Ein älteres Paar sitzt auf einer Bank am Max-Eyth-See in Stuttgart.
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Bedroht vom demografischen Wandel und der Corona-Pandemie: Die Bezüge im Ruhestand

Nicht nur wegen Corona

Geheimpapier durchgesickert: Unions-Politiker stellen Rente mit 63 in Frage - „War ein Fehler“

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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„Rente mit 63“ wird das Konzept umgangssprachlich genannt. Offenbar ist es aber nicht mehr finanzierbar - und Unionspolitiker fordern nun Konsequenzen.

  • Unionspolitiker dringen auf eine Radikal-Reform der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Ihr Fokus dabei: Der abschlagsfreie Ruhestand nach 45 Beitragsjahren.
  • Auch die Corona-Krise* beeinträchtigt dieses Jahr die Rentenbezüge.

Berlin - Die Rente mit 63 steht einem Bericht zufolge auf der Kippe - weil den Rentenkassen massive Geldprobleme drohen. Fachpolitiker von CDU*/CSU* fordern unter anderem die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf ein neues, am Montag verabschiedetes Konzept der Mittelstandsunion (MIT) berichtete.

„Bei der Rente darf es keine Denkverbote geben“, hieß es in dem Papier.

Papier zur abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren: „Einführung war ein Fehler“

Die Unionspolitiker fordern dem Bericht zufolge eine gedämpfte Entwicklung der Rentenerhöhung und stellen den vorzeitigen, abschlagsfreien Ruhestand für Versicherte nach 45 Beitragsjahren in Frage. „Die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 war ein Fehler, da sie dem Arbeitsmarkt Fachkräfte und der Rentenversicherung Beitragszahler entzieht“, schreiben die Politiker. Als Grund für die geplante Rentenreform werde der demografische Wandel und seine Folgen genannt.

Wer 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hatte, konnte bislang schon ab 63 Jahren abschlagsfrei in Ruhestand gehen.

CDU-Politikerin Jana Schimke plädiert für Kurs-Korrektur: „Die Rente ist in Gefahr“

„Die Rente ist in Gefahr“, sagte die CDU-Politikerin Jana Schimke der Zeitung. „Seriöse Rentenpolitik“ bedeute auch, Fehlentscheidungen der Vergangenheit zu korrigieren, „sonst droht der Rentenkasse die Schieflage“. Grundlage für die Rentenanpassung ist in Deutschland in erster Linie die Lohnentwicklung im vorangegangenen Jahr.

Eine gute Nachricht gibt es indes: Die Corona-Krise* beschert den westdeutschen Rentnern in diesem Jahr eine Nullrunde. Wegen der rückläufigen Lohnentwicklung müssten die Altersbezüge eigentlich sogar sinken, was durch die gesetzlich verankerte Rentengarantie aber verhindert wird.

Mehr zum Thema im Video: Rentenerhöhung fällt im Westen aus - Mini-Anstieg im Osten

Somit bleiben die Renten im Westen auf dem derzeitigen Niveau. Allerdings werden in den Folgejahren etwaige Rentenerhöhungen solange halbiert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist. Im Osten steigen sie zum 1. Juli wegen der allmählichen Anpassung um 0,72 Prozent auf 97,9 Prozent des Westniveaus. ( frs mit Material der AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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