Weg aus Bayern?

Söder als Superminister unter Laschet? CSU-Chef hat eine klare Antwort parat

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Markus Söder ist wie seine Partei im Wahlkampfmodus. Am Sonntagabend teilte er in viele Richtungen in einem Bild-Live-Format aus.

Nürnberg - Die Meinung von Markus Söder* ist oft gefragt. Spätestens seit Corona kennt jeder den bayerischen Ministerpräsidenten, der zuletzt eine gute Woche lang den Kampf gegen Armin Laschet nicht aufgab, womöglich als Kanzlerkandidat der Union in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Am Ende musste er zurückziehen.

Ärgern würde er sich darüber „gar nicht“, dass er es am Ende nicht geworden ist, sagte Markus Söder am Sonntagabend in dem Bild-Format „Die richtigen Fragen“. „Die Entscheidung ist gefällt worden und das ist ok. Die Frage ist, wie wir damit umgehen und wie wir das Beste daraus machen“, erklärt er weiter. Denn einen richtigen „Hype“ um die Union gebe es bisher noch nicht. Das zeigen deutlich die aktuellen Umfragewerte*.

Markus Söder windet sich um die Frage, ob er Boris Palmer aus der Partei werfen würde

Man müsse nach vorne sehen und die Alternativen in den Blick nehmen. Denn: „Also Olaf Scholz überzeugt nicht. Bei den Grünen sind auch viele Fragezeichen jetzt dahinter“, sagt Söder. „Man sieht ja jetzt, sie schmeißen ja sogar Persönlichkeiten aus ihren Reihen raus, die lange gelobt worden sind, die eigentlich anscheinend eine sehr erfolgreiche Kommunalpolitik machen.“ Worauf er auf die Frage reagieren muss: Hätte er Boris Palmer auch rausgeworfen*? „Ich kann ja nicht jemanden rauswerfen, der nicht bei der CSU* ist“, weicht er aus. Er habe den Eindruck, dass es seit längerer Zeit einen Entfremdungsprozess zwischen Palmer und den Grünen gibt.

Für den Wahlkampf in den nächsten Woche müsse sich die Union „echt einfach anstrengen“, sagt Söder. Denn eine grün-schwarze Koalition könne er sich nicht vorstellen. Und er findet sogar ein paar lobende Worte für die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock*: „Was mir auffällt, sie hat sich sehr genau auf die Aufgabe vorbereitet. Vielleicht hat das auch Robert Habeck unterschätzt, ich weiß es nicht“, so der CSU-Chef. „Und bislang kann man sagen, ist auch kein Interview völlig misslungen“, fügt er hinzu. Doch die mangelnde Erfahrung spielt für Söder dennoch eine Rolle.

CSU-Chef Söder glaubt nicht, dass Scholz Chancen auf das Kanzleramt hat

Die Chancen von Olaf Scholz*, Bundeskanzler zu werden, schätzt er jedoch für „nicht so hoch“ ein. Er sieht bei der SPD einerseits ein Glaubwürdigkeitsproblem. Und obwohl Scholz ein „ganz seröser Mann“ sei: „Beim Thema Inspiration und Charisma, glaube ich, ist noch ein bisschen Luft nach oben“, sagt Söder und trifft damit wohl den wunden Scholz-Punkt.

In dem Interview teilte der bayerische Ministerpräsident aber auch in die eigenen Reihen aus, nämlich was den digitalen Corona-Impfpass angeht, bei dem Gesundheitsminister Jens Spahn mitmischt: „Wie kann es sein, dass wir auch bei dem Thema wieder so versagt haben?“, wird Söder gefragt. „Ich weiß nicht, ob versagen das richtige Wort ist“, meint Söder zwar, aber: „Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht. Jedes Mal, wenn es um digitale Optionen geht, brauchen wir länger, obwohl wir doch ein super Technikland sind.“ Er meint: „Es wird schon sicher kommen“, aber: „Bei uns kommt der Zug halt immer zehn Minuten zu spät.“

Am Ende verabschiedet sich Söder auf die Frage, ob er Minister in Berlin unter Laschet für ein Super-Ministerium werden würde: „Nein, der Posten ist auch durch Friedrich Merz besetzt.“ Zu dem konservativen CDU-Politiker ließ er bereits zuvor eine vielsagende Bemerkung fallen: „Ich bin total dankbar, dass Friedrich Merz uns da Hilfestellung gibt. Seine Erfahrungen, insbesondere aus den 90er Jahren, die er damals als aktiver Politiker hatte, hilft uns da sicher.“ (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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