Pro Spessart: „Nur Nachteile für die Region bei Trasse durch den Nordspessart“

20. September 2015
bad orb

Die Deutsche Bahn AG will die Strecke zwischen Hanau und Fulda schneller und leistungsfähiger machen. Eine Planvariante ist eine Neubaustrecke durch den Nordspessart. Dies zu verhindern ist Anliegen der „Initiative Pro Spessart“ (IPS). Dazu hatte die Initiative ins Haus des Gastes in Bad Orb eingeladen, um Argumente gegen eine Nordspessart-Trasse und für den Ausbau bestehender Bahnstrecken zu erläutern.

Tenor war: Kein Vorteil für die Passagiere und nur Nachteile für die Region. Der IPS-Vorsitzende Rainer Schreiber (Bürgermeister Jossgrund) konnte unter den Gästen auch den Kreisbeigeordneten Matthias Zach begrüßen, der Helga Koch den Landesehrenbrief überreichte. Zach habe grundsätzlich Verständnis für Widerstand und konstruktive Kritik.

Als erster Redner ergriff Christian Behrendt (Fahrgastverband „ProBahn“) zum Thema „Trassenwahl und Deutschland-Takt: Eisenbahn muss funktionieren“ das Wort. Frage sei nicht, ob der Ausbau komme, sondern wie. Zunächst sprach er über die hohe Belastung der anstehenden Abschnitte. Auch seien über Jahrzehnte Strecken stillgelegt worden. Nun gebe es Bestrebungen, diese wieder der Schiene anzuschließen. Selbst Bad Orb schloss er nicht aus. Der Bahnhof liege ideal. Die Nordspessart-Trasse trage zu keiner Entlastung im Kinzigtal bei, aber der Wirtschaftsstandort Aschaffenburg verliere seine ICE-Haltestelle. Die Strecke zwischen Hanau und Fulda gehöre zu den am meisten befahrenen.

Risiken einer Spessart-Durchquerung

Helga Koch nahm sich der „Risiken einer Spessart-Durchquerung – Verluste an Natur, Lebensqualität und Erholungswert im Naturpark Spessart“ an und zeigte Fotomontagen, die belegen sollten, dass die Region ein neues Gesicht erhalte, sollte es zu einer Nordspessart-Trasse kommen, mit überspannenden Brücken und langen Tunneln.

Für den Planungsabschnitt nordöstlich von Gelnhausen gebe es zwei Lösungsansätze. Viergleisiger Ausbau/Neubau entlang des Kinzigtales von Gelnhausen nach Fulda oder Neubau einer Querungsspange von Gelnhausen durch den Spessart zur vorhandenen Schnellbahnstrecke Würzburg-Fulda im Sinngrund. Mit der Trasse würden Erholungs- und Rückzugsmöglichkeiten ad absurdum geführt. Wegen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gebe es keine Zeitersparnis. Die Maßnahmen bedingten Natur-, Wald- und Landschaftszerstörung und Gefährdung der Schutzgebiete. Bei der Spessartdurchquerung seien Bad Orb „und das Hinterland“ direkt betroffen. / ez