Gesundheitsminister setzt auf Arztpraxen

Dritte Corona-Impfung für alle? Gesundheitsminister Jens Spahn findet klare Worte

  • Nail Akkoyun
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Eine dritte Corona-Impfung soll bald schon für alle Interessierten möglich sein, zumindest wenn es nach Jens Spahn (CDU) geht. Experten sind geteilter Ansicht.

Berlin – Geht es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), soll allen Bürgerinnen und Bürgern schon in naher Zukunft eine dritte Corona*-Impfung angeboten werden. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er, dass die Länder mit den ersten Auffrischungsimpfungen, auch „Booster“ genannt, bei besonders gefährdeten Menschen sowie in den Pflegeeinrichtungen schrittweise starten werden.

Darüber hinaus könnten sich alle noch einmal gegen das Virus impfen lassen, die bisher nur einen der Vektorimpfstoffe, also etwa das Vakzin von Astrazeneca, injiziert bekommen haben. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten“, sagte Spahn weiter.

Jens Spahn plant dritte Corona-Impfung – Drosten hält Auffrischungen bei vielen Menschen vorerst für unnötig

Für die Umsetzung seiner Pläne möchte Jens Spahn nach eigenen Worten vor allem auf die Arztpraxen setzen. Zwar gingen viele Impfzentren in den „Stand-by-Modus“, so der CDU-Politiker, „aber die Arztpraxen sind ja noch da.“ Allein die würden bis zu fünf Millionen Impfungen pro Woche schaffen.

Impfstoff sei dafür ausreichend vorhanden, eine Booster-Impfung sei „von den Zulassungen gedeckt“, außerdem „verstärkt und verlängert“ sie den Impfschutz, so der Bundesgesundheitsminister. Daten aus Israel zeigen zudem, dass die dritte Corona-Impfung gut wirksam* und verträglich ist.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant, dritte Corona-Impfungen möglichst bald allen Menschen in Deutschland anbieten zu können. (Archivfoto)

WHO fordert Weitergabe überschüssigen Impfstoffs - Spahn äußert sich dazu positiv

Auch zur Forderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), vor einer dritten Covid-19-Impfung zunächst ärmere Länder mit Impfstoff zu beliefern, äußerte sich Spahn: „Mein Ziel ist beides: Auffrischimpfungen gewährleisten und den ärmeren Staaten Impfstoff spenden.“ Letzteres sei bereits der Fall, da laut Spahn alle noch ausstehenden Astrazeneca-Lieferungen direkt an die internationale Impfstoffinitiative Covax gingen.

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Virologe Christian Drosten hält Auffrischungsimpfung im Herbst für nicht nötig* – ältere Menschen und Risikopatienten ausgenommen. Für die übrige Bevölkerung werde vielleicht irgendwann ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine dritte Impfung sinnvoll werde. Dies erklärte der Virologe der Berliner Charité der Deutschen Presse-Agentur.

SPD-Politiker Karl Lauterbach wünscht sich bezüglich der Corona-Impfung* hingegen, „dass nicht nur Risikogruppen eine dritte Impfdosis erhalten.“ (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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