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Kfz-Versicherung in Corona-Zeiten: Sinken jetzt die Preise dank weniger Unfälle?

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Von: Franziska Kaindl

Die Grüne Karte weist eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung nach. Foto: Daniel Reinhardt
Die Grüne Karte weist eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung nach. © Daniel Reinhardt

Wer weniger Auto fährt, baut weniger Unfälle: Während des Corona-Lockdowns mussten Kfz-Versicherer weniger Unfallschäden regulieren. Wirkt sich das auf die Preise aus?

Aufgrund des Corona-Lockdowns im Frühjahr dieses Jahres mussten Kfz-Versicherer weniger Unfallschäden regulieren*. Viele Autofahrer hoffen deshalb auf eine positive Preisentwicklung – sind die Kosten für die Versicherung bald niedriger?

Kfz-Versicherung: Niedrigere Beiträge wegen Corona-Lockdown?

„Trotz sinkender Schadenzahlen während der COVID-19-Krise sind die Preise für Kfz-Versicherungen gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben“, berichtet Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Überraschend sei diese Entwicklung aber nicht: „Erstens steigen die Preise in jedem Jahr nach der Wechselsaison im November, um dann im Oktober wieder zu sinken. Außerdem sind Kfz-Versicherungstarife langfristig kalkuliert, sodass kurzfristige Entwicklungen weniger Einfluss haben.“

Verivox entwickelt den Kfz-Versicherungsindex zusammen mit Professor Wolfgang Bischof, dem Statistik-Experten der Technischen Hochschule Rosenheim. Der Index sei so berechnet, dass er die tatsächliche Preisentwicklung darstellt und Abweichungen durch geänderte Kundengruppen keine Rolle spielen.

Anteil der Neuwagenkäufer seit Corona niedriger: Auswirkungen auf Beiträge?

Bei der Auswertung der Durchschnittspreise würden auch Änderungen bei den Kundengruppen Einfluss nehmen, wie Wolfgang Schützer klärt. So seien die Durchschnittspreise im März um acht Prozent gegenüber dem Januar gestiegen und seit Juni fast wieder auf das Januar-Niveau gesunken. „Sie sind ein Zeichen dafür, dass der Anteil der Neuwagenkäufer seit Corona niedriger ist. Kunden, die einen Gebrauchtwagen kaufen oder ihre Versicherung wechseln, schließen dagegen seltener leistungsstarke Tarife ab und senken den Durchschnittspreis.“ Diese Zahlen würden allerdings wenig über die wirklich Entwicklung der Tarifpreise aussagen.

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Während Corona-Lockdown wenig gefahren: So holen Sie Ihr Geld zurück

Einige Versicherer lassen Kunden an den Corona-Einsparungen teilhaben, wie Verivox informiert. Autofahrer müssen sich also an ihren Kfz-Versicherer wenden. Es gibt aber einen ganz direkten Weg, sich zu viel gezahltes Geld zurückzuholen, so Schütz: „Der Kfz-Versicherungsbeitrag wird anhand der Laufleistung berechnet. Wer deutlich weniger gefahren ist, kann das seinem Versicherer am Jahresende mitteilen. Wenn dadurch der Beitrag sinkt, wird die Ersparnis rückwirkend zurückgezahlt.“ Diese Vorgehensweise gilt auch unabhängig von der Corona-Pandemie. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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