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Geringe Luftfeuchtigkeit als Covid-Treiber: Corona-Ansteckungsrisiko senken durch Zimmerpflanzen?

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Von: Juliane Gutmann

Eine Frau wässert Zimmerpflanzen.
Die Luftfeuchtigkeit hat Einfluss auf das Corona-Ansteckungsrisiko, so das Ergebnis einer deutsch-indischen Studie. © Evgenia Sunegina/Imago

Die vierte Corona-Welle startete mit Beginn der kalten Jahreszeit. Dass sich die Menschen mehr in Innenräumen aufhalten, spielt eine Rolle – wie auch sinkende Luftfeuchtigkeit.

Seit Herbst steigen die Corona-Inzidenzen deutschlandweit. Die kühlen Temperaturen treiben die Menschen wieder in geschlossene Räume – ein Hauptgrund für die steigenden Zahlen. Coronaviren verbreiten sich via Tröpfcheninfektion und in Innenräumen können sich die Viren besser verbreiten als im Freien. Doch auch UV-Strahlen haben Forschern zufolge Einfluss auf das Corona-Ansteckungsrisiko. So konnte ein Team aus US-amerikanischen, französischen und britischen Forschern bereits im Januar 2021 nachweisen, dass UV-Licht die Ausbreitung von Coronaviren eindämmen kann. 

Je höher die UV-Strahlung, desto geringer ist die Ausbreitungsrate von Covid-19*: So lässt sich das Ergebnis der Studie zusammenfassen, die den Einfluss von UV-Strahlung auf die Corona-Infektionsrate untersuchte. Das Forscherteam von der University of Liverpool um Kieran Sharkey analysierte, wie sich die Zahl der Menschen, die ein Corona-Infizierter im Schnitt ansteckt – auch R-Wert genannt – durch höhere UV-Strahlung verändert. „Zehn Kilojoule zusätzliche ultraviolette Strahlung pro Quadratmeter senken das R um 0,05 ab“, zitiert der Spiegel die Forschenden.

Das Klima hat also nach aktuellem Wissensstand Einfluss auf die Verbreitung von Coronaviren. Auch die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu niedrig sein, so das Ergebnis einer deutsch-indischen Studie.

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Gegen Corona: Forscher empfehlen 40 bis 60 Prozent Luftfeuchte in Innenräumen

„Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet“, zitiert die Deutsche Apothekerzeitung (DAZ) Dr. Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig. Er hatte mit einem Kollegen vom TROPOS und einem Wissenschaftler vom CSIR-National Physical Laboratory im indischen New Delhi zehn internationale Studien ausgewertet. In diesen war zwischen 2007 und 2020 der Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Ausbreitung sowie die Infektion mit den Erregern der Grippe und verschiedenen Coronaviren untersucht worden, so die DAZ.

„Eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr würde daher nicht nur die Auswirkungen von COVID-19 reduzieren, sondern auch die von anderen Viruserkrankungen wie beispielsweise der saisonalen Grippe“, erläutert Dr. Sumit Kumar Mishra vom National Physical Laboratory die Studienergebnisse. Der Grund dafür sei den Studienautoren zufolge, dass Tröpfchen bei höherer Luftfeuchtigkeit schneller wachsen würden, früher zu Boden fallen und so weniger von Gesunden eingeatmet werden könnten. Die Forschenden empfehlen der DAZ zufolge eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent in Innenräumen, weil diese die Ausbreitung von Viren und deren Aufnahme über die Nasenschleimhaut reduzieren könne. Viele Zimmerpflanzen tragen zu einem feuchteren Raumklima bei. Auch ein Luftbefeuchter kann infrage kommen. Einfach aber effektiv: Legen Sie ein leicht feuchtes Handtuch auf die Heizung, trocknen Sie Ihre Wäsche im Wohnraum oder verwenden Sie Wasserverdunster für die Heizung (werblicher Link). (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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