Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Salat.
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Fischstäbchen sind ein beliebtes schnelles Essen, auch bei Kindern.

Öko-Test

Fischstäbchen im Test: Einige mit Fettschadstoffen belastet – vier Produkte fallen durch

  • Maria Dirschauer
    vonMaria Dirschauer
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Öko-Test hat 20 Fischstäbchen-Marken auf Schadstoffe geprüft. Vier Produkte fielen im Test durch, sieben wurden mit „sehr gut“ bewertet.

Tiefgekühlte Fischstäbchen* sind schnell gemacht: Aus dem Gefrierschrank holen, in der Pfanne braten, fertig. Dazu schmecken zum Beispiel Kartoffelbrei und Salat. Außerdem sind sie ein beliebtes Mittel, damit wählerische Kinder Fisch essen. Beim Einkauf haben Sie eine große Auswahl an Marken, vom Discounter-Produkt bis zum Bio-Hersteller. Öko-Test hat 20 Fischstäbchen verglichen und festgestellt: Nicht alle Produkte sind empfehlenswert. Vier wurden mit den Gesamturteilen „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet. Gründe sind sowohl problematische Inhaltsstoffe, als auch Fangmethoden und Herkunft der Fische.

Öko-Test untersucht Fischstäbchen: Viele Marken empfehlenswert

Getestet wurden Marken aus Supermärkten, Discountern, Bio-Läden und von Tiefkühllieferdiensten. Dementsprechend variieren die Preise der Fischstäbchen auch markant: Für 450 Gramm können Sie zwischen 1,99 Euro und 8,98 Euro bezahlen. Öko-Test prüfte die Produkte auf Mineralölbestandteile, Fettschadstoffe und Chlorat. Außerdem spielten der Geruch bei der Zubereitung, der Geschmack und das Gefühl im Mund eine Rolle bei der Bewertung.

Die gute Nachricht: Alle getesteten Fischstäbchen sind frei von Mineralölbestandteilen. Diese werden sonst sehr häufig in Lebensmitteltests gefunden, zum Beispiel in Tiefkühlpizza und Toastbrot. Auch Keimbelastungen mit Listerien wurden im Labor nicht entdeckt. 15 Fischstäbchen-Produkte erhielten im Test die Noten „gut“ oder „sehr gut“. Sie sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen, stammen aus nachhaltigem Fischfang und die Lieferketten sind transparent. Zu den Testsiegern gehören:

  • die Fischstäbchen in Bio-Panade der nachhaltigen Marke Followfish,
  • die Fischstäbchen von Bofrost,
  • die Lachs-Stäbchen von Käpt‘n Iglo und
  • die Wild Oceans Seelachs-Fischstäbchen von Demeter-Felderzeugnisse.

Lesen Sie auch: Toastbrot im Test: Verunreinigungen mit Mineralöl – zwei Brote fallen durch.

Vier Fischstäbchen-Marken fallen im Öko-Test durch – trotz MSC-Label problematische Fischfangmethoden

Vier Produkte fielen im Öko-Test durch und erhielten die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Darunter die Fischstäbchen von Eismann und das zweite getestete Produkt von Iglo. Grund waren entdeckte Fettschadstoffe, vor allem 3-MCPD, was zu Nierenschäden frühen kann. Überraschenderweise fielen auch die Fischstäbchen der Bio-Lebensmittelmarke Alnatura im Test durch, vor allem wegen der Fischfangmethode. Der Seelachs werde mit Grundschleppnetzen gefangen, was zur Zerstörung von Ökosystemen führt und als hochproblematische Fangmethode gilt.

Öko-Test weist darauf hin, dass auch Fisch mit Labels wie MSC oder Naturland Wildfisch mit zerstörerischen Grundschleppnetzen gefangen worden sein kann. Alle 20 getesteten Fischstäbchen-Produkte haben das MSC-Label (Marine Stewardship Council), das für nachhaltige Fischerei steht. Die Frage, ob man Fisch und Fischstäbchen guten Gewissens essen kann, muss sich jeder selbst stellen. In Fischstäbchen wird meistens Alaska-Seelachs verwendet, der näher mit dem Kabeljau, als mit echtem Wildlachs verwandt ist. Laut WWF Artenlexikon ist er der meistverspeiste Fisch in Deutschland. Umweltschutzverbbände stufen Seelachs allerdings als „nicht nachhaltig“ ein, der Fischratgeber von Greenpeace rät von dieser Fischart komplett ab, wie Utopia berichtet. Von den getesteten Fischstäbchen bestehen lediglich die Lachs-Stäbchen von Iglo aus echtem Wildlachs.

Auch interessant: Tiefkühlpizza im Test: Schadstoffe in Salami-Pizzen gefunden – Eine fällt komplett durch.

Video: Selbstgemachte Fischstäbchen – so einfach geht‘s

Quelle: oekotest.de

(mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Weiterlesen: Schokolade bei Ökotest: Beliebte Marke fällt krachend durch.

Warum das Fischessen so gesund ist

Meeresfische enthalten im Gegensatz zu Süßwasserfischen viel Jod. Foto: Manuela Rüther/dpa-tmn
Meeresfische enthalten im Gegensatz zu Süßwasserfischen viel Jod. Foto: Manuela Rüther/dpa-tmn © Manuela Rüther
Fettreiche Fischarten wie Lachs bieten einen weitaus höheren Anteil an langkettigen Omega-3-Fettsäuren als fettarme Arten. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Fettreiche Fischarten wie Lachs bieten einen weitaus höheren Anteil an langkettigen Omega-3-Fettsäuren als fettarme Arten. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn © Kai Remmers
Fünf gebratene Fischstäbchen bringen im Schnitt 80 Prozent der Fettmenge, die Kinder bei einer Hauptmahlzeit höchstens essen sollten. Besser ist es, sie im Backofen zu backen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn
Fünf gebratene Fischstäbchen bringen im Schnitt 80 Prozent der Fettmenge, die Kinder bei einer Hauptmahlzeit höchstens essen sollten. Besser ist es, sie im Backofen zu backen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn © Karl-Josef Hildenbrand
Rotbarsch gehört zu den fettarmen Fischarten. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Rotbarsch gehört zu den fettarmen Fischarten. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn © Florian Schuh
Ute Schröder ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin am Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. Foto: Ruthe Zuntz/MRI/dpa-tmn
Ute Schröder ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin am Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. Foto: Ruthe Zuntz/MRI/dpa-tmn © Ruthe Zuntz

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