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Grünen-Fraktionschefin plädiert für weiteres Entlastungspaket

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Von: Nadja Austel

Katharina Dröge
Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge spricht zu Medienvertretern in Berlin. © Kay Nietfeld/dpa

Die Preise für Energie werden weiter steigen. „Mit einer Verdreifachung“ müsse man im kommenden Jahr rechnen. Ein weiteres Entlastungspaket soll auf den Weg gehen.

Düsseldorf – Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Katharina Dröge, fordert wegen der steigenden Energiepreise ein weiteres Entlastungspaket. Es sollten gezielt die Haushalte unterstützt werden, die es am dringendsten brauchen, sagte die Grünen-Politikerin gegenüber der Düsseldorfer Rheinischen Post am Dienstag (19. Juli). Dabei solle sichergestellt werden, dass Entlastungen sozial gestaffelt seien. „Wir werden deshalb über ein weiteres Entlastungspaket mit unseren Koalitionspartnern verhandeln“, so Dröge.

An den Spotmärkten hätten sich die Gaspreise versiebenfacht, erklärte sie weiter. Das würden die Verteilerunternehmen und Stadtwerke „natürlich noch nicht eins zu eins“ weitergeben. „Aber mit einer Verdreifachung müssen wir im kommenden Jahr wahrscheinlich schon alleine aufgrund der Entwicklung der letzten Monate rechnen“, sagte die Chefin der Grünen-Fraktion.

Energie sparen – Auch private Haushalte sollen sich beteiligen

Auch private Haushalte sollten sich nach Meinung der Grünen-Politikerin am Energiesparen beteiligen. „Was man verpflichtend machen kann, ist eine Überprüfung der Heizungseinstellungen“, erklärte sie. Damit könne man bis zu 15 Prozent einsparen. Zudem könne es sinnvoll sein, die Temperatur in Bürogebäuden im Winter etwas zu senken. „Wir sollten wirklich alle Möglichkeiten ausloten, wie wir Energie einsparen können, insbesondere für den Fall, wenn Nord Stream 1 nicht wieder in Betrieb geht“, sagte Dröge der Rheinischen Post.

Denn was für gewöhnlich keine Meldung wert ist, – die Wartungsarbeiten an einer Turbine der Pipeline Nord Stream 1 –sorgt in diesem Jahr für riesige Aufregung. Die Angst geht um, dass Russland die Gaslieferungen anschließend nicht mehr aufnehmen könnte. Deutschland würde in diesem Fall eine akute Mangellage mit unvorhersehbaren wirtschaftlichen Folgen drohen.

Energie-Lieferungen: Gas aus Russland könnte bald wieder fließen

Von den insgesamt vier Pipeline-Verbindungen für den Gastransport von Russland nach Deutschland stehen derzeit drei still: die nie in Betrieb genommene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die Jamal-Pipeline über Weißrussland und Polen und nun eben Nord Stream 1. Durch die Transgas-Pipeline, die über die Ukraine und Tschechien führt, liefert Russland dagegen noch – wenn auch in weit geringerem Umfang.

Zuletzt floss gut ein Drittel des durch Nord Stream 1 transportierten Volumens, wobei Russland die Liefermenge durch die Ostseepipeline seit Juni auf 40 Prozent reduziert hatte. Jüngsten Informationen zufolge könnte Moskau den Gashahn bald wieder auf dieses Level anheben. (na/epd)

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