Beifuß-Tinktur
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Beifuß ist nicht nur ein typisches Gewürz für den Gänsebraten, sondern beruhigt auch nervöse Gemüter.

Besondere Heilpflanze

Das Kraut für die Gans: Beifuß macht fette Gerichte bekömmlich - und beruhigt nervöse Gemüter

  • Anne Baun
    VonAnne Baun
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Beifuß ist ein typisches Gewürz für den Gänsebraten, beruhigt aber auch nervöse Gemüter, hilft beim Einschlafen und tut schmerzenden Füßen und Beinen gut. Daher sein Name.

Fulda - Beifuß (Artemisia vulgaris) nutzen viele Hobbyköche für den Gänsebraten an Weihnachten. Doch tatsächlich hilft das Kraut auch, um zu entspannen. Nun, auch das mag an Weihnachten nützlich sein. Doch der Beifuß kann noch mehr.

Der Name des Beifuß klingt lustig; verbinden wir damit doch eher den Moment, wenn der vierbeinige Liebling lieber durchs Unterholz wedelt, als brav neben uns zu laufen, und wir ihn streng rufen. Tatsächlich ist der Beifuß eine Pflanze, die nicht besonders auffällt. Sie wächst auf kargen Böden und macht optisch nicht viel her. Doch im Altertum galt sie als die Mutter aller Pflanzen. Seinen Namen verdankt der Beifuß dem Umstand, dass er sowohl Beinen als auch Füßen wohl tut.

Beifuß: Dieses Kraut macht fette Gerichte bekömmlich

Stellt man einen Ölauszug aus dem Kraut her und reibt damit schmerzende Beine und Füße ein, soll eine rasche Linderung erfolgen, heißt es in überlieferten Schriften. Als Tee eingenommen beruhigt der Beifuß nervöse Störungen und Schlafprobleme. Ähnlich wie mit Lavendel kann ein kleines, mit getrocknetem Beifuß gefülltes Kissen zu besserer Schlafqualität führen.

Auch in der Frauenheilkunde wurde der Beifuß gerne verwendet. Durch seine anregenden Eigenschaften kann beispielsweise eine zu schwache Periode in Schwung kommen. Was natürlich im Umkehrschluss bedeutet, dass schwangere Frauen gerade in der frühen Phase von Beifuß die Finger lassen sollen.

Doch wer unter einer schleppenden Menstruation leidet, kann sich in der Apotheke zu gleichen Teilen Hirtentäschelkraut, Beifuß, Thymian, Ringelblume, Schafgarbe, Weinraute und Fenchelsamen mischen lassen und als Tee versuchen (1 Teelöffel auf 250 ml Wasser, zehn Minuten ziehen lassen, in kleinen Schlucken trinken).

Beifuß-Tinktur

Um eine Kräutertinktur herzustellen, braucht man nicht viele Zutaten. Ein Schraubglas wird etwa zu einem Drittel mit dem entsprechenden Kraut – in diesem Fall also Beifuß – befüllt. Es können getrocknete oder frische Pflanzenteile verwendet werden. Bei Beifuß funktionieren auch die Wurzeln. Dann wird das Glas mit 65- bis 70-prozentigem Alkohol (gibt es in der Apotheke) aufgefüllt. Das Glas verschließen und für drei Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. Alle zwei Tage aufschütteln. Dann ist die Tinktur fertig und kann durch einen Kaffeefilter abgeseiht werden. In einer dunklen Glasflasche aufbewahren.

Wer Probleme mit der Blase oder generell mit dem Unterleib hat, kann aus dem Beifuß ein wärmendes Fußbad herstellen. Einfach einen Teeauszug ansetzen und in angenehm warmes Wasser gießen. Füßchen rein und entspannen. Sogar gegen Parasitenbefall soll Beifuß helfen. Seine Einsatzgebiete sind wirklich sehr weitreichend. Doch wie immer gilt: Bitte erst mit dem Arzt oder Heilpraktiker Rücksprache halten, bevor man an sich selbst herumdoktert.

Zurück zum Gänsebraten: Beifuß ist eng verwandt mit dem Wermut, daher eignen sich seine Bitterstoffe hervorragend, um ein fettes Gericht bekömmlicher zu machen. Hitze macht ihm nichts aus, und er kann gleich zu Beginn des Kochens hinzugefügt werden, ohne seine Eigenschaften zu verlieren.

Video: Heimische Pflanzen und ihre Wirkungen - Der Beifuß

Beifuß wird nicht nur für Gans verwendet, auch für Gerichte mit Karpfen oder Ente. Zusammen mit Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Salbei und Oregano bildet Beifuß übrigens eine aromatische Gewürzmischung für mediterrane Speisen. Pollenallergiker mögen blühenden Beifuß allerdings nicht, da sie heftig auf ihn reagieren können. Ha-haa-haatschi! (Lesen Sie auch: Schmackhaft und gesund - So bereichert Estragon die Küche)

Vorsicht: Beifuß sollte nie bei fiebrigen Erkrankungen oder länger als drei Wochen eingenommen werden.

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