Eine Schülerin in Nordrhein-Westfalen trägt eine Maske.
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Nordrhein-Westfalen will die Maskenpflicht an Schulen lockern. Davor warnt Karl Lauterbach

Steigende Inzidenz

Corona an Schulen: Karl Lauterbach fordert weiter strenge Maskenpflicht

  • VonMax Schäfer
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Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vor Lockerungen der Maskenpflicht an Schulen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht das anders.

Berlin – Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach* spricht sich gegen ein Ende der Maskenpflicht an Schulen zum Schutz gegen das Coronavirus* aus, wie es aktuell etwa in Nordrhein-Westfalen geplant ist. Angesichts der steigenden Inzidenzen sollte NRW die Maskenpflicht an Schulen beibehalten, forderte der SPD*-Gesundheitsexperte der Rheinischen Post am Dienstag (26.10.2021). „Masken sind für die vierte Welle von großer Bedeutung, auch in den Schulen.“

Maskenfplicht in Schulen: Karl Lauterbach will Schulschließeungen vermeiden

„Wenn man auf Masken in der Schule verzichten will, muss dreimal pro Woche vor dem Unterricht getestet werden, sonst droht Schulausfall wegen zu hoher Fallzahlen“, erklärte Lauterbach. Für Schülerinnen und Schüler seien Masken kein Problem, Schulschließungen allerdings schon. Die müssten im kommenden Winter unbedingt vermieden werden. Japan zeige mit konsequenter Maskenpflicht, dass die vierte Welle auch ohne Lockdown bekämpft werden könne.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Dienstag (26.10.2021) dagegen, sie könne es nachvollziehen, dass vielerorts an den Schulen die Maskenpflicht aufgehoben worden sei oder jetzt aufgehoben werde. Das Tragen von Masken beeinträchtige den normalen Unterricht und sei für die Schüler belastend, so die CDU*-Politikerin. Auch sie sieht jedoch Handlungsbedarf: „Allerdings sollte bei einer Lockerung der Maskenpflicht weiter oder sogar vermehrt in den Schulen getestet werden.“ Das gelte gerade in der Zeit nach den Herbstferien.

Maskenpflicht in Schulen: Bundesbildungsministerin zeigt sich offen für Lockerung - unter Vorbehalt

Auch danach sollte aus Gründen des Gesundheitsschutzes in Schulen regelmäßig getestet werden, sagte Karliczek. Es sei unangenehm, aber wir dürften die Infektionsentwicklung nicht außer Acht lassen. Wenn die Inzidenz wieder deutlich steige, „könnte vor Ort über eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in den Schulen nachgedacht werden“.

Karl Lauterbach spricht sich angesichts der steigenden Corona-Inzidenzen außerdem für eine Ausweitung der Drittimpfungen bei Risikogruppen aus. „In Anbetracht der steigenden Fallzahlen auch bei Älteren ist eine neue Impfkampagne zur Nutzung der Booster-Impfungen in dieser Altersgruppe jetzt unbedingt nötig“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch die Bundesregierung rief deshalb zu Auffrischungsimpfungen gegen Corona bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen stieg zuletzt deutlich an. Zu Beginn der Woche lag die Inzidenz bei 110,1. (Max Schäfer mit AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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