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Mit Privatflieger zur Lindner-Hochzeit: Friedrich Merz erntet scharfe Kritik

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Von: Teresa Toth

Während die Bevölkerung zum Energiesparen aufgerufen wird, fliegt Friedrich Merz (CDU) im Privatflieger zu Lindners Hochzeit.
Während die Bevölkerung zum Energiesparen aufgerufen wird, fliegt Friedrich Merz (CDU) im Privatflieger zu Lindners Hochzeit. © Axel Heimken/dpa

Christian Lindner feiert auf Sylt seine mehrtätige Hochzeit. Auch Friedrich Merz ist vor Ort – er reiste mit einem Privatflieger an. Das sorgt für großen Ärger.

Sylt - Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und der Journalistin Franca Lehfeldt feiern ihre Hochzeit auf Sylt. Geladen sind zahlreiche prominente Persönlichkeiten – darunter auch CDU-Parteichef Friedrich Merz. Gemeinsam mit einer Frau Charlotte reiste er am Freitag (8. Juni) in einem Privatflieger auf die Urlaubsinsel an der Nordsee. Er saß dabei selbst im Cockpit des Flugzeugs.

Die standesamtlichen Trauung von Lindner und Lehfeldt fand bereits am Donnerstag (7. Juni) statt – da hatte Merz allerdings noch in Berlin zu tun: Er war zu Gast bei der Stallwächterparty in der Landesvertretung Baden-Württembergs. Am Freitag nach dem Bundestag ging dann der Flug zum Feiern nach Sylt. Ein von der Nachrichtenagentur dpa veröffentlichtes Foto, auf dem Merz am Steuer des Fliegers zu sehen ist, löste seitdem zahlreiche Diskussionen im Netz aus.

Friedrich Merz mit Privatflieger nach Sylt: „Cool zu predigen, dass man verzichten müsse“

Die durch den Ukraine-Krieg stark gestiegenen Energiekosten stellen für viele Bürger eine große Belastung dar. Mehrere Politiker haben bereits betont, dass es daher wichtig sei, bei Heizung, Sprit und Warmwasser zu sparen. Dass CDU-Politiker Merz mit seinem Privatflug jedoch selbst wenig bemüht scheint, an Energie zu sparen, sorgt für großen Ärger.

Auch einige Bundestagsmitglieder äußern sich kritisch zu der Reise – Merz hätte ebenso gut mit der Bahn zu den Feierlichkeiten auf Sylt reisen können. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow schrieb auf Twitter etwa: „Sehr cool, nach der Rückkehr in Berlin den Menschen zu predigen, dass man nun auch mal verzichten müsse“. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Nicole Gohlke, schloss sich der Kritik ebenfalls an und deutete darauf hin, dass der Aufruf zum Verzicht scheinbar nicht für diejenigen gelte, die genug Geld haben.

Mit einem Privatflieger nach Sylt: Friedrich Merz (CDU) warnte vor Wohlstandsverlust

Bundessprecher der Grünen Jugend, Timon Dzienus erinnerte auf Twitter an eine Äußerung von Merz aus dem April diesen Jahres. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ hatte der CDU-Chef gesagt: „Wir werden auch das ein oder andere uns nicht mehr leisten können. Das wird für eine bestimmte Zeit so sein.“ Viele weitere Twitter-Nutzer spielen ebenfalls auf den von Merz angekündigten Wohlstandsverlust an, von dem er offenbar nichts zu spüren scheine. (tt)

Friedrich Merz musste zuletzt in bei Markus Lanz im ZDF scharfe Kritik einstecken. Grund war seine Ukraine-Reise, die die Wahrnehmung ausgelöst habe, Deutschland sei innerlich zerrissen.

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