Rapsöl ist in der Küche vielfältig einsetzbar.
+
Rapsöl ist in der Küche vielfältig einsetzbar.

Ökotest

Rapsöl im Test: So gut schneiden Supermarkt-Öle im Vergleich zu Bio-Marken ab

  • Maria Dirschauer
    VonMaria Dirschauer
    schließen

Zum Braten, Frittieren oder Marinieren: Rapsöl ist in der Küche beliebt. Ökotest hat 23 raffinierte und kaltgepresste Öle getestet. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

Unter den 23 von Ökotest getesteten Rapsölen befanden sich Produkte vom Discounter bis zum Bio-Anbieter, darunter sowohl raffinierte als auch kaltgepresste Öle. Die Qualität unterscheidet sich dabei erheblich, vor allem in Bezug auf Schadstoffbelastung. In Laboruntersuchungen wurden bei einigen Rapsölen Belastungen mit bedenklichen Inhaltsstoffen wie PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Mineralöl* festgestellt. Drei Rapsöle fallen deswegen im Test durch. Drei Öle schneiden dagegen mit Bestnote „sehr gut“ ab.

Rapsöl: raffiniert, kaltgepresst, nativ – Was ist der Unterschied?

Rapsöl ist in der Küche vielseitig einsetzbar, gilt aufgrund seiner Fettzusammensetzung als gesund und ist vergleichsweise günstig zu erwerben. Doch bei den Bezeichnungen kaltgepresst und raffiniert herrscht ein wenig Verwirrung. Hier der Unterschied:

  • Kaltgepresst bezieht sich auf die Methode der Herstellung: Die Öle werden ohne Wärmezufuhr gewonnen und so schonend wie möglichgepresst.
  • Raffinierte Öle durchlaufen umfangreiche physikalische und chemische Verarbeitungsschritte, die das Öl genießbar, geschmacksneutral und haltbar machen, wie Ökotest berichtet. Vorteil: Dabei werden unerwünschte Stoffe wie Pestizide beseitigt. Nachteil: Auch wertvolle Inhaltsstoffe und ca. 30 Prozent des Vitamin-E-Gehalts gehen verloren.
  • Nativ dürfen sich Öle nennen, die komplett unbehandelt sind. Sie zeichnen sich deshalb durch einen intensiv saatigen Geruch und Geschmack sowie eine leicht nussige Note aus.

Bei einem kaltgepressten nativen Rapsöl bekommen Sie den typisch saatigen, frischen Geschmack. Für alle, die den Eigengeschmack von Rapsöl nicht mögen: Sie sollten zu raffinierten Ölen greifen, denn diese sind geschmacksneutral. Gleichzeitig enthalten Sie genauso viele wertvolle Fettsäuren wie kalt gepresstes Rapsöl.

Lesen Sie auch: Zum Kochen, Braten, Backen und Frittieren: Welches Öl nimmt man am besten?

Rapsöle im Test: Probleme mit Mineralöl-Verunreinigung

40 Prozent der 23 untersuchten Rapsöle schneiden nur mittelmäßig im Test ab. Drei Produkte fallen komplett durch. Ökotest bemängelt vor allem Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen sowie mit krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Ökotest erklärt, dass PAK bei der unvollständigen Verbrennung organischen Materials entstehen und unter anderem über Abgase oder Reifenabrieb in die Nahrungskette gelangen können. Dass sich eine solche Verunreinigung vermeiden lässt, zeigt die Mehrzahl der Rapsöle, die keine PAK-Spuren zeigten.

Ein großes Problem in vielen Rapsölen im Test ist außerdem Mineralöl: Nur fünf Produkte sind frei davon. In acht Rapsölen waren die Werte nach Ökotest-Kriterien jedoch „stark erhöht“. Mineralölbestandteile können sich im menschlichen Fettgewebe und der Leber anreichern. Welche Folgen die Aufnahme für den menschlichen Körper hat, ist noch nicht geklärt. Und wie gelangt Mineralöl in Speiseprodukte? „Mineralölbestandteile können aus den unterschiedlichsten Quellen ins Rapsöl gelangen. Beispiele für mögliche Quellen sind bei raffinierten Ölen etwa Reste des eingesetzten Extraktionsmittels. Schmieröle aus den Ölpressen können sowohl bei raffinierten als auch bei kalt gepressten Ölen eine Ursache sein“, erklärt Speiseöl-Experte Dr. Bertrand Matthäus vom Max-Rubner-Institut gegenüber Ökotest. Auf der positiven Seite wurde in den Ölen hingegen keine Pestizide, Fettschadstoffe und Weichmacher (oder nur geringe Spuren) gefunden. Auch gepanscht oder verdorben war keines der getesteten Rapsöle.

Die schlechtesten Rapsöle laut Ökotest: zwei sind von Bio-Marken

RapsölPreis pro LiterUrteilBegründung
Alnatura Rapsöl nativ4,98 EuromangelhaftMineralölbestandteile und Belastung mit PAK stark erhöht
Rapunzel Rapsöl mild, gedämpft7,23 Euromangelhaftfischiger Geruch, dumpfer Geschmack; Mineralölbestandteile erhöht
Thomy Reines Rapsöl3,99 EuroungenügendMineralölwerte \"sehr stark erhöht\"

Auch interessant: Olivenöl im Test: Große Unterschiede in der Qualität – So schneiden Discounter ab.

Ökotest untersucht Rapsöle: Das sind die Testsieger

Mit Bestnote „sehr gut“ schneiden bei Ökotest zwei raffinierte und ein kalt gepresstes Öl ab:

Wie so oft im Leben gilt auch hier: Gute Qualität muss nicht unbedingt teuer sein. Neben dem sehr guten Öl von Rewe schneiden auch die raffinierten Rapsöle von LidlEdeka und Netto mit Note „gut“ im Test ab.

Tipps zur richtigen Verwendung von Rapsöl

  • Lagern Sie Rapsöl kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank.
  • Native Öle taugen gut zum schonenden Dünsten und Backen, am besten sind sie aber in der kalten Küche zu verwenden, denn dabei bleibt der Geschmack erhalten.
  • Raffiniertes Öl wird zum Braten empfohlen, da es hocherhitzbar ist.

Quelle: Ökotest (vollständige Ergebnisse hinter Bezahlschranke)

(mad) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Veganes Hackfleisch im Ökotest: Nur vier schneiden mit „gut“ ab.

Diese Lebensmittel dürfen Sie nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren

Tiefkühlpizza mit Mozzarella.
Nach dem Auftauen wieder einfrieren? Bei Tiefkühlkost wie Pizza ... © CSH via www.imago-images.de
Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Salat.
... oder Fischstäbchen sollten Sie das lieber bleiben lassen. © imago images / Westend61
Aufgebackene Brötchen auf einem Backrost.
Bei Lebensmitteln, die nur aufgetaut werden müssen, wie Brötchen, ist die Gefahr relativ gering.  © Petra Schneider-Schmelzer/Imago
Tiefkühlgemüse mit Packung.
Auch Gemüse können Sie prinzipiell nach dem Auftauen noch einmal einfrieren. © via www.imago-images.de
Frischer Fisch riecht nach nichts.
Vorsicht geboten ist beim erneuten Einfrieren von Fisch und Fleisch, sowohl roh als auch gegart. © picture alliance/dpa/Christian Charisius
Hackfleisch einfrieren - so geht es richtig.
Hackfleisch sollten Sie niemals auftauen und wieder einfrieren: stattdessen durchgaren, dann ist auch das Einfrieren kein Problem. © picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bolognese-Sauce selber kochen.
Zum Beispiel können Sie aus dem Hackfleisch eine leckere Bolognese kochen. Die lässt sich dann auch prima einfrieren. © Kia Cheng Boon via www.imago-images.de

Dieser Artikel enthält Affiliate Links.

Das könnte Sie auch interessieren