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Azubis mehrheitlich mit Ausbildung zufrieden

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Ausbildung
Die Mehrheit der Auszubildenden ist mit ihrer Lehrstelle zufrieden. Allerdings gehören Überstunden für viele zum Alltag. Das ergab ein Report des DGB. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wer einen Ausbildungsplatz gefunden hat, ist mit der Ausbildung meistens zufrieden - zumindest anfangs. Dennoch fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund die Regierung zu Reformen in dem Bereich auf.

Berlin - Fast drei von vier Auszubildenden in Deutschland sind mit ihrer Ausbildung zufrieden - allerdings gibt es bei der Qualität große Unterschiede. Das ist das Ergebnis eines Ausbildungsreports des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

„Auffällig ist dabei, dass anscheinend die Begeisterung vieler Auszubildender im Laufe der Ausbildung abnimmt“, heißt es in dem Report. Der Umfrage zufolge sind insgesamt 73,3 Prozent der Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden - das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei einer Vorgänger-Untersuchung von 2020 und der höchste Wert seit 2009. Im dritten Lehrjahr gaben aber nur noch 54,4 Prozent der Befragten an, die Ausbildung in ihrem Betrieb weiterzuempfehlen.

Viele Auszubildenden machen Überstunden

Mehrarbeit gehört laut dem Report für etwa ein Drittel der Auszubildenden zum Alltag. Der Anteil der Befragten, die regelmäßig Überstunden leisten, ist dabei leicht auf 32,8 Prozent gesunken. Eine deutliche Verbesserung erkennen die Studienautoren bei minderjährigen Auszubildenden, die regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten müssen: Ihr Anteil sank um fast vier Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

Leicht gesunken ist auch der Anteil der Azubis, die im Betrieb immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten zu müssen - auf 11 Prozent. Allerdings stellt der DGB-Report hierzu fest: „Die längerfristige Beobachtung ergibt, dass hier in den zurückliegenden Jahren keine grundlegenden Verbesserungen festzustellen sind.“

Mehr als 91 Prozent der Auszubildenden haben eine feste Ausbilderin oder einen Ausbilder. Bei 11,6 Prozent dieser Auszubildenden ist der Ausbilder aber selten bis nie präsent.

Schlecht schnitt die schulische Berufsorientierung ab. Mehr als 72 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen an der Schule kaum bei der Berufswahl geholfen wurde. Rund 29 Prozent der Befragten haben die Berufsberatung der Agentur für Arbeit genutzt.

DGB-Vorsitzende fordert Ausbildungsgarantie

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack wies darauf hin, das vergangenes Jahr nicht einmal 70 Prozent aller bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bekommen hätten. „Nicht einmal mehr jedes fünfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus.“ Über 220.000 Jugendliche steckten jedes Jahr in Maßnahmen zwischen Schule und Ausbildung fest. Hannack forderte die Regierung auf, die angekündigte Ausbildungsgarantie einzuführen. DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker sagte: „Wer Fachkräfte will, muss gut ausbilden.“

In ihrem Koalitionsvertrag hatten SPD, Grüne und FDP angekündigt: „Wir wollen eine Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen einen Zugang zu einer vollqualifizierenden Berufsausbildung ermöglicht.“ Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, hatte sich kürzlich gegen eine solche Garantie gewandt. „Wir brauchen keine Staatsgarantie für Auszubildende - wir brauchen Auszubildende“, hatte er der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt. dpa

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