1. Fuldaer Zeitung
  2. Ratgeber

Energydrinks als Risikofaktor für Darmkrebs? Was ein Gesundheits-Experte rät

Energydrinks gelten nach einer Studie als Risikofaktor für Darmkrebs bei jungen Menschen. Ein Gesundheitsexperte erläutert die Gefahren und rät bei entsprechenden Symptomen zu einer speziellen Untersuchung.

Fulda - Immer mehr junge Menschen erkranken an Darmkrebs. Wissenschaftler entdeckten eine mögliche (und leicht vermeidbare) Ursache, die mit einem Modegetränk zu tun hat. Nicht nur aufgrund der Kombination aus hohem Zuckerkonsum und geringer Ballaststoffaufnahme könne der Konsum von Energydrinks in Bezug auf Darmkrebs gefährlich sein.

Beliebte Getränke als Risikofaktor für Darmkrebs? Gesundheits-Experte klärt auf

Das sieht auch der Gesundheits-Experte Professor Dr. Daniel Jaspersen so. Der Mediziner aus Fulda, der Spezialist für Innere Medizin, Gastroenterologie, Proktologie, Diabetologie, Infektiologie und Ernährungsmedizin ist, stellt sogar folgende Frage: „Ist das Lieblingsgetränk der Jugend krebserregend?“

Koffeinhaltige Energydrinks sind bei Jugendlichen sehr beliebt und gelten als cool. Gründe dafür sind laut dem Fuldaer Mediziner der relativ günstige Preis, die stimulierende Bewerbung durch Influencer und die Tatsache, dass es kein gesetzliches Mindestalter für den Verkauf und Verzehr gibt.

„Dabei sind die Modegetränke gefährliche Wachmacher und die Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich“, betont Professor Dr. Daniel Jaspersen mit Verweis auf eine Warnung des bundesweiten Klinikbetreibers Helios. Im Gegensatz zu Kaffee würden Energydrinks neben Koffein zahlreiche Zusatzstoffe enthalten, wie Zucker, Taurin oder Guarana sowie synthetische Vitamine, die die aufputschende Wirkung verstärken sollen.

„Die Wirkdauer wird hauptsächlich von Koffein und Zucker bestimmt und lässt nach ungefähr einer Stunde bereits nach. Pro Dose entspricht der Zuckergehalt bis zu neun Stück Würfelzucker, was den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, aber auch wieder abfallen lässt“, erklärt der Gesundheitsexperte aus Fulda.

„Daher werden die Konsumenten müde und greifen rasch zur nächsten Dose mit der Folge anhaltender Blutzuckerschwankungen. Natürlich ist alles eine Frage der Dosis, aber der dauerhafte Konsum begünstigt Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2. Zudem kann der erhöhte Koffeingehalt einzelner Energy Drinks bei regelmäßigem und/oder übermäßigem Verzehr Bluthochdruck, Herzrasen und Übelkeit auslösen.“

Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Darmkrebs im jungen Lebensalter häufig erst spät erkannt wird. 

Professor Dr. Daniel Jaspersen

Darüber hinaus würden Untersuchungen zeigen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Energy Drinks und Haarausfall gibt. Neben diesen „an sich schon bedenklichen Nebenwirkungen“ sieht aber nun eine alarmierende Studie das beliebte Modegetränk als Risikofaktor für Darmkrebs bei jungen Menschen.

„Galt Darmkrebs bislang vorwiegend als Erkrankung des höheren Lebensalters, haben amerikanische Wissenschaftler eine mögliche vermeidbare Ursache für den schnellen Anstieg von Darmkrebsfällen bei jungen Menschen identifiziert“, sagt Daniel Jaspersen gegenüber fuldaerzeitung.de.

Energydrinks gelten nach einer Studie als Risikofaktor für Darmkrebs bei jungen Menschen, nicht nur wegen des hohen Zuckergehalts (Symbolfoto).
Energydrinks gelten nach einer Studie als Risikofaktor für Darmkrebs bei jungen Menschen, nicht nur wegen des hohen Zuckergehalts (Symbolfoto). © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

So hat die Ohio State University in einer Untersuchung festgestellt, dass junge Darmkrebspatienten, die ballaststoffarme und zuckerreiche Nahrung zu sich nahmen, vermehrt das Bakterium Fusobacterium produzierten. Dieses Bakterium fördert Entzündungen im Darm und beschleunigt die Alterung der Zellen.

Die Forscher vermuten, dass die in Energy Drinks enthaltene Aminosäure Taurin das Wachstum dieser schädlichen Bakterien begünstigen könnte. Die Kombination aus hohem Zuckerkonsum und geringer Ballaststoffaufnahme hat daher negative Auswirkungen auf das Mikrobiom des Darms und kann gesundheitsschädlich sein. 

„Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Darmkrebs im jungen Lebensalter häufig erst spät erkannt wird. Das hängt damit zusammen, dass weder Betroffene noch Hausärzte bei bestimmten Symptomen daran denken“, warnt der Fuldaer Gesundheitsexperte.

Eine in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichte Studie aus Kalifornien hat gezeigt, dass folgende drei Beschwerden besonders oft bei jüngeren Darmkrebspatienten auftreten:

„Da die Behandlungschancen und Heilungsaussichten bei Darmkrebs im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen aber sehr günstig sind, sollte bei diesen Symptomen rechtzeitig eine Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgen“, rät der Gesundheitsexperte, Professor Dr. Daniel Jaspersen aus Fulda.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Auch interessant