Ein warmes Kräutersüppchen kann bei diesem Wetter doch keinesfalls schaden. Oder?
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Ein warmes Kräutersüppchen mit Sauerampfer kann bei diesem Wetter doch keinesfalls schaden. Oder?

Unsere Heilkräuter

Vitaminbombe Sauerampfer - Der Tausendsassa wirkt fiebersenkend und fördert die Verdauung

  • Anne Baun
    VonAnne Baun
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Es gibt einige heimische Heilkräuter, die problemlos im Herbst und Winter geerntet werden können. Löwenzahn zum Beispiel, Brennnessel, Gänseblümchen, Vogelmiere und der gute alte Sauerampfer (Rumex acetosa). In der Reihe „Unsere Heilkräuter“ verrät Redakteurin Anne Baun, wie sie aus Sauerampfer eine reinigende Suppe zubereiten.

Fulda - Der Name ist Programm: Sauerampfer hat eine frische, säuerliche Note. Schon als Kind habe ich ihn direkt von der Wiese gepflückt und gegessen. Sauer macht ja bekanntlich lustig. Und meine Kaninchen haben sich auch immer über eine Handvoll von dem Kraut gefreut.

Doch ähnlich wie bei Spinat sollte nicht allzu viel Sauerampfer auf einmal gegessen werden. Denn die Oxalsäure kann gerade bei Kindern zu einer ausgeprägten Vergiftung führen. Übrigens überfressen sich Schafe auch gerne mal an Sauerampfer. Kühe haben da robustere Mägen. Daher ist es wichtig, Sauerampfer im rohen Zustand nur in geringen Mengen zu konsumieren. In der gekochten Variante ist die Oxalsäure aber kein Problem mehr (siehe Rezept).

Sauerampfer als Vitaminbombe - Rezept für reinigende Kräutersuppe

Sauerampfer hat viel Vitamin C. Seemänner nahmen das Kraut daher früher mit auf ihre Fahrten, um sich vor Skorbut zu schützen. Schon im Altertum haben Römer, Griechen und Ägypter den Sauerampfer gerne verwendet. Denn wenn ordentlich aufgetischt wurde, nutzten sie die Pflanze als Ausgleich zu übermäßig fettigen Speisen. Auch für seine fiebersenkenden Eigenschaften ist Sauerampfer bekannt. Außerdem wirkt er blutreinigend, harntreibend, tonisch, krampflindernd und verdauungsfördernd. Und neben Vitamin C stecken auch viel Eisen und B-Vitamine in dem Kraut.

Wer sich nicht gut mit Pflanzen auskennt, sollte beim Wildsammeln lieber einen Pflanzenführer mitnehmen – oder den Sauerampfer gleich im Töpfchen am Markt oder im Bio-Laden kaufen. Sicher ist sicher. In der freien Wildbahn sieht Sauerampfer dem giftigen Aronstab ziemlich ähnlich.

Mittlerweile wird Sauerampfer auch oft im Garten kultiviert. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, aber auch eine Spätaussaat im August ist möglich. Die Pflanze mag schweren, lehmigen Boden mit reichlich Nährstoffen. Es ist immer besser, die zarten, jungen Blätter zu ernten. Finger weg von den alten, rostbraunen Blättern, die bereits Löcher haben.

Video: Erbsen-Sauerampfer-Eis

Sobald im Herbst oder Winter die Sonne scheint, fängt der Sauerampfer auch schon wieder mit dem Austreiben an. Doch wer an Arthritis, Gicht, Rheuma oder einer Erkrankung der Nieren leidet, sollte von Sauerampfer die Finger lassen. Und wie immer gilt natürlich: Erst den Arzt oder Heilpraktiker fragen, ob man Sauerampfer bedenkenlos konsumieren kann.

Zutaten für die Kräutersuppe

3 Handvoll Sauerampfer
1 mittelgroße Zwiebel
3 Kartoffeln
1 l Gemüsebrühe
1 Becher Sahne
2 EL Butter

Zubereitung: Die Kartoffeln und die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Sauerampfer waschen und trocken schütteln. Die Butter in einem Topf schmelzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Die Kartoffelstückchen zugeben und fünf Minuten leicht anrösten.

Zum Schluss den Sauerampfer zugeben und auch noch zwei Minuten anbraten. Mit Gemüsebrühe aufgießen und auch die Sahne zugeben. 15 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, dann pürieren.

Wer auch im Herbst oder Winter nicht auf Grillen verzichten will: Mit unserem Rezept für marinierte Lammspieße holen Sie sich ein Stückchen Sommer zurück an den Esstisch.

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