Ein Arzt zeigt auf ein Röntgenbild von einer mit Tuberkulose-Bakterien befallenen Lunge.
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Ein Arzt zeigt auf ein Röntgenbild von einer mit Tuberkulose-Bakterien befallenen Lunge.

Wichtige Hygiene-Maßnahmen

Lungenkrank durch Tuberkulose: Ansteckungswege und Symptome der häufigen Infektionskrankheit

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die auch in Deutschland vorkommt. Wie sich Menschen infizieren können und welche Behandlung wirkt, erfahren Sie hier.

Dank guter Versorgung und Hygiene ist Tuberkulose (kurz Tbc) in Deutschland selten geworden. Doch auch hier zulande kommt es jährlich zu rund 6.000 gemeldeten Fällen der bakteriellen Infektionskrankheit. Weltweit zählt Tuberkulose zu den häufigsten Infektionskrankheiten, wie der Service Patienten-Information des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung informiert. Jährlich würden sich demnach über 10 Millionen Menschen infizieren, über eine Million Menschen versterben an den Folgen.

Dabei ist die Krankheit gut mit Antibiotika behandelbar. Eine rechtzeitig erkannte und richtig behandelte Tuberkulose heilt in aller Regel folgenlos aus, heißt es vonseiten des Portals Infektionsschutz.de. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert, dauert die Therapie in der Regel sechs Monate. Isoniazid (INH), Rifampicin (RMP), Ethambutol (EMB), Pyrazinamid (PZA) und Streptomycin (SM) gelten als Standardmedikamente in der Behandlung der Tuberkulose. Darüber hinaus gibt es dem RKI zufolge sogenannte Zweitrang- oder Reservemedikamente, die bei Resistenzen* oder Unverträglichkeiten zum Einsatz kommen.

Ansteckungswege der Tuberkulose

Tbc kann infolge einer Infektion mit Bakterien ausbrechen. Tuberkulosebakterien (Mycobakterien, die zum so genannten Mycobacterium tuberculosis-Komplex gehören) befallen überwiegend die Lunge und können sich über Tröpfcheninfektion ausbreiten – also über Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft gelangen und von dort in die Atemwege anderer Menschen eindringen. Doch die meldepflichtige Infektionskrankheit muss selbst nach Kontakt mit einem Tuberkulose-Kranken nicht ausbrechen. Ein intaktes Immunsystem macht die Erreger in vielen Fällen unschädlich, wie das Portal Patienten-Information berichtet. Bei geschwächter Abwehr würden sich die Bakterien aber im Körper ausbreiten, unter anderem in Lymphknoten, Knochen, Harnwegen oder Hirnhäuten. Doch nur bei etwa jedem zehnten Infizierten breche die Krankheit aus.

Symptome der Tuberkulose

Das Tückische an Tuberkulose: Die Krankheit geht zu Beginn meist mit nicht eindeutigen Symptomen einher. Dazu zählen:

  • wochenlanger Husten, gelegentlich mit blutigem Auswurf und Schmerzen beim Atmen
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Appetitmangel 
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Nachtschweiß

In den meisten Fällen befallen die Tuberkulose-Bakterien die Lunge. Doch auch andere Organe können Schaden nehmen, wenn sich die Bakterien über Blut oder Lymphe im Körper ausbreiten. Sehr selten kommt es zur tuberkulösen Hirnhautentzündung.

Tuberkulose vorbeugen

Generell kann man Infektionskrankheiten, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, durch einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Niesen in die Armbeuge statt in die Handfläche oder dem Tragen von Mundschutzmasken* vorbeugen. Husten, der länger als drei Wochen anhält, sollte immer ärztlich beurteilt werden. Blutiger Auswurf ist ein Zeichen dafür, dass Sie sofort einen Arzt konsultieren sollten. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/tuberkulose/; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tuberkulose.html; https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/tuberkulose.html#c1177

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Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich. © picture-alliance/ dpa/ dpaweb
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Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © pixabay/jrvalverde

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