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Corona-Studie: Menschen mit dieser Genvariante sterben seltener

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Von: Tanja Koch

Corona-Test
Wer nach einem positiven Corona-Test mit einem tödlichen Verlauf rechnen muss, hängt offenbar mit den Genen zusammen. © Julian Stratenschulte/dpa

Dass gewisse Gene das Risiko für schwere Corona-Verläufe erhöhen, war bereits bekannt. Doch nun gibt es neue Erkenntnisse zu Genen und Sterblichkeit.

Essen – Forschende der Universität Duisburg-Essen haben herausgefunden, dass eine bestimmte Genvariante das Sterberisiko bei Corona-Erkrankungen um rund 35 Prozent verringert. Sie hatten Krankheitsverläufe von 1570 Menschen untersucht, die zwischen dem 11. März 2020 und dem 30. Juni 2021 positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren, wie die Universität am Montag (1. August) mitteilte. Veröffentlicht wurde das Ergebnis in der Fachzeitschrift Frontiers in Genetics. Bei der Genvariante handelt es sich um „GNB3 TT“, die etwa 10 Prozent der Bevölkerung in Europa in sich tragen.

„GNB3 ist ein Gen, welches eine wichtige funktionelle Untereinheit der sogenannten G-Proteine verschlüsselt. Die G-Proteine sind in vielen Prozessen im Körper beteiligt. Unter anderem konnte unsere Arbeitsgruppe in eigenen Vorarbeiten bereits zeigen, dass die in der Studie beschriebene Genvariante eine Aktivierung von Immunzellen zur Folge hat“, sagte Studienautorin Birte Möhlendick der dpa.

Besorgniserregende Varianten
AlphaB.1.1.7\t
BetaB.1.351\t
GammaP.1 alias B.1.1.28.1\t
DeltaB.1.617.2\t
OmikronB.1.1.529\t
LambdaC.37\t
My (Mu)B.1.621
Quelle: RKI

Eine frühzeitige und adäquate Immunantwort spiele bei dem Verlauf von Covid-19 eine große Rolle. „So haben wir in dieser Studie zum einen geschaut, ob die Patienten mit unterschiedlich schweren Verläufen verschiedene Immunantworten haben und ob die Genvariante in GNB3 gegebenenfalls dafür verantwortlich ist“, sagte die Wissenschaftlerin vom Institut für Pharmakogenetik.

Corona-Studie: 20 Prozent der Studienteilnehmenden verstarben

„Wie bereits bekannt, konnten wir auch beobachten, dass ein jüngeres Lebensalter und das Fehlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes das Risiko um die Hälfte reduziert, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu sterben“, sagte die Studienleiterin laut Mitteilung. Auch die Blutgruppe beeinflusst die Schwere eines Corona-Verlaufs.

205 der Studienteilnehmenden (13 Prozent) hatten demnach einen milden Verlauf der Krankheit, 760 (48 Prozent) kamen ins Krankenhaus und 292 (19 Prozent) wurden von Intensivmedizinern behandelt. 313 Menschen, das sind 20 Prozent der in der Studie untersuchten Verläufe, starben.

Corona-Verlauf mit Beatmung: Bestimmte Genvariante erhöht das Risiko

„Wir konnten auch zeigen“, sagt Möhlendick, „dass die Zellen von Menschen mit dem GNB3 TT-Genotyp am stärksten auf das Coronavirus reagierten, was möglicherweise erklärt, warum bei diesen Genträgern das Todesrisiko so stark reduziert ist.“ Da die Studie bis in den Juni 2021 reicht, ist die aktuelle Omikron-Variante, die erstmal im Herbst 2021 nachgewiesen wurde, noch nicht erfasst.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Gene eine Rolle bei Corona spielen können. So haben Corona-Infizierte mit einer anderen Genvariante eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, künstlich beatmet werden zu müssen, wie ein Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig 2020 herausfand. Auch die Blutgruppe eines Menschen hat einen Einfluss darauf, wie leicht er sich mit Corona ansteckt und wie schwer er daran erkrankt. (dpa)

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