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NRW-Wahl: SPD könnte CDU zum „König ohne Land“ machen - doch der Rückenwind fehlt

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Von: Bedrettin Bölükbasi

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gilt die CDU als Favorit, doch auch die SPD könnte Erfolg haben. Allerdings mangelt es an Rückenwind.

München - Am Sonntag (15. Mai) steht die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland wird festlegen, ob Amtsinhaber und Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) weiterhin regieren darf, oder ob sein größter Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD) nun das Amt übernehmen soll.

Eines steht jedenfalls fest: Es wird ein enges Rennen, wie die aktuellen Umfragenzur NRW-Wahl kurz vor der Öffnung der Wahllokale zeigen. Ganz anders als bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein vor nur einer Woche, wo Amtsinhaber und CDU-Kandidat Daniel Günther einen riesigen Sieg erlangen konnte, führt die CDU in Nordrhein-Westfalen nur knapp. Die SPD hängt zwar dicht an den Christdemokraten. Für einen Erfolg der Sozialdemokraten bleibt der entscheidende Rückenwind auf Bundesebene aber aus.

NRW-Wahl: Umfrage sieht CDU vorne - keine Mehrheit für schwarz-gelb

Eine aktuelle Umfrage des Insa-Instituts für die Bild (1000 Befragte zwischen 09.05. und 10.05.) zeigt erneut das knappe Rennen in Nordrhein-Westfalen. Demnach liegt die CDU bei 32 Prozent, während die SPD mit vier Prozentpunkten Differenz auf 28 Prozent kommt. Die Grünen erzielen 16 Prozent, die FDP 8 Prozent, die AfD 7 Prozent und die Linke 3 Prozent. Sonstige Parteien kommen gemeinsam auf 6 Prozent.

Das Rennen wird zwar hauptsächlich zwischen der CDU und der SPD ausgetragen, doch die restlichen Parteien sind entscheidend für die Koalitionsbildung in Nordrhein-Westfalen. Die aktuelle schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen erreicht mit diesen Werten keine Mehrheit mehr. Dafür wäre aber ein schwarz-grünes Bündnis möglich.

NRW-Wahl: SPD mit Ampel-Hoffnung - doch Bundespolitik dämpft Erwartung

Auch die SPD dürfte mit Hoffnung auf die Möglichkeit einer ganz bestimmten Koalition blicken. Denn mit einer Ampel-Koalition zusammen mit den Grünen und der FDP könnte plötzlich die SPD in der Landtagswahl triumphieren. Dazu betonte Insa-Chef und Meinungsforscher Hermann Binkert gegenüber der Bild, die CDU mit Favorit Wüst könne am Ende als „König ohne Land“ dastehen, sollte die SPD tatsächlich eine Ampel-Koalition bilden können.

Für ein gutes Ergebnis in Nordrhein-Westfalen bedarf es jedoch Rückenwind von der Partei auf Bundesebene. Und genau an dieser Stelle hakt es bei den Sozialdemokraten laut dem Meinungsforscher. Binkert zählt aber weitere zusätzliche Faktoren auf, die die SPD in der Wahl in die Ecke drängen: „Auch die wirtschaftliche Lage, die hohe Inflation und die Debatte um Deutschlands Kurs im Blick auf die Ukraine haben Einfluss auf die Wahlentscheidung.“

SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty (l) und Bundeskanzler Scholz
SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty (l) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beim Wahlkampf in Köln. © Federico Gambarini/dpa

NRW-Wahl: „Kleine Bundestagswahl“ als Stimmungtest für Scholz

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist dabei nicht nur auf Landesebene relevant und keineswegs als eine reine Landtagswahl zu betrachten. Sie wird auch als „kleine Bundestagswahl“ bezeichnet und ausgehend davon lassen sich auch Schlüsse für die Bundesebene ziehen.

Sowohl für die Parteien auf Bundesebene als auch für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist die Wahl im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland somit ein wichtiger Stimmungstest. Alle Informationen zu dieser wichtigen Wahl finden Sie auf Merkur.de. Wir informieren Sie über verschiedene Themen von der Briefwahl bis hin zu den Kandidaten und Parteien. Sie wissen noch nicht, wen sie wählen wollen? Der Wahl-O-Mat ist an dieser Stelle eine nützliche Hilfe. (bb)

Alle Nachrichten am Wahltag gibt es in unserem News-Ticker zur Landtagswahl in NRW. Infos zu Prognosen und Hochrechnungen zur NRW-Wahl finden Sie hier.

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