Achtung: In der Nacht auf Ostersonntag wird die Uhr umgestellt

26. März 2016
Region

Es ist schon wieder so weit: In der kommenden Nacht auf Ostersonntag werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt. Und zwar um eine Stunde nach vorne, von 2 Uhr auf 3 Uhr. Unumstritten ist dies nach wie vor nicht.

Alle Jahre wieder – und das gleich zweifach: Der halbjährliche Wechsel von Winter- und Sommerzeit geht bis auf den amerikanischen Staatsmann und Erfinder Benjamin Franklin (1706-1790) zurück. In einem Essay über „die Kosten des Lichts“ forderte er schon 1784, die natürliche Helligkeit durch Zeitumstellung besser zu nutzen. Sommerzeit-Experimente gab es danach häufiger, eine in der ganzen EU einheitliche Regelung existiert aber erst seit 1996. Doch vielen ist das Drehen an der Uhr ein Dorn im Auge. Die Argumente:

PRO:

- Tageslicht zur Arbeit besser nutzen: Das galt vor allem nach dem Krieg. 1947 wurden die Uhren gar zwei Stunden vorgestellt, um mehr Tageslicht beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu haben.

- Energie sparen: Das war zumindest die durch die Ölkrise 1973 geschürte Hoffnung. Doch Fachleute zweifeln am Nutzen.

- Mehr Freizeit nach dem Job: Nach einem anstrengenden Arbeitstag kann man das Sonnenlicht noch ein Stündchen länger im Garten oder auf dem Balkon genießen.

- Länger Grillen, Baden und Party machen: Beim sommerlichen Picknick am Wochenende ist es länger hell. Das kommt der Geselligkeit zugute.


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KONTRA:

- Überflüssig, meint das Umweltbundesamt: Zwar knipsen wir im Sommer abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden dafür mehr geheizt. Unter dem Strich gibt es durch die Sommerzeit allein keine Ersparnis.

- Schlafstörungen und Appetitlosigkeit: Mediziner warnen, dass empfindsamere Menschen Probleme mit der Anpassung haben können.

- Verkehrsgefahren: Einige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es am Montagmorgen nach der Umstellung auf die Sommerzeit mehr Unfälle als an anderen Montagen gebe.

- Auch Tiere leiden: Die Fütterungszeiten sind einem Rhythmus angepasst und können nicht einfach um eine Stunde verschoben werden, klagen Landwirte. Auch Milchkühe müssen sich auf neue Melkzeiten erst einstellen und geben zunächst weniger Milch.

- Lästige Uhren: Nervig ist die Umstellung für alle, die keine Funkuhr haben. Gehen die Chronometer nicht automatisch mit der Zeit, muss die Anpassung manuell geschehen, an Küchengeräten oder im Auto zum Beispiel. / dpa