1. Fuldaer Zeitung
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Covid-19-Patientin berichtet über Spätfolgen - diese Komplikation beunruhigt Ärzte

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Juliane Gutmann

Frau mit Tablet
Auch junge und fitte Menschen können Langzeitfolgen ausgelöst durch Covid-19 davontragen (Symbolbild). © Felix Kästle/dpa

Covid-19 ist keine harmlose Infektionskrankheit – Patienten und Ärzte berichten über Spätfolgen, die auch junge Menschen stark beeinträchtigen können.

Kontaktbeschränkungen, Lockdowns, Sorge um Angehörige und um die eigene Gesundheit: Die Coronavirus-Pandemie belastet. Was zudem beunruhigt: Niemand weiß, wie der eigene Körper auf eine Infektion reagieren würde. Milde Verläufe, die einer Erkältung ähneln bis schweres Covid-19, das stationär behandelt werde muss: Beides ist theoretisch möglich. Weltweit beschäftigen sich Forscher mit der Frage, warum manche Menschen schwerer an Covid-19 erkranken als andere. In einer neuen Studie wird etwa eine Autoimmunreaktion als mögliche Ursache diskutiert. Auch in Hinblick auf mögliche Spätfolgen werden regelmäßig neue Studien veröffentlicht – die in vielen Fällen allerdings auf nur geringen Datenmengen basieren. Groß angelegte und Langzeitstudien müssen dann folgen, um die Studienergebnisse zu untermauern.

Doch auch Berichte von Ärzten und Patienten zeichnen ein Bild davon, welche Covid-19-Ausprägungen und -Folgen möglich sind: „Die Patienten, die zu uns kommen, sind häufig noch schwer gekennzeichnet, haben Lähmungserscheinungen, haben maximale Leistungseinschränkung, haben psychosomatische Probleme und gelten in der Statistik vermeintlich als Genesene, sind sie aber in keinerlei Weise. Also diese Patienten sind sicherlich nicht gesund und arbeitsfähig“, so Dr. Jördis Frommhold, Fachärztin für Innere Medizin an der Median Klinik Heiligendamm im Fokus-Interview. Zwar gibt es keine konkreten Zahlen bezüglich der Covid-19-Spätfolgen, doch Mediziner schätzen, dass sie zehn Prozent der Menschen nach mildem Covid-19-Verlauf treffen. Bei mittleren bis schweren Fällen könnte es sogar jeder zweite Patient sein.

Lesen Sie auch: Psychose nach Coronavirus-Infektion: Ärzte beobachten unheilvolle Folge von Covid-19.

Körperliche Schwäche lange nach Coronavirus-Infektion

Vor Langzeitfolgen sind auch junge Patienten nicht gefeit, so wie Jennifer Pingen. Die junge Frau erkrankte im Mai 2020 an Covid-19 und musste monatelang stationär behandelt werden. Doch auch Monate nach der Erkrankung kämpft sie mit Problemen. „Man schafft die ganz normalen Kleinigkeiten im Alltag nicht, zum Beispiel die Küche zu putzen, oder einfach staubwischen in der Wohnung, oder den Staubsauger benutzen, Boden putzen: Das schafft man halt alleine nicht mehr, da braucht man Unterstützung. Und wenn man bedenkt, dass man vorher den ganzen Tag unterwegs war, fit war, ins Fitnessstudio gegangen ist, ordentlich trainiert hat, ist das schon eine sehr starke Einschränkung“, so Pingen im Interview mit Fokus.de.

Posttraumatische Belastungsstörung als mögliche Corona-Spätfolge

Dr. Ralf Schipmann, Chefarzt der Klinik Martinusquelle in Bad Lippspringe, beobachtet vermehrt psychische Probleme bei Covid-19-Patienten, die sich auch auf die Zeit nach der Erkrankung erstrecken können: „Die psychische Belastung bei den Corona-Patienten ist sehr auffällig, das sind ganz elementare Erlebnisse: Todesängste, Verlustängste, Trauer, das Gefühl, alleine gelassen zu sein, sich nicht mit Angehörigen austauschen zu können. Und das führt manchmal zu sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen, wo dann auch professionelle Hilfe notwendig ist“. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/mediziner-sind-wegen-moeglicher-corona-spaetfolgen-alarmiert/

Umfrage zum Thema Maskenpflicht

Weiterlesen: Vermehrt Depressionen durch Corona: Hier finden Sie Hilfe.

Auch interessant