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Bericht: Gesuchter Wirecard-Manager Marsalek in Moskau untergetaucht - BND wusste Bescheid

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Von: Lisa Mayerhofer

Ein Fahndungsplakat zeigt den gesuchten Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek am Flughafen in München.
Ein Fahndungsplakat zeigt den gesuchten Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek am Flughafen in München. © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Die Spur des untergetauchten Ex-Wirecard-Managers Jan Marsalek führt einem Bericht zufolge nach Moskau. Auch die deutschen Behörden wissen demnach Bescheid.

Moskau - Dem Ex-Wirecard-Vorstand und mutmaßlichen Betrüger Jan Marsalek ist eine spektakuläre Flucht gelungen, seitdem der Skandal um sein Unternehmen öffentlich wurde. Bisher wurde über seinen Aufenthaltsort viel spekuliert - Marsalek ist international zur Fahndung ausgeschrieben und konnte noch nicht gefasst werden.

Nun berichtet die Bild-Zeitung, dass er in Moskau untergetaucht sei und möglicherweise bis heute dort leben würde. Marsalek habe dabei unter der „Obhut“ des russischen Geheimdienstes FSB gestanden. Demnach war dessen Aufenthaltsort deutschen Behörden bereits seit Anfang 2021 bekannt.

Bericht: BND lehnte Befragung von Wirecard-Vorstand Marsalek in Moskau ab

Damals erfuhr die deutsche Botschaft in Moskau laut Bild, dass ein Förderer der dortigen deutschen Schule ominöse Geschäfte betreibt. Der Mann solle mit dem russischen Impfstoff Sputnik V handeln, mit einer paramilitärischen Söldnertruppe in Verbindung stehen und über beste Kontakte nach Österreich verfügen. Bei dem Mann sollte es sich der Zeitung zufolge um Marsalek handeln.

Kurz darauf bot der FSB laut Bild dem Bundesnachrichtendienst (BND) ein Treffen und eine Befragung Marsaleks an. Die BND-Zentrale in Berlin sei über das Angebot informiert worden. Darin baten die Moskauer BND-Beamten dem Bericht zufolge um Weisung, ob ein Treffen mit Marsalek stattfinden solle und wie der mutmaßliche Milliardenbetrüger vernommen werden solle.

Der Zeitung zufolge beantwortete die BND-Zentrale die Frage aus Moskau aber nicht. Das Bundeskanzleramt wurde jedoch über das brisante Gesprächsangebot informiert. Die bayerischen Strafverfolgungsbehörden, die gegen die Verantwortlichen des früheren Dax-Konzerns aus der Nähe von München ermitteln*, wurden über das Angebot hingegen offenbar nicht informiert. Sie erhielten demnach nur einen vagen Hinweis auf ein Gebäude in der Nähe einer „langen Chaussee in Moskau“ als Versteck Marsaleks.

Wirecard-Skandal: Marsalek gilt offiziell als untergetaucht

Ein Sprecher der Bundesregierung teilte der Bild mit, dass die Bundesregierung zu Angelegenheiten, „die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten der Nachrichtendienste betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung“ nimmt. Im Bundestag wird demnach geprüft, ob zumindest Untersuchungsausschuss und Kontrollgremium ordnungsgemäß informiert waren.

Im Herbst steht die Hauptverhandlung gegen den früheren Wirecard-Chef Markus Braun* vor dem Landgericht München I an. Die Wirecard-Chefetage soll über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben, um das damals im Dax gelistete Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln. Es handelt sich um einen der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Geschichte. Neben Braun sind weitere Ex-Spitzenmanager angeklagt. Marsalek gilt offiziell als untergetaucht. Mit Material der AFP. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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