Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts), RKI-Präsident Lothar Wieler (mitte) und Stiko-Chef Thomas Mertens werben für Grippe-Impfungen.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts), RKI-Präsident Lothar Wieler (mitte) und Stiko-Chef Thomas Mertens werben für Grippe-Impfungen.

Bundespressekonferenz

Corona in Deutschland: „Bitte lassen Sie sich impfen“ - Spahn und Wieler werben für Grippe-Impfungen

  • VonMax Schäfer
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Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler warnen für steigenden Corona-Fallzahlen – und einer Grippewelle im Herbst. Sie haben eine klare Forderung.

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler haben an die Bevölkerung appelliert, sich gegen Grippe impfen zu lassen.
  • Das Risiko einer Grippewelle sei in diesem Winter höher, weil es im vergangenen Jahr wegen des Lockdowns so gut wie keine Grippe gegeben habe, sagte Spahn.
  • In den kommenden Wochen steigen die Corona-Fallzahlen, prognostizierte Wieler, daher müsse verhindert werden, dass parallel eine Grippewelle auftrete.
  • Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems sei derzeit noch nicht einschätzbar.
  • Stiko-Chef warb für Grippe-Impfungen von älteren Menschen. Es gebe für sie spezielle Impfstoffe.
  • Lothar Wieler gab an, die Corona-Maßnahmen in Schulen beibehalten zu wollen.

Corona in Deutschland: Die Pressekonferenz von Spahn, Wieler und Mertens zum Nachlesen

+++ 11.15 Uhr: Die Pressekonferenz zu einem drohenden Anstieg der Corona-Zahlen und einer möglichen Grippewelle ist beendet.

+++ 11.12 Uhr: Die Durchsteckereien der Union in den Gesprächen mit möglichen Koalitionspartnern findet Jens Spahn ätzend, verantwortungslos und plump. Es ärgere ihn maßlos, so der CDU-Politiker auf die Frage nach der aktuellen Regierungsbildung. Eine Jamaika-Koalition* habe eine Chance verdient, weil es helfen könne, gesellschaftliche Spannungen zusammenzuführen, so Spahn zum Thema der Regierungsbildung. Mehr wollte er in der Pressekonferenz nicht sagen, schließlich sei es nicht das Thema.

+++ 11.10 Uhr: Lothar Wieler wird nach der Berechnung der Effektivität der Corona-Impfungen befragt und ob das RKI damit Impfgegnern Material geliefert habe. Diese Frage stelle sich das RKI auch, antwortet der RKI-Präsident. „Es ist eine konservative Schätzung, die uns sinnvoller erschien als eine andere Art der Schätzung“, sagt Wieler.

+++ 11.03 Uhr: Wie soll mit Studierenden umgegangen werden, die mit einem chinesischen oder russischen Impfstoff geimpft wurden? Sie müssen PCR-Tests machen, um Veranstaltungen in den Universitäten zu besuchen. Die Tests werden für die bezahlt, sagte Jens Spahn. Es sei möglich, dass eine Antikörperbestimmung durchgeführt werde, und anschließend eine weitere Impfung mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff verabreicht wird, ergänzte Stiko-Chef Thomas Mertens.

+++ 10.58 Uhr: Ab dem 11. Oktober werden die Bürgertests kostenpflichtig. Jens Spahn stellt klar, dass notwendige Tests in Schulen, bei der Arbeit und in gefährdeten Einrichtungen weiterhin kostenlos seien. Auf die Frage, was das Gesundheitsministerium gegen gefälschte Tests tun wolle, stellte der Gesundheitsminister klar, dass es sich dabei um eine Straftat handle. Dennoch wolle er von den Ergebnissen auf Papier wegkommen und sie digitalisieren.

Corona in Deutschland: Impfungen sind Spahns Exit-Strategie

+++ 10.52 Uhr: Jens Spahn wird nach einer Exit-Strategie aus der Pandemie gefragt. Der Gesundheitsminister hebt dabei ganz klar die Corona-Impfungen hervor.

+++ 10.50 Uhr: Lothar Wieler spricht sich für die Beibehaltung der Corona-Schutzmaßnahmen, wie der Maskenpflicht, in Schulen aus. „Bis zum nächsten Frühjahr sehen wir keinen Anlass, an den Schutzmaßnahmen in Schulen, Kitas und Altenheimen zu rütteln“, bekräftigt er. Er verweist auf die Gefahr von Long-Covid, die auch bei Kindern bestehe. Jens Spahn wirbt dafür, dass das regelmäßige Testen in den Schulen beibehalten werde und einen Unterschied mache.

+++ 10.45 Uhr: Jens Spahn antwortet auf eine Frage zur Impfbereitschaft, dass es immer noch genügend Menschen gebe, die man überzeugen müsse. Das beste Argument seien die Menschen auf den Intensivstationen, die meistens ungeimpft sind. Thomas Mertens ergänzt, dass es schon immer eine kleine Gruppe Menschen gegeben habe, die Impfgegner seien. Man müsse versuchen, sie mit Argumenten zu überzeugen. Das könne schwierig sein, so der Stiko-Chef.

+++ 10.41 Uhr: Eine Journalistin fragt, wie viele Corona-Infektionen und Todesfälle es aktuell in Pflegeheimen gebe. „Darüber habe ich im Augenblick keinen Überblick“, gibt Lothar Wieler zu. Es gebe vereinzelte Ausbruche und Impf-Durchbrüche, die jedoch im Rahmen seien. Jens Spahn verweist auf den wöchentlichen Bericht des RKI, wo detaillierte Angaben zu Ausbrüchen in Gemeinschaftsunterkünften gemacht würden.

Corona in Deutschland: Stiko-Chef empfiehlt Booster-Impfung

+++ 10.39 Uhr: Thomas Mertens empfiehlt die Booster-Impfung für ältere Menschen. Der Entwurf der Stiko sei derzeit in der Mache. „Ziel ist der Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod“. Auf die Frage, ob er Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 60 Jahren empfehle, antwortet er, die Stiko habe sich selten gegen eine Impfung ausgesprochen und sagt, dass eine solche Impfung auch für Menschen zwischen 60 und 80 Jahren empfohlen sei

Jens Spahn ergänzt, dass es außerdem einen Unterschied zwischen der rechtlichen Zulassung und der Empfehlung gebe. Dazu komme es auf den Austausch zwischen Patient und Arzt an, die das entscheiden sollten.

Corona in Deutschland: Spahn äußert sich zu möglicher Überlastung des Gesundheitssystems

+++ 10.27 Uhr: Zur Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems in diesem Winter sagt Gesundheitsminister Jens Spahn, dass es derzeit schwer einzuschätzen sei. Auch durch Grippewelle alleine könne das Gesundheitssystem stark belastet werden. Es sei gut, dass sich das durch eine einfache Maßnahme wie die Impfungen vermeiden ließen. Das Risiko, dass es zu einer Überlastung kommen könne, sollte Grund genug sein, sich zu impfen, sagt Spahn.

+++ 10.20 Uhr: Mertens geht dabei auf die verschiedenen Impfstoffe gegen Grippe ein. Es gebe spezielle Vakzine für ältere Menschen. Seit Anfang des Jahres seien außerdem Hochdosis-Impfstoffe von der Stiko empfohlen, die für Menschen ab 60 Jahren und älter empfohlen seien.

+++ 10.19 Uhr: Stiko-Chef Thomas Mertens hebt die Bedeutung von Impfungen, nicht nur für Covid-19, sondern auch für andere Krankheiten hervor. Diese seien während der Corona-Pandemie zurückgegangen, so Mertens.

+++ 10.16 Uhr: Lothar Wieler spricht die Situation von Kindern und Jugendlichen an. Sie seien stärker von Corona betroffen, weil es mehr schwere Fälle gebe. „Es liegt in unserer Verantwortung, die Kinder zu schützen“, so der RKI-Präsident. Er forderte alle auf, Rücksicht auf die Kinder zu nehmen.

Corona in Deutschland: „Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser kommen wir durch den Winter“

+++ 10.13 Uhr: „Je mehr Menschen gegen Corona geimpft sind, je mehr Menschen gegen Grippe geimpft sind, je mehr Menschen sich an die Maßnahmen halten, desto besser kommen wir durch den Winter“, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler.

+++ 10.10 Uhr: „Nur weil es Corona gibt, soll man Grippe nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Jens Spahn. In Hinblick auf beide Viruserkrankungen weißt der Gesundheitsminister auch auf die gängigen AHA-Regeln hin

+++ 10.09 Uhr: Spahn möchte angesichts des kommenden Herbstes und Winters auch für die Grippeimpfung werben. Genug Impfstoff sei vor dieser Grippesaison vorhanden. Im letzten Jahr gab es über 22 Millionen Grippeimpfungen. Das seien so viel wie nie zuvor. Spahn will auch in diesem Jahr diese Zahl erreichen. In diesem Jahr stünden 27 Millionen Dosen zur Verfügung, die bereits im Oktober nahezu alle vorhanden seien.

+++ 10.05 Uhr: Auch nach den Reiserückkehrerende und dem Schulanfang gebe es eine Corona-Inzidenz und eine Belegung auf den Intensivstationen, mit der man umgehen könne, so Jens Spahn. Der Gesundheitsminister hebt dabei den Einfluss der Corona-Maßnahmen und der Impfkampagne hervor. Die Situation stimme zuversichtlich.

RKI-Chef Lothar Wieler (l.) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (r.) auf der Bundespressekonferenz. (Archivfoto)

Corona in Deutschland: Spahn und Wieler nennen Details zu vierter Welle

Erstmeldung von Mittwoch, 6.10.2021, 9.47: Berlin – In Deutschland befürchten Fachleute einen Anstieg an Corona*- und Grippeinfektionen im Herbst und Winter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, geben am Mittwochvormittag (06.10.2021) gegen 10.00 Uhr eine Pressekonferenz. Im Fokus soll dabei das Thema Impfen stehen.

In seinem jüngsten Wochenbericht hatte das RKI einen Anstieg der Corona-Fallzahlen* prognostiziert. Die große Zahl von ungeimpften Personen und die Kontakte in Innenräumen im Herbst seien Gründe für die Gefahr, so das RKI. Ärztinnen und Ärzte befürchten außerdem eine Grippewelle. Aktuell gebe es bereits eine Zunahme an Atemwegsinfektionen bei Kindern und Jugendlichen. Nun würden Infekte nachgeholt, die es aufgrund des teilweisen Lockdowns im vergangenen Winter und Frühjahr nicht gegeben habe, berichten die Fachleute.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz mit Spahn, Wieler und Mertens

Auch Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird bei der Pressekonferenz von Jens Spahn und Lothar Wieler dabei sein. Im September hatte die Stiko eine Empfehlung herausgegeben, nach der Impfungen gegen das Coronavirus und gegen Grippe beim selben Termin erfolgen könnten. Die Fachleute empfehlen einen Termin ab Oktober.

Vor einer weiteren Lockerung der Maskenpflicht warnte am Mittwoch (6.10.2021) SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach*. „Wir müssen darauf achten, dass wir nicht durch einen Freedom Day oder ein vorschnelles Ende der Maskenpflicht eine große, kombinierte Infektionswelle bekommen“, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Es könne zu einer Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen kommen, wenn Corona, Influenza und gewöhnliche Erkältungen gemeinsam massenhaft auftreten, so Lauterbach.

Corona in Deutschland: CDU-Politiker fordert „Ausstiegspfad“ aus Maßnahmen

Schrittweise Lockerungen der Corona-Maßnahmen forderte dagegen der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager (CDU*): „Bund und Länder sollten einen Ausstiegspfad verabreden, der uns aus den pandemiebedingten Einschränkungen herausführt.“ Es müsse offen diskutiert werden, ansonsten nehme die Unzufriedenheit mit den politischen Entscheidungen zu Corona weiter zu“, sagte Sager den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir sind optimistisch, dass wir langsam, aber sicher aus der Pandemie herauswachsen werden. Dieses Signal sollte auch die Politik aussenden“, so der CDU-Politiker. Dazu sei es jedoch notwendig, die Impfquote zu steigern. „Sollte es große Impflücken bei bestimmten Berufsgruppen wie Erziehern, Lehrerinnen und Pflegekräften geben, muss über eine Impfpflicht für diese Tätigkeiten nachgedacht werden“, sagte er.

In Deutschland waren am Dienstag (5.10.2021) 64,7 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Mehr als 53,8 Millionen Menschen hätten die dafür nötigen Dosen erhalten. 68,2 Prozent haben mindestens eine Impfung erhalten. (Max Schäfer mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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