Daimler-Chef Ola Källenius warnt vor den Auswirkungen des weltweiten Halbleiter-Mangels.
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Daimler-Chef Ola Källenius warnt vor den Auswirkungen des weltweiten Halbleiter-Mangels.

„Herausforderungen noch größer“

Daimler: Halbleitermangel zieht immer weitere Kreise

Mit Kurzarbeit und einem verschärften Sparkurs bekämpft Daimler die Auswirkungen der Corona-Krise. Gleichzeitig setzt dem Konzern der Halbleiter-Mangel zu.

Stuttgart - Der anhaltende Halbleitermangel bremst nach Einschätzung von Daimler*-Chef Ola Källenius den Absatz des Stuttgarter Autobauers. „Mit den Werkschließungen bei Halbleiterlieferanten in Malaysia und anderswo ist die Herausforderung nun noch größer geworden“, sagte der Manager der „Automobilwoche“ (Donnerstag). Für das dritte Quartal rechne er mit einem geringeren Absatz. Die Autoverkäufe würden „voraussichtlich spürbar“ unter denen des zweiten Jahresviertels liegen.

Von April bis Juni hatte Daimler den Angaben zufolge rund 590.000 Fahrzeuge der Marken Mercedes* und Smart ausgeliefert. In den vergangenen Wochen und Monaten waren immer wieder Werke heruntergefahren worden, weil Teile für die Montage fehlten. Auch andere Hersteller sind betroffen.

Daimler: Trotz Krise Milliardengewinne

Der gebremste Absatz dürfte sich jedoch nach den Worten des Managers nicht in gleichem Maße auf die wirtschaftliche Situation des Konzerns auswirken. „Ich bin froh, dass wir unser Unternehmen in dieser Hinsicht schon deutlich flexibler und wetterfester gemacht haben“, sagte Källenius. Hier agiere Daimler aus einer anderen Position heraus als noch vor zwei oder drei Jahren. Nach tiefroten Zahlen wegen der Corona-Krise* hatte Daimler im ersten Halbjahr 2021 auch dank eines verschärften Sparkurses wieder Milliardengewinne erzielt.

Wie lange die Halbleiter-Krise das Geschäft der Autobauer noch beeinträchtigen könnte, wagte der Daimler-Chef nicht vorherzusagen. Längerfristige Prognosen seien sehr schwierig. „Wichtig ist, dass die Nachfrage nach den Fahrzeugen da ist. Irgendwann wird auch das Problem der Halbleiter gelöst sein.“ (dpa) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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