1. Fuldaer Zeitung
  2. Ratgeber
  3. Auto

SUV-Testbericht: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S in der Platinum-Version

Erstellt:

Von: Harald Joisten

Der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S ist ein Allrounder.
Der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S ist ein Allrounder. © KIA

Wir haben den Kia Sorento SUV getestet, der im Modelljahr 2023 überarbeitet wurde und der einzig verbliebene Verbrenner-Motor im Angebot neben einem Vollhybriden und Plugin-Hybriden ist.

Ein Geheimtipp ist Kia schon lange nicht mehr. Im ersten Halbjahr 2022 verkauften die Südkoreaner hierzulande immerhin 36.366 Fahrzeuge– ein Plus von 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der beste Wert für die Asiaten seit dem Deutschland-Start 1993. Längst versucht Kia, auch in den Premiummarkt vorzustoßen. Das Flaggschiff Sorento kam vor genau 20 Jahren auf den deutschen Markt, im August 2002. Und die vierte Generation kommt der Premium-Konkurrenz nun sehr nahe, wie unser Fahrbericht zeigt.

Kia Sorento SUV – vierte Generation überarbeitet

Optisch gehört der neue Sorento schon zu den größten. Er ist 4,81 Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,70 Meter hoch. Das Äußere wurde deutlich geschärft, kecker, kantiger. Das Design wirkt stimmig und setzt sich im Innenraum fort, der aufgeräumt und gut verarbeitet wirkt. Die Materialien sind ein Mix aus glatten Flächen in Metall- und Lederoptik. Der 10,25 Zoll große Monitor wird über Touch-Eingaben bedient, ist hoch positioniert und mit verständlicher Grafik versehen. In der besten Ausstattungsstufe „Platinum“ ist alles enthalten, was beim Sorento an Multimedia verfügbar ist. Dazu gehört neben einem Radio mit DAB+ Empfang auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Sprachsteuerung und Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsmeldungen. Die Handyanbindung über Apple CarPlay und Android Auto funktioniert gut.

Der stylische Innenraum wirkt aufgeräumt und gut verarbeitet.
Der stylische Innenraum wirkt aufgeräumt und gut verarbeitet. © KIA

Das digitale Cockpit besteht aus zwei Rundinstrumenten für Geschwindigkeit und Drehzahl. Setzt man einen Blinker, filmt eine Kamera den rückwärtigen Bereich neben dem Auto und zeigt das jeweilige Videobild dort an – eine praktische Hilfe in guter Bildqualität. Das Soundsystem im Innenraum stammt von Bose und enthält zwölf Lautsprecher inklusive Subwoofer. Es gibt zahlreiche USB-Anschlüsse, sogar in den Rücklehen der Frontsitze und im Kofferraum, sowie 12-V-Steckdosen. Einen klassischen AUX-Anschluss gibt es nicht mehr.

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum): viel Platz im Innenraum

Natürlich bietet der Sorento im Innenraum eine Menge Platz. Auch auf den Rücksitzen können 1,95 Meter große Personen problemlos sitzen. 990 Euro Aufpreis kostet eine dritte Sitzreihe. Der große Gepäckraum fasst 705 bis 2100 Liter inklusive Stauraum unter der Kofferraumabdeckung. Die Rücksitzbank lässt sich asymmetrisch geteilt umklappen. Die elektrisch angetriebene Heckklappe ist in der Platinum-Ausstattung auch serienmäßig enthalten. Bleibt man kurz hinter dem Fahrzeug stehen, öffnet sich die Heckklappe automatisch (Funktion ist abschaltbar). Die Klappe öffnet hoch genug, so dass sich auch große Erwachsene mit 1,90 m nicht den Kopf stoßen. Die Ladekante ist mit 79 cm über der Straße hingegen recht hoch. Das Gepäckraumrollo kann auch unter dem Kofferraumboden verstaut werden.

Der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum) bietet viel Platz im Innenraum.
Der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum) bietet viel Platz im Innenraum. © KIA

Typisch für einen SUV bietet die hohe Sitzposition einen guten Überblick. Die Rundumsicht ist gut, lediglich nach hinten gibt es leichte Einschränkungen durch die C- und D-Säulen.

Der automatisch abblendende Innenspiegel ist Serie, für die Außenspiegel gibt es diese Funktion nicht. Ebenso serienmäßig sind sehr gute Voll-LED-Scheinwerfer, die aber weder über dynamisches Kurvenlicht noch Abbiegelicht verfügen. Parksensoren an Front und Heck sowie vier Kameras für ein Rundumbild hat der Sorento ab Werk. Zum ersten Mal bei KIA gibt es einen Parkassistenten, der sich über den Schlüssel bedienen lässt. Der Fahrer steht außerhalb des Fahrzeugs und kann dieses ferngesteuert vor- und zurückfahren lassen, etwa, wenn das Auto im Parkhaus zu eng eingeparkt ist.

Mit dem Parkassistenten kann der Fahrer das Fahrzeug ferngesteuert vor- und zurückfahren lassen.
Mit dem Parkassistenten kann der Fahrer das Fahrzeug ferngesteuert vor- und zurückfahren lassen. © KIA

Der Ein- und Ausstieg fällt durch die hohe Karosserie recht leicht. Die vorderen Sitzflächen liegen mit knapp 60 cm günstig über der Straße. Die Zuladung durfte im Falle des Testwagens bis üppige 658 kg betragen. Der Sorento darf nun stattliche 2,5 Tonnen an den Haken nehmen, wenn der Anhänger über eine eigene Bremse verfügt; sonst beschränkt sich die Anhängelast auf die üblichen 750 kg. Die Stützlast darf bis zu 100 kg betragen, das reicht auch für einen Fahrradträger mit mehreren Elektrofahrrädern. Auf dem Dach sind ebenfalls Lasten bis 100 kg erlaubt, die serienmäßige Reling erleichtert die Befestigung.

Der SUV liegt sicher auf der Straße und bleibt selbst in schnell durchfahrenen Kurven gut beherrschbar.
Der SUV liegt sicher auf der Straße und bleibt selbst in schnell durchfahrenen Kurven gut beherrschbar. © KIA

Fahrbericht: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum)

Der Diesel wurde für das Modelljahr noch einmal überarbeitet. Obwohl die Leistung leicht von 202 auf 194 PS sinkt, steigt die Spitzengeschwindigkeit von 202 auf 205 km/h. Der Vierzylinder läuft kultiviert und bringt den 1,8-Tonner spielend leicht in Fahrt. Überholvorgänge sind schnell beendet. Das maximale Drehmoment von 440 Nm liegt über einen weiten Drehzahlbereich von 1.750 bis 2.750 U/min an. Der Turbodiesel brummelt lediglich beim Anfahren und unter Last etwas. Speziell auf der Autobahn ist er dann akustisch praktisch nicht mehr zu vernehmen. Zusammen mit der sehr guten Außen-Geräuschdämmung reist es sich exzellent. Wir kamen bei sparsamer Fahrt auf der Autobahn zeitweise auf einen Verbrauch um sechs Liter auf 100 Kilometer. Im Schnitt waren es letztlich 6,8 Liter.

Grundsätzlich fährt sich der Sorento vergleichsweise handlich, was auch an der Lenkung liegt. Sie arbeitet leichtgängig und präzise. Der SUV liegt sicher auf der Straße und bleibt selbst in schnell durchfahrenen Kurven gut beherrschbar. Der Vierzylinder harmoniert auch sehr gut mit der neuen Acht-Gang- Doppelkupplungsgetriebe, das den Wandlerautomaten des Vorgängers ersetzt und nahezu unbemerkt schaltet. Einen klassischen Getriebehebel gibt es nicht mehr, die Fahrstufen (N, D, P) werden über ein handtellergroßes Drehrad ausgewählt. Die Federung ist grundsätzlich sehr ausgewogen, aber durchaus straff und agil ausgerichtet, wodurch kleine Unebenheiten der Straße, speziell bei langsamer Fahrt durch die Stadt, zu den Insassen durchkommen. Auf der Autobahn ist davon nichts mehr zu spüren.

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S: Preis

Etwas angezogen hat auch der Preis. Der Sorento kostet als Fünfsitzer mit Allrad in der Platinum-Version ab 59.590 Euro. Als Fronttriebler beginnen die Preise mit demselben Dieselmotor bei 46.290 Euro.

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum) 5-Sitzer
Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum) 5-Sitzer. © KIA

Technische Daten: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD 8DCT 5S (Platinum) 5-Sitzer

Auch interessant