Eine Ärztin hält vor dem Eingang zum Katharinenhospital des Klinikums Stuttgart ein Fieberthermometer in der Hand. Eine Berufsgruppe ist besonders oft von Covid-19 betroffen.
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Eine Ärztin hält vor dem Eingang zum Katharinenhospital des Klinikums Stuttgart ein Fieberthermometer in der Hand. Eine Berufsgruppe ist besonders oft von Covid-19 betroffen.

Systemrelevante Jobs

Elf Prozent aller Coronavirus-Patienten üben diesen Beruf aus

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Die Ansteckungsgefahr steigt, je häufiger Menschen mit Covid-19-Patienten in Kontakt kommen. Längst nicht nur Ärzte sind gefährdet.  

  • Keine Überraschung: Menschen mit Gesundheitsberuf stecken sich häufiger mit Covid-19 an als andere Berufsgruppen - was durch eine wichtige Investition verhindert werden könnte.
  • Ärzte, (Alten-)Pfleger, Rettungsassistenten und andere Menschen in ähnlichen Berufen machen rund elf Prozent der Coronavirus-Fälle aus - das entspricht über 20.000 Patienten.
  • Seit Mitte April stecken sich jeden Tag im Schnitt mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen mit Sars-CoV-2 an.

Sie therapieren und versorgen Coronavirus-Infizierte und laufen dabei selbst Gefahr, sich anzustecken. Obwohl in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen strenge Vorsichts- und Hygienemaßnahmen gelten, zählen Gesundheitsberufe wie Mediziner und Pflegepersonal zu den am häufigsten von Covid-19* betroffenen Berufsbildern.

Täglich stecken sich mehr als 230 Ärzte und Pfleger mit Covid-19 an

Das Robert Koch- Institut als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten meldete bis Mitte Mai 2020 mehr als 11.800 Corona-Fälle alleine in Krankenhäusern, Praxen, Dialyseeinrichtungen und bei Rettungsdiensten. Insgesamt seien mehr als 20.400 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen von Covid-19 betroffen, wie die Tagesschau meldete.

Recherchen der Süddeutschen Zeitung zufolge haben sich seit Mitte April täglich im Schnitt mehr als 230 Pfleger, Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitssektor mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 894 Betroffene mussten dabei stationär behandelt werden, mindestens 60 Menschen starben an den Folgen*.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Diese drei Faktoren entscheiden, ob Covid-19 kritisch verläuft.

Fehlende Schutzausrüstung mitverantwortlich für Anzahl der Betroffenen

Ein wesentlicher Grund für die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Infizierten im Gesundheitssektor liegt auch in der fehlenden Schutzausrüstung, wie die Tagesschau meldete. So gaben Mitte Mai 38 Prozent der Mitglieder der Ärztegewerkschaft Marburger Bund in einer Umfrage an, nicht über eine adäquate Schutzkleidung zu verfügen. Nicht nur FFP-2 und FFP-3-Schutzmasken waren der Umfrage zufolge nicht ausreichend verfügbar, auch bei Schutzkitteln und Schutzausrüstungen kam es zu Engpässen. Selbst der einfache Mund-Nasen-Schutz* sei vielfach nicht im erforderlichen Umfang verfügbar gewesen.

Nicht nur in Kliniken, auch in Pflegeheimen eine ähnliche Situation: Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe machte bereits im April darauf aufmerksam, dass viele Heime Schutzausrüstung anders als vorgesehen mehrfach verwenden müssen. "Auch das hat sicherlich dazu beigetragen, dass dort die Pandemie-Lage zunehmend eskaliert und steigende Zahlen Infizierter verzeichnet werden müssen, oft mit tödlichen Folgen", zitiert die Tagesschau Verbandssprecherin Johanna Knüppel.

Weiterlesen: Handschuhe zum Schutz vor Coronavirus: Warum diese Maßnahme sogar gefährlich sein kann.

jg

Sind Münzen wirklich Bakterienschleudern?

Das Vermittlungsportal für Reinigungskräfte "Helpling" hat die zehn größten Hygiene-Mythen im Haushalt zusammengetragen. Die Experten erklären, was wirklich stimmt. © picture alliance / dpa
1.) In der Tiefkühltruhe sterben Bakterien: falsch! Bei -18° stellen Bakterien die eigenen Lebensprozesse ein und können sich nicht mehr vermehren - sie sind aber nicht tot. Sobald das Lebensmittel auftaut, fangen Bakterien wieder an zu arbeiten. Bei Zimmertemperatur verdoppelt sich dann die Anzahl der Bakterien alle 20 Minuten. © picture alliance / dpa
2.) Münzen und Geldscheine sind Bakterienschleudern: falsch! Tests beweisen: Das in Münzen enthaltene Kupfer tötet Bakterien ab. Auf Geldscheinen finden sich nur sehr geringe Mengen an Bakterien, da dort keine guten Lebensbedingungen geboten sind. © picture alliance / dpa
3.) Alle Bakterien schaden dem Menschen: falsch! Im Gegenteil: Der Mensch braucht Bakterien zum Leben. In unserem Darm und auf unserer Haut befinden sind mehrere Milliarden Mikroorganismen, nur die wenigstens davon sind Krankheitserreger. © picture alliance / dpa
4.) Zerkratzte Teflonpfannen sind krebserregend: falsch! Zerkratzte Teflonpfannen sind erst ab 260°C schädlich. Erst dann gibt die Beschichtung namens Polytetrafluorethylen giftige Dämpfe ab. Solche Temperaturen erreicht man nur durch gezielte Überhitzung und sollten nur bei gusseisernen Pfannen angewendet werden. © picture alliance / dpa
5.) Schneidebretter sind Bakterienschleudern: falsch! Wenn man sie intensiv reinigt, kann man Holz- als auch Plastikbretter ohne Bedenken nutzen. Holz hat wegen der Harze und den ätherischen Ölen keimtötende Eigenschaften, bestimmte Holzarten enthalten außerdem die keimtötende Gerbsäure. Außerdem trocknet Holz schnell, was Bakterien zusätzlich abtötet. Plastikbretter kann man in die Spülmaschine geben, wo Temperaturen um die 60°C die Bakterien abtöten. © picture alliance / dpa
6.) Essigreiniger ist ein Universalreiniger: falsch!  Für bestimmte Natursteine (z.B. Granit, Mamor), Armaturen und Gummidichtungen ist Essigreiniger nicht geeignet, weil er zu scharf ist. Gleiches gilt für Holzparkett, da die Säure Fugen und Holz angreift. © picture alliance / dpa
7.) Die Toilette ist der schmutzigste Ort im Haus: falsch! Eine viel größere Bakterienquelle ist der Kühlschrank oder der Spüllappen. Der Toilettensitz ist trocken und kühl, Bakterien aber bevorzugen feuchte und warme Bereiche. © picture alliance / dpa
8.) Duschhandtücher kann man ohne Bedenken mehrmals nutzen: falsch! Feuchte Handtücher bieten Bakterien einen idealen Lebensraum. Hinzu kommt, dass Füße nach dem Duschen nicht immer so sauber sind wie der Oberkörper, so bleibt doch mancher Schmutz und Hautschuppen in den Handtüchern zurück, die Bakterien als Nahrung dienen. © picture alliance / dpa
9.) In der Küche reicht ein Handtuch für Geschirr und Hände: falsch! Man sollte auf jeden Fall zwei verschiedene Tücher für Geschirr und Hände benutzen. Besonders auf den Händen können sich Darm-Keime befinden, die keinesfalls auf Geschirr und somit ins Essen gelangen sollten. Hand- wie auch Geschirrhandtücher sollten nicht länger als ein paar Tage genutzt werden, um die Ansammlung von Keimen zu vermeiden. © picture-alliance/ dpa
10.) Mit den neuen Waschmitteln wird die Wäsche schon bei 15°C rein: falsch! Heutzutage waschen Maschinen bei niedrigen Temperaturen sehr viel gründlicher als früher. Hygienischer wäre es dennoch bei 60°C zu waschen, besonders wenn die Wäsche stark verschmutzt ist. Denn Keime verteilen sich während des Waschgangs in der gesamten Trommel. Bei 60°C und mit einem Vollwaschmittel werden Keime und andere Bakterien abgetötet. © picture alliance / dpa

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