Neue Forschung

Asteroid: „Dinosaurier-Killer“ schlug im tödlichen Winkel ein

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Ein Asteroiden-Einschlag löschte vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier aus. Forscher haben nun herausgefunden, warum der Asteroid so tödlich war.

  • Ein Asteroiden-Einschlag hat vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht
  • Forscher untersuchen den Chicxulub-Krater in Mexiko, um mehr darüber zu erfahren
  • Die neue Erkenntnis: Der Asteroid traf die Erde in einem besonders tödlichen Winkel

Ein Asteroiden-Einschlag vor 66 Millionen Jahren hat die Dinosaurier und zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten ausgelöscht und in Mexiko einen rund 200 Kilometer großen Krater hinterlassen: den Chicxulub-Krater, der teils auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan und teils unter Wasser im Golf von Mexiko liegt. Dieser Krater zieht immer wieder Forscher an, die bei ihren Untersuchungen weitere Details des großen Massenaussterbens nach dem Asteroiden-Aufprall zu Tage fördern.

Nur eine Frage schien bisher noch offen zu sein: In welche Einschlagswinkel traf der Asteroid auf die Erde? Eine im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlichte Studie widmet sich nun dieser Frage. Die Forscher aus Großbritannien den USA und Deutschland hatten den Chicxulub-Krater in Mexiko untersucht und 3D-Simulationen erstellt, mit denen sie vier mögliche Einschlagswinkel des Asteroiden untersuchten: 90 Grad, 60 Grad, 45 Grad und 30 Grad.

Asteroid traf die Erde im tödlichen Winkel - und löschte die Dinosaurier aus

Das Ergebnis der Forscher: Der Asteroid traf wohl in einem Winkel von 60 Grad und mit einer Geschwindigkeit von 43.200 Kilometern pro Stunde auf die Erde. Dieser Winkel sei besonders fatal, erklärt Studienleiter Gareth Collins vom Imperial College in London. Durch den Asteroiden-Aufprall in diesem Winkel seien große Mengen von Staub und Gas in die Atmosphäre geschleudert worden.

Winzige Schwefelpartikel blockierten die Sonnenstrahlen und sorgten für eine schnelle Änderung des Weltklimas - was letztendlich drei Viertel aller Tier- und Pflanzenarten nicht überlebten. In der Simulation wird der Asteroiden-Einschlag ein „Worst-Case-Szenario für die Letalität des Aufpralls durch die Erzeugung klimawandelnder Gase“ genannt.

Was in den 24 Stunden nach dem Asteroiden-Einschlag auf der Erde passierte

Erst im vergangenen Jahr hatten Forscher eine Studie veröffentlicht, die zeigte, was in den 24 Stunden nach dem Asteroiden-Einschlag passierte*. Dazu hatten die Forscher einen Bohrkern aus dem Einschlagskrater in Mexiko ausgewertet und konnten so zeigen, dass sich bereits in den ersten 24 Stunden nach dem Einschlag des Asteroiden eine 130 Meter dicke Ablagerungsschicht gebildet hatte.

An dieser Schicht konnten sie unter anderem erkennen, dass durch den Asteroiden-Einschlag Buschbrände ausgelöst wurden. Außerdem trieb ein Tsunami das Wasser bis weit ins Landesinnere. Als das Wasser zurück ins Meer floss, zog es alles mit sich, was es an sich reißen konnte. Nur eines hatten die Forscher im Krater kaum gefunden: Schwefel - obwohl das Grundgestein eigentlich 30 bis 50 Prozent Schwefel enthalten müsste.

Asteroiden-Einschlag verdunkelte die Atmosphäre - Nahrungsketten brachen zusammen

Dieser Fund ist ein entscheidender Hinweis auf das, was letztendlich nach dem Asteroiden-Einschlag zum Aussterben vieler Tierarten geführt hat: Schwefelartige Aerosole gelangten - unter anderem durch Verdampfen - in die Atmosphäre und verdunkelten so die Sonne. Das beeinträchtigte die Fotosynthese der Pflanzen und ließ ganze Nahrungsketten zusammenbrechen. Eine weitere Studie fand heraus, dass der Asteroiden-Einschlag vor 66 Millionen Jahren die „Alleinschuld“ am Aussterben der Dinosaurier trug*.

Der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren auf der Erde einschlug, zeigt es sehr eindrücklich: Asteroiden können für die Erde und die Menschheit sehr gefährlich werden. Deshalb testen Nasa und Esa in Zukunft eine Asteroiden-Abwehr-Mission*.

Dass Asteroiden jedoch auch positive Veränderungen herbeiführen können, zeigt der Zusammenstoß zweier Asteroiden vor 466 Millionen Jahren*: Er löste eine Eiszeit auf der Erde aus - die jedoch dafür sorgte, dass auf der Erde neue Spezies entstanden. Der Unterschied: Die Erde verdunkelte sich über einen langen Zeitraum hinweg - so hatten die Lebewesen eine Chance, sich anzupassen und weiterzuentwickeln.

Von Tanja Banner, mit Material von afp.

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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