Bender

In Wurst wurden Listerien entdeckt – Bakterien, die schlimme Symptome auslösen können. Der Hersteller gibt einen Hinweis, wie man die Wurst trotz Rückruf essen kann.

Dortmund – Ein italienisches Unternehmen muss in Abstimmung mit den deutschen Behörden einen großen Rückruf von Wurst veranlassen, die hierzulande verkauft wurde. Zunächst hatte der Hersteller nur vor drei Produkten gewarnt, musste dann den Rückruf aber drastisch ausweiten.

Wurst-Rückruf schwappt nach Deutschland – elf Produkte betroffen

Nach dem großen Käse-Rückruf geht es nun also um die Wurst. Bereits am Montagmorgen dieser Woche (26. September) hatte das italienisches Unternehmen AIA Agricola Italiana Alimentare Spa eine erste Mitteilung veröffentlicht und vor Listerien in Wurst aus Schweinefleisch gewarnt.

BakterienListerien
ÜbertragungU.a. durch verunreinigte Lebensmittel, Kot
Symptome einer ListerioseDurchfall, Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen

Im Laufe des Tages wurde die Warnung kontinuierlich aktualisiert, bis am Ende zehn Produkte von dem Rückruf betroffen waren. Im Rahmen einer Produktanalyse wurde der Keim Listeria Monocytogenes nachgewiesen, was auf die Verunreinigung mit Listerien hindeutet. Die Firma gibt an, dass die Wurst auch deutschlandweit verkauft wurde und man sich daher in Abstimmung mit den deutschen Behörden zu einem freiwilligen Rückruf entschieden habe, berichtet RUHR24.

Folgende Details über die betroffenen Wurst-Produkte der Marke „Wudy“ und „Pavo“ sind bekannt:

Geflügel- und Schweinewürstchen von Rückruf betroffen – folgende Symptome drohen bei Verzehr

Normalerweise gelten Listerien als durchaus kritisch zu betrachtende Bakterien in Lebensmitteln. Die Verbraucherzentrale oder auch das Robert Koch-Institut nennen Erbrechen, Durchfall, Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen als Symptome. Zwar verläuft bei gesunden Menschen eine sogenannte Listeriose meist mild oder sogar völlig unerkannt, dennoch ist mit verunreinigten Lebensmitteln nicht zu Spaßen.

Listerien
Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien. © Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung/dpa

Insbesondere bei Neugeborenen, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem können deutlich gravierende Folgen der Fall sein. Die Verbraucherzentrale spricht sogar davon, dass je nach Gesundheitszustand die Infektion sogar zu einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen kann. Auch Rewe muss aktuell laut Heidelberg24 einen Rückruf veranlassen, der insbesondere für eine Kundengruppe problematisch werden kann.

Wurst-Rückruf wegen Listerien – Hersteller gibt wichtigen Hinweis

Auch die italienische Firma weist auf die gesundheitlichen Risiken hin und rät daher dringend vom Verzehr der vom Rückruf betroffenen Wurst-Produkte ab. Doch gleichzeitig schwächt AIA die Bedenken ab oder nimmt Kunden, die die Wurst möglicherweise schon verzehrt haben, etwas von ihrer Sorge.

„Sollten Sie die Produkte vor dem Verzehr vollständig erhitzt haben, wie dies im Rahmen der Produktettikettierung vorgegeben ist, ist davon auszugehen, dass möglicherweise vorhandene Keime abgetötet wurden“, heißt es in der Produktwarnung.

Auch die Verbraucherzentrale gibt an, dass insbesondere rohe, vom Tier stammende Lebensmittel von der Verunreinigung mit Listerien betroffen sind. Erhitzt man das Produkt auf mehr als 70 Grad für mindestens zwei Minuten, werden die Bakterien abgetötet.

Rückruf trifft noch weiteres Unternehmen: Diese Wurst sollte man ebenfalls nicht essen

Doch nicht nur bei AIA Agricola Italiana Alimentare Spa wurden Listerien in der Wurst gefunden, noch ein weiteres Unternehmen muss handeln. Ebenfalls von einem Rückruf ist auch eine Wurst mit der Bezeichnung Tamtürk Tavuk Spezial betroffen.

Sie wurde ersten Informantinnen zu Folge nicht von dem italienischen Hersteller verarbeitet und vertrieben. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurde sie explizit für die Sivas GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Duisburg hergestellt und ausschließlich in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Nordrhein-Westfalen verkauft.

Um folgende Wurst geht es bei dem zweiten Rückruf:

Beide Hersteller geben nicht an, in welchen Supermärkten oder Discountern, die Wurst verkauft wurde. Sie informieren ihre Kunden jedoch, dass die vom Rückruf betroffnenen Produkte zurückgegeben werden können. Auch ohne Vorlage des Kassenbons bekomme man den Kaufpreis erstattet, heißt es in den Mitteilungen.

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