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Pläne für Gas- und Ölheizungen: Das müssen Hausbesitzer wissen

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Das geplante Verbot von Öl- und Gasheizungen sorgt weiter für Diskussionen. Was plant die Bundesregierung? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Fulda/Berlin - Das Gebäudeenergiegesetz aus dem Ressort von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) soll zum 1. Januar in Kraft treten. Das vorgesehene Verbot von Öl- und Gasheizungen beunruhigt viele Hausbesitzer, die die Kosten teurer Umbauten fürchten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Vorhaben der Bundesregierung, über das aktuell viel diskutiert wird.

Austausch von Gas- und Ölheizungen: Das müssen Hausbesitzer wissen

Muss die alte Heizung zum 1. Januar 2024 raus?

Nein! Es gibt keine neuen Austauschpflichten. Nur wenn die Heizung kaputt geht und nicht mehr repariert werden kann oder im Neubau sollen Öl- und Gasheizungen künftig verboten sein. Beim Ersatz sind Übergangsfristen von drei Jahren vorgesehen, bei Gasetagenheizungen von bis zu 13 Jahren. Vorübergehend kann eine fossil betriebene Heizung eingebaut werden, wenn innerhalb von drei Jahren auf eine neue, klimafreundliche Heizung umgestellt wird. Wer 80 Jahre oder älter ist, muss nicht umstellen.

Was muss eine neue Heizung können?

Für jede neu gebaute Heizung gilt ab Jahreswechsel, dass sie mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen muss. Denkbare Technologien neben der Wärmepumpe sind: Fernwärme, Stromdirektheizung, Hybridheizung, Heizung auf der Basis von Solarthermie oder Heizungen, die auf Wasserstoff umrüstbar sind (H2-Ready). 

Öl- und Gasheizungen sollen bald Geschichte sein – für den Austausch wird ein Klimabonus ausgelobt.
Öl- und Gasheizungen sollen bald Geschichte sein – für den Austausch werden Förderungen in Aussicht gestellt. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

Muss das ganze Haus umgebaut werden?

Die Antwort lautet: Jein. „Für Wärmepumpen im Neubau empfiehlt sich grundsätzlich der Einsatz einer Fußbodenheizung“, sagt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Bei einer Modernisierung sollte immer vorab geprüft werden, ob eine Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern ausreichend Wärme erzeugt. „Wenn nicht, müssen einzelne Heizkörper vergrößert werden oder eine neue Flächenheizung nachträglich eingebaut werden“, erklären die Experten. Darüber hinaus macht das GEG Vorgaben für die Dämmung. Die Verbraucherzentrale hat dazu eine Übersicht.

Sollte das Haus besser schnell verkauft werden?

Nein. „Panisch an Hausverkäufe zu denken, ist der falsche Ratgeber“, sagt der Zentralverband. Wer den Verkauf eines Hauses mit alter Technik in Erwägung zieht, sollte daran denken, dass eine Immobilie mit neuer Technik viel bessere Preise erzielt. 

Was kosten die möglichen Umbauten?

Die Kosten, sagen die ZVSHK-Experten, lassen sich aus Handwerkssicht überhaupt nicht seriös beziffern. Nur so viel: „Bei unsanierten Häusern aus den 70er oder 80er Jahren ist eine Wärmepumpen-Installation schon eine Herausforderung“. Entscheidend ist aber die Einzelfallbetrachtung. „Und das sollte auch der Rat an verunsicherte Hauseigentümer sein: Ruhe bewahren, mit Fachleuten reden“, sagte ZVSHK-Sprecher Frank Ebisch unserer Redaktion.

Ratsam ist es, einen Sanierungsfahrplan aufstellen zu lassen. Er wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. Der Zuschuss beträgt 80 Prozent des zuwendungsfähigen Beratungshonorars, maximal 1300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1700 Euro bei größeren Wohnhäusern.

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf bereits beschlossen. Mehrere Bundesländer haben die Pläne zum schrittweisen Heizungstausch indes scharf kritisiert. „Dieses Gesetz wird keinen Erfolg finden, sondern im Gegenteil zu riesigen Spannungen führen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Beratung zum Thema im Bundesrat in Berlin.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll nicht nur im Bereich der Heizungsanlagen in Gebäuden voranschreiten. Der Kreis Fulda beispielsweise erzielt große Fortschritte bei der Photovoltaik. (red, mit dpa-Material)

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