Auf den Formularen der Bank fehlt die weibliche Anrede - es kam zum Streit.
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Auf den Formularen der Bank fehlt die weibliche Anrede - es kam zum Streit.

"Kundin" oder "Kontoinhaberin"

Sparkasse und Co.: Keine weib­liche Anrede in Bank­for­mu­laren - Frau zog vor Gericht

  • Anne Hund
    vonAnne Hund
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Weil ihre Sparkasse in Formularen keine weibliche Anrede verwendete, fühlte sich eine Kundin als Frau nicht wahrgenommen und zog vor Gericht.

  • Eine Frau hatte ihre Sparkasse verklagt, weil sie auch in Formularen als Frau wahrgenommen werden will.
  • Sie zog 2018 mit 80 Jahren bis vor den Bundesgerichtshof. Bisher scheitere die Klage in allen Instanzen.
  • Eine Verfassungsbeschwerde nahm das Bundesverfassungsgericht nicht an. Doch der Rechtsstreit könnte weitergehen.

Streit um weibliche Anrede in Formularen - Karlsruhe weist Klage ab

Sparkassen und andere Institutionen dürfen vorerst weiter in ihren Vordrucken und Formularen auf grammatisch weibliche Personenbezeichnungen wie "Kundin" oder "Kontoinhaberin" verzichten. Denn das Bundesverfassungsgericht wies die Klage einer Frau aus dem Saarland gegen die Praxis wegen Mängeln in der Begründung ab, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur auf "faz.net". Das habe das Gericht am Mittwoch mitgeteilt. Damit wurde über die rechtliche Frage allerdings nicht inhaltlich entschieden. (Az. 1 BvR 1074/18).

Das war Berichten zufolge die Vorgeschichte: Weil ihre Sparkasse in Formularen keine weibliche Anrede verwendet hatte, fühlte sich die Kundin als Frau nicht wahrgenommen. Sie zog letztlich vor das Bundesverfassungsgericht.

Der Klägerin gehe es ums Prinzip, heißt es weiter auf "faz.net" über die Hintergründe des Rechtsstreit: "Sie hat ihre Sparkasse verklagt und war 2018 mit 80 Jahren bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen, weil sie auch in Formularen als Frau wahrgenommen werden will."

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Rechtsstreit um weibliche Anrede in Bank-Formularen könnten weitergehen

Bisher scheiterte die Klage jedoch in allen Instanzen. Der BGH entschied den Berichten nach, dass das sogenannte generische Maskulinum im Sprachgebrauch üblich sei und keine Geringschätzung gegenüber Menschen anderen Geschlechts zum Ausdruck bringe. Die Form werde auch in vielen Gesetzen und selbst im Grundgesetz verwendet.

Daraufhin reichte die Frau also Verfassungsbeschwerde ein - die wegen der unzureichenden Begründung nun aber nicht zur Entscheidung angenommen wurde.

Doch der Streit scheint noch nicht zu Ende zu sein. Ein neuer Anlauf könnte sich "möglicherweise lohnen", ist in dem Bericht auf "faz.net" auch zu lesen: "Wäre über die Verfassungsbeschwerde in der Sache zu entscheiden, führte dies zu ungeklärten Fragen der Grundrechtsrelevanz der tradierten Verwendung des generischen Maskulinums sowie zu Fragen der verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Auslegung von Gleichstellungsgesetzen, die die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache vorschreiben", teilte das Gericht dem Bericht zufolge mit.

Für die Klägerin selbst sei der Kampf um die geschlechtergerechte Sprache auf Formularen noch nicht vorbei, berichtete "sueddeutsche.de" am Mittwoch. Die 82-Jährige wolle nun vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. (ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
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Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
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Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.  
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.   © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
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Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay
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