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Was Sie zum Badesaison-Start wissen müssen

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Ab ins Wasser
Wenn man mit aufgeheizter Haut ins kühle Wasser springt, ist das eine Belastung für den Kreislauf. Deshalb sollte man auch nicht mit vollem Magen schwimmen gehen. © Maja Hitij/dpa/dpa-tmn

Es geht wenig über einen Sommertag am See oder im Freibad. Warum schmecken die Pommes dort so gut? Und wie bekomme ich auf der Wasserrutsche ordentlich Tempo? Antworten zum Start der Badesaison.

Essen/Dissen - Na, haben Sie Badehose oder Bikini schon hervorgekramt? Langsam startet die Badesaison in den Freibädern, an den Seen und Küsten. Mit diesen Tipps wird sie noch ein bisschen besser - versprochen.

Warum soll man niemals mit vollem Magen ins Wasser?

Um den Kreislauf nicht zu überfordern. Wenn wir aufgeheizt von der Sonne ins Wasser steigen, ist das eine große Belastung für den Kreislauf, sagt der Internist Matthias Riedl.

Denn durch die Kälte des Wassers ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen, das Blut wandert stärker in das Körperinnere und in den Gesamtkreislauf. „Es kommt also zu einer plötzlichen Umverteilung“, sagt Riedl, der dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) angehört.

Befindet sich zudem noch viel Blut im Bauchraum, weil dort eine große Mahlzeit verarbeitet wird, ist diese Umverteilung noch stärker. Schlimmstenfalls kommt es dann zu einem Kreislaufkollaps.

Wer sich gut mit Freibad-Pommes vollgefuttert hat, sollte also besser einen Moment abwarten, bevor es wieder ins Wasser geht.

Apropos Pommes: Warum schmecken die im Freibad oder am Strand so gut?

„Wenn Sie im Freibad etwas anbieten, was fettig ist und Kohlenhydrate enthält, werden Sie damit Erfolg haben - so auch mit Pommes“, lautet der Erklärungsversuch von Arzt Matthias Riedl.

Pommes
Heiße, fettige Freibad-Pommes wecken Erinnerungen an die Kindheit - eine mögliche Erklärung, warum sie so gut schmecken. © Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn

Bei Pommes mit Ketchup kommt sogar noch ein süßer Geschmack hinzu. Versuche mit Ratten hätten gezeigt, dass die Kombination aus fettig und süß die Tiere dazu bringt, besonders viel davon zu essen, so Riedl. Diese Ergebnisse lassen sich durchaus auf die Ernährungsvorlieben des Menschen übertragen.

„Und natürlich prägen sich bestimmte Verhaltensweisen kulturell ein“, sagt Riedl. Schon von klein auf verbinden viele Kinder den Tag am See oder im Freibad mit Pommes. Kein Wunder also, dass der frittierte Snack Erinnerungen an früher weckt - und deshalb so gut schmeckt.

Wie bekomme ich auf der Wasserrutsche ordentlich Tempo?

„Bewährt hat sich die Drei-Punkt-Technik, bei der man auf dem Rücken liegt“, sagt Carsten Bücken, Vorsitzender des Deutschen Rennrutsch Verbandes (DRV) in Dissen (Niedersachsen). Aber nur drei Körperstellen berühren dabei die Rutsche, so dass man durch die geringe Reibung ordentlich Fahrt aufnehmen kann.

So geht's: Die Füße werden übereinandergeschlagen, so dass nur eine Ferse die Rutschfläche berührt. Die Schulterblätter bilden die beiden weiteren Berührungspunkte. Der Po wird nach oben gedrückt, hat also keinerlei Kontakt mit der Rutsche. Ohne Körperspannung geht da nichts, so Bücken. „Die Arme greift man über dem Kopf. Einige legen die Hände auch gerne in den Nacken, weil sie so mehr Kontrolle in den Kurven haben.“

Auf der Rutsche
Mit mehr Körperspannung geht es noch schneller. Wer auf der Wasserrutsche ordentlich Tempo sammeln will, sollte nur mit einer Ferse und beiden Schulterblättern die Rutsche berühren. © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Auch die Badekleidung beeinflusst das Rutsch-Tempo. Die enge Badehose ist besser als die Boxershorts: „Die hängt durch und wirkt als Bremsfallschirm“, sagt Bücken. Übrigens: Es hält sich der Tipp, dass man die Badehose in die Po-Ritze ziehen sollte, um die Reibung nochmals zu verringern. „Das ist allerdings Quatsch“, so das Urteil des Rennrutsch-Experten.

Muss ich im See Angst vor Fischen oder Schlingpflanzen haben?

„Sorgen machen muss man sich in den hiesigen Badegewässern normalerweise nicht“, so Alexander Paffrath vom Präsidium der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Allerdings sollte man sich vor dem Baden im See bewusst machen, dass man mit dem Fuß oder Bauch gegen eine Wasserpflanze oder ein Tier stoßen könnte. „Denn unkontrollierte, hektische Reaktionen aufgrund von Panik sind die eigentliche Gefahr.“

Am See
Kopfüber in den See und den Sommer: In hiesigen Seen muss man wenig Sorge haben, dort auf gefährliche Tiere oder Pflanzen zu stoßen. © Christin Klose/dpa-tmn

Wer gedanklich also vorbereitet ist, bleibt eher ruhig - und dreht sich im Fall der Fälle am besten auf den Rücken, um etwa über Wasserpflanzen hinwegzuschwimmen.

Mit Kontaktlinsen schwimmen gehen - ja oder nein?

„Besser nicht“, sagt Prof. Björn Bachmann, Oberarzt am Zentrum für Augenheilkunde der Universität Köln. „Aber das geht natürlich nicht wirklich, wenn man eine gewisse Brillenstärke hat.“ Dann sollte man sich eine Schwimmbrille aufsetzen. Oder man achtet darauf, den Kopf über Wasser zu halten.

Grund: Im Badewasser können Keime sein, zum Beispiel Akanthamöben. Das sind Parasiten, die über winzige Verletzungen in die Hornhaut gelangen und für schmerzhafte und langwierige Entzündungen sorgen. Wer Kontaktlinsen trägt, ist besonders gefährdet. Denn durch sie bekommt die Hornhaut weniger Sauerstoff und ist anfälliger für Verletzungen und Infektionen.

Nach Angaben der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft sind diese Amöben vor allem in stehenden Gewässern zu finden, kommen aber auch in schlecht gechlorten Freibädern vor.

Wie vermeide ich Fußpilz?

Ganz egal ob am Strand, im Freibad oder am See: „Hautpilz an den Füßen kann man sich überall dort einfangen, wo es feucht ist - also in Duschen oder auch Umkleidekabinen“, so Martina Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie.

Daher schlüpft man am besten in Badeschlappen. Und: Nach dem Abduschen sollte man sich Zeit nehmen, die Zehenzwischenräume gut abzutrocknen. Denn in diesen feuchten, warmen Regionen findet der Hautpilz gute Lebensbedingungen.

Ab welchem Alter muss mein Kind im Becken eine Badehose tragen?

Eine Regel, die für alle Bäder gilt, gibt es nicht. Michael Weilandt von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen weiß, wo Familien eine Antwort auf diese Frage finden: In der Badeordnung des jeweiligen Freibades.

Weilandt rät Eltern jedoch dazu, Badekleidung für den Nachwuchs einzupacken, auch wenn die nicht vorgeschrieben ist. „Kleine Kinder bis etwa zwei oder drei Jahre sollten ohnehin nicht nackt ins Wasser, sondern mit Schwimmwindel - allein aus hygienischen Gründen.“ dpa

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