Ein Bündel Estragon auf einem Schneidbrett
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Kleiner Drache - So lautet eine Bedeutung des lateinischen Namens von Estragon.

Pflanze mit vielen Eigenschaften

Schmackhaft und gesund - So bereichert Estragon die Küche

  • Anne Baun
    VonAnne Baun
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Estragon verleiht nicht nur Fischgerichten eine aromatische Note. Er wirkt auch krampflösend, hilft bei Rheuma und ist entzündungshemmend. Seine nächsten Verwandten sind Wermut und Beifuß.

Fulda - Schauen wir uns erstmal den Namen näher an. Estragon (Artemisia dracunculus) wurde früher auch Dragun oder Dragon genannt. Das lateinische Beiwort dracunculus bedeutet „Kleiner Drache“. Denn tatsächlich wurde in der Antike angenommen, Estragon helfe gegen Schlangenbisse.

Das lateinische Draco heißt nämlich nicht nur Drache, sondern auch Schlange. Und jetzt verstehen wir vielleicht endlich, warum der fiese Draco Malfoy aus „Harry Potter“ diesen Namen trägt. Doch zurück zur Pflanze. Verwendet werden die jungen Triebe und Blätter zum Würzen.

Estragon - Schmackhafte Fischgerichte und gesunde Eigenschaften

Estragon hat eine leichte Anisnote, ist aber auch eng mit Wermut und Beifuß verwandt. Estragon soll verdauungs- und gallenflussfördernd sowie harntreibend wirken und enthält viel Kalium. Es gibt verschiedene Studien, die Estragon – in hoher Menge genossen – als cancerogen und erbgutschädigend einstufen. Doch ähnlich viele andere Studien widerlegen diese Annahme.

Fakt ist aber: In rauen Mengen sollte Estragon besser nicht verzehrt werden. Doch gegen einen überschaubaren Einsatz in der Küche ist nichts einzuwenden.

Estragon wurde als Heilpflanze bei Wassersucht, Nierenträgheit, bei Appetitlosigkeit, Magenschwäche und Blähungen gebraucht. Als Hausmittel soll Estragonöl Rheuma und Muskelkrämpfe lindern. Gegen diese hilft im Übrigen auch Wintergrün.

All diese Eigenschaften sind allerdings nicht belegt. Doch Estragon-Sirup (siehe Rezept) kann bei Erkältungen helfen (einfach ein Teelöffel voll in heißes Wasser oder Tee einrühren). Er kann allerdings auch für Cocktails verwendet werden.

Kerbel, Liebstöckel und Estragon - leckeres Trio

Estragon wirkt antibakteriell, entkrampfend, entzündungshemmend und beruhigend. In vielen Rezepten wird behauptet, er vertrage sich nicht mit anderen Gewürzen. Doch da gehen die Meinungen stark auseinander. Mit Kerbel oder Liebstöckel funktioniert Estragon auf jeden Fall.

Die Pflanze ist auch Hauptbestandteil der berühmten Sauce Bernaise. Diese Sauce besteht zum großen Teil aus Eigelb und Butter und wird vor allem mit Kräutern wie Kerbel und Estragon verfeinert. Die Sauce wird vor allem zu gegrilltem Fleisch oder zu Fisch serviert. Neben Fisch würzt Estragon auch sehr gut Lamm- und Geflügelgerichte, Eierspeisen, Rahm- und Käsespeisen. Estragon kann mit der Speise gekocht werden.

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Das Aroma wird beim Kochen nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, der Geschmack wird beim Kochen sogar intensiver. Im Garten liebt es der Estragon sonnig und windgeschützt. Er ist winterhart und kann bis zu 60 Zentimeter hoch werden. Im Freiland sollte Estragon erst gegen Ende April beziehungsweise Anfang Mai gesät werden.

Rezept für Estragon-Sirup

Zutaten:
2 Bund Winterestragon
2 kg Rohrohrzucker
2 Bio-Zitronen
3 Bio-Orangen 1 Sternanis
1 Zimtstange
2 l heißes Wasser
50 g Zitronensäure 

Zubereitung: Zucker und die Zitronensäure in einem entsprechend großen Gefäß mit dem heißen Wasser verrühren. Die Gewürze und die in Scheiben geschnittenen Zitronen und Orangen dazugeben. Den Winterestragon etwas zerkleinern und auch dazu geben. Alles gut verrühren und zugedeckt ein bis zwei Tage ziehen lassen. Abseihen und in Flaschen füllen.

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